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Freie Bahn hat nicht nur diese Maschine des Fliegerclubs Wasentegernbach hoch über der neuen A 94. Auf der Isentalautobahn – hier der Abschnitt bei Dorfen – rollt der Verkehr noch nicht. Die Einweihung findet am 30. September statt. Doch die Gästeliste ist beschränkt. Das hat nicht nur Kostengründe. 

Verkehrsminister Scheuer und Reichhart nehmen A 94 am 30. September in Betrieb 

Isentalautobahn: Festakt ohne Bürger

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Der Festakt zur Eröffnung der Isentalautobahn stößt einigen Anrainern und Grundstücksgebern sauer auf. Denn sie sind nicht eingeladen.

Dorfen – Zur Eröffnung der Isentalautobahn am 30. September bei Dorfen wird hoher Besuch erwartet. Unter anderem haben die beiden Verkehrsminister Andreas Scheuer (Bund) und Hans Reichhart (Freistaat) zugesagt. Sie werden auf Höhe des Parkplatzes Fürtholz Nord bei Dorfen das symbolische Band durchschneiden. Rund 800 Gäste sind zu diesem Festakt eingeladen.

Doch die Gästeliste sorgt für Unmut. Denn Anlieger und Grundeigentümer, die Flächen für den Autobahnbau abgetreten haben, bekommen keine Einladung. Das bestätigt Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern. „Das hat mehrere Gründe. Zum einen lief der Grunderwerb über Jahrzehnte. Da können wir gar nicht mehr alle ermitteln. Hinzu kommt, dass der Kreis bei dem 33 Kilometer langen Abschnitt einfach zu groß geworden wäre.“

Ein rauschendes Fest ist ohnehin nicht geplant, zu groß sind die teils immer noch nicht verheilten Wunden, den der A 94-Bau durchs Isental geschlagen hat. Seebacher berichtet, dass Privatleute ein großes Familienfest geplant hätten. „Doch das hat sich zerschlagen, Aufwand und Kosten waren zu hoch“, so der Sprecher. Nur eine Idee geblieben ist auch ein Marathonlauf, der im August auf dem neuen Abschnitt geplant war.

Lesen Sie auch: Zur Eröffnung der A94 im Landkreis Erding (Bayern) hat Verkehrsminister Andreas Scheuer nun alle Bürger herzlich eingeladen. Gegner planen eine Protestaktion am Montagabend, um nochmals die Umweltbelastunf durch den Autobahnbau zu untermalen. 

Ab jetzt darf die A94 nicht mehr betreten werden. Die Polizei kontrolliert

Unter den 800 Geladenen sind vor allem Politiker, Vertreter der Firmen und Planungsbüros sowie Verbandsrepräsentanten. Nach Reden und Weihe startet ein Oldtimer-Korso zur Jungfernfahrt.

Für alle anderen Verkehrsteilnehmer öffnet sich die A 94 erst am Dienstag, 1. Oktober, im Laufe des Tages. „Wir müssen ab 8 Uhr morgens zunächst alle Sperren abbauen und die Zufahrten öffnen. Das wird sicher bis Mittag dauern“, so Seebacher.

Die Isentalautobahn GmbH weist darauf hin, dass die Trasse ab sofort nicht mehr betreten oder befahren werden dürfe. Denn es finden letzte Arbeiten statt, darunter die Markierung der Fahrstreifen. Auch Messfahrten stehen an. Das Baukonsortium kündigt an, dass das Verbot von der Polizei überwacht werde. „Personen ohne Zutrittsberechtigung müssen mit einem Bußgeld rechnen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Seebacher hofft, dass in den ersten Tagen nichts passiert. „Aus Erfahrung wissen wir, dass es am Anfang kritisch ist, weil alle die neue Autobahn kennen lernen wollen, und manche dann zu viel Gas geben.“ HANS MORITZ

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