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Unfreundliches Aufeinandertreffen: Altöttings Landrat Erwin Schneider mit zwei Dem onstranten, dahinter Verkehrsminister Andreas Scheuer. 

Erwin Schneider soll bei der Eröffnung Demonstranten beleidigt haben

A94: Staatsanwalt ermittelt gegen Altöttinger Landrat

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Die Isentalautobahn bringt nicht nur jede Menge Verkehr, sondern auch Schlagzeilen. Jetzt gerät die Eröffnungsfeier am 30. September auf dem Rastplatz Fürthholz-Nord bei Dorfen ins Visier – und zwar in das der Polizei Dorfen und der Staatsanwaltschaft Landshut. Sie ermitteln gegen den Altöttinger Landrat Erwin Schneider.

Dorfen/Altötting - Der CSU-Politiker soll zwei Demonstranten beleidigt haben. Doch ob das Wort „Arschlöscher“ wirklich gefallen ist, ist längst noch nicht geklärt. Denn Gäste, die nur wenige Meter vom Ort des Geschehens standen, haben diese Beleidigung nicht gehört. Von der Szene gibt es auf Youtube ein Video, und auch dort ist das Schimpfwort nicht zu hören.

Was war geschehen? Vor hunderten Eröffnungsgästen hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gerade das Wort ergriffen, als eine Handvoll Demonstranten mit Transparenten zwischen Rednerpult und Gäste zog. „Kein Grund zum Feiern“ skandierten sie.

Scheuer versuchte seinen Parteifreund zu beruhigen - ohne Erfolg

Scheuer selbst störte sich daran kaum. Er rief einfach lauter in sein Mikrofon. Doch Schneider platzte der Kragen. Aus der ersten Reihe lief er auf die Demonstranten zu und rief: „Ihr seid’s Menschenverachter. Schämt’s Euch.“ Sekunden später drehte er sich um und reihte sich wieder in die Ehrengäste ein.

Bei den meisten löste die Szene eher Erheiterung aus, denn Scheuer versuchte lauthals, seinen Parteifreund zu beruhigen. „Erwin, hör auf, Erwin, lass gut sein“, schrie er schon fast flehentlich in sein Mikrofon.

Die Demonstranten entfernten sich schließlich. Schneider rechtfertigte seinen Ausraster später damit, dass er fassungslos sei, wie sich die Störer angesichts der vielen Toten und Verletzten auf der B 12 in Partymanier so verhalten könnten.

Zwei Demonstranten erstatten Anzeige

In einigen Berichten über den Festakt war tags drauf zu lesen, Schneider habe das Wort „Arschlöcher“ in den Mund genommen. Auch zwei Demonstranten wollen das gehört haben. Jedenfalls erstatteten sie Strafanzeige, allerdings erst Anfang November. Dies bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung Thomas Steinkraus-Koch, Sprecher der Landshuter Staatsanwaltschaft. Die beauftragte die Dorfener Polizei mit den Ermittlungen. „Ergebnisse gibt es noch nicht“, sagt Inspektionsleiter Harald Kratzel. Derzeit würden Zeugen vernommen, darunter Journalisten, die die Verbalinjurie zitiert hatten. Schneider selbst habe man aber noch nicht angehört. „Das ist nicht unser Auftrag“ so Kratzel.

Beschuldigter selbst wurde noch nicht vernommen

Auch im Altöttinger Landratsamt kennt man die Ermittlungen. „Uns liegt bislang aber nichts vor“, versichert Behördensprecher Klaus Zielinski dem Erdinger/Dorfener Anzeiger. „Wir müssen erst mal sehen, ob das ein Strafverfahren wird, wir haben schon länger nichts mehr gehört.“ Auch in Altötting bestreit man, dass der Landrat die Demonstranten beleidigt hat.

Ob die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Erding einen Strafbefehl gegen Schneider beantragen wird. vermochte Steinkraus-Koch noch nicht zu sagen.

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