Ist Meghans Baby schon da? Krankenwagen steht vor Harrys und Meghans Anwesen

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Die Preisträger der 40. BAF (v. l.): Adalbert Becker (Präsident der LFVB), Anton Wallner, Birgit Hlawa-Geiger mit Anne und Mia Geiger, Jürgen Liebenstein, Horst Orlich, Gerhard Amm, Toni Ackstaller, Manfred Scholz, Klaus Fleischmann und Marcus Siebler (Präsident des BDFA). Nicht auf dem Bild: Thomas Eingartner und Christian Schinar.

40. Bayerische Amateurfilm-Festspiele im Jakobmayer - Sieger wird Horst Orlich

87-Jähriger gewinnt den großen Löwen

Mit der fünfminütigen gesellschaftskritischen Animation „GROKOdile“ gewann Horst Orlich die 40. Bayerischen Amateurfilm-Festspiele, die wieder im Jakobmayer-Saal in Dorfen veranstaltet wurden.

Dorfen– Aus gerissenen und angemalten Zeitungsausschnitten mit Börsenkursen gestaltete er ein rotes Krokodil, das für die SPD stand und sich mit einem schwarzen Krokodil (CDU/CSU) in einem „Wirgarten“ trifft. „Reichsburger“ sind im Angebot, aber das schwarze Krokodil frisst lieber den „Stammtisch Leidkultur“, während über der Szene ein wütender Bundesadler fliegt. Ein kleines weises Krokodil steht unter einem Regenbogen, trinkt herabfallende Tropfen und wird selbst regenbogenfarbig.

„Es geht dabei um eine einfarbige Ich-Gesellschaft, die von Egoismus geprägt ist und vom Geld gesteuert wird. Ich wünsche mir, dass, wenn einmal die Börse die Wirtschaft zerstört hat, ein buntes Wir entsteht“, deutete Orlich seinen Film im Gespräch mit der Heimatzeitung. Auf die Frage, wie lange er an „GROKOdile“ gearbeitet hat, antwortete der 87-Jährige zunächst „80 Jahre“, und meinte dann, für eine Minute Animation brauche er bis zu eine Woche. „Ich versuche meine Gedanken in eine Bildsprache umzusetzen und stelle damit Fragen, die die Leute zum Nachdenken anregen sollen“, erklärte Orlich seine Motivation. Der Jugend wünsche er in einem technisierten Zeitalter wieder mehr Fantasie, schloss er.

Der Hauptpreis, der große Löwe mit Rautenschild, wurde von Ministerpräsident Markus Söder gestiftet. Überreicht wurde die Auszeichnung von Adalbert Becker, Präsident des Landesverbands für Film und Video Bayern (LFVB), und Marcus Siebler, Präsident des Bundesverbands Deutscher Film-Autoren (BDFA). Orlich war unter den Amateurfilmern mehrfacher Rekordhalter: Der Holzkirchener ist seit 60 Jahren beim BDFA, hat 19 kleine und vier große Löwen zu Hause, den ersten bekam er von Franz Josef Strauß.

Den Publikumspreis stiftete die Stadt Dorfen. Bürgermeister und Schirmherr Heinz Grundner beglückwünschte dazu Gerhard Amm aus Nürnberg. Mit seiner 24-minütigen Naturdoku „Wildes Island“ gewann dieser davor auch einen kleinen Löwen. Bilder von Lavafeldern mit Wasserkaskaden, Geysiren, Fjorden vor Bergketten, Islandpferden und Feuchtwiesenvögeln hatten die Jury überzeugt.

Der Preis für den besten Jugendfilm ging an das Team der laspire Filmproduktion aus Landshut für ihren Film „Sinnigkeit und Unsinnigkeit von Gewalt unter besonderer Berücksichtigung der Ursachen“. Für den Naturfilm „Chinas ungebetener Gast: Der Buchsbaumzünsler“ erhielt Herwig Hlawa vom Amateur Film-Club Straubing einen kleinen Löwen, den seine Tochter Birgit Hlawa-Geiger und seine Enkel Anne und Mia entgegennahmen. Im Mittelpunkt steht der schädliche Schmetterling.

Aus Landshut kam der Kurzfilm „Klappe halten“. Jürgen Liebenstein dokumentiert darin die Ingenieurleistung und die schweißtreibende Arbeit, die nötig war, um drei Wehrklappen eines Isarwehrs in seiner Heimatstadt auszutauschen. Ebenfalls einen kleinen Löwen bekam Toni Ackstaller aus Ebersberg. In „Harar – Handel, Märkte und ein Deal“ zeigte er das friedliche Zusammenleben verschiedener Religionen in der äthiopischen Handelsstadt und einen „Deal“ der Einwohner mit den gefährlichen wilden Hyänen.

Eine Reise durch die Natur Chiles und Boliviens hielt Anton Wallner aus Ihrlerstein im Film mit dem Titel „Unterwegs zu den Alten Männern im Weißen Meer“ fest. Der sechste von sechs kleinen Löwen ging an Klaus Fleischmann und Manfred Scholz. In einer Geschichtsdoku verfilmten sie das Schicksal einer jüdischen Familie aus Sassanfahrt bei Bamberg, die „Herumgeblasen wie Blätter im Wind“ während der Zeit des Nationalsozialismus über Europa zerstreut wurden.

Von 17. bis 19. Mai wird Adalbert Becker erneut ein Filmfestival im JakobmayerSaal ausrichten: Das Bundesfilmfestival für Nonfiktionale Kurzfilme der BDFA. 

FABIAN HOLZNER

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