Das Dorfener Freibad.
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Das Dorfener Freibad.

Geänderte Altersgrenze

Ab zehn Jahren alleine ins Dorfener Freibad

  • VonTimo Aichele
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Nach Protesten ändert der Dorfener Stadtrat die Altersgrenze für das Freibad. An den Öffnungszeiten hält die Stadt allerdings fest.

Dorfen – Kinder dürfen wieder ab zehn Jahren alleine ins Dorfener Freibad. Das hat der Stadtrat beschlossen und damit eine Entscheidung aufgehoben, die die Altersgrenze bei 14 gesetzt hatte. Dies war schon 2020 zur Einhaltung der Corona-Hygienebestimmungen so praktiziert worden. Einer anderen Beschwerde gab der Stadtrat jedoch nicht nach. Das Freibad öffnet weiterhin erst um 9.30 Uhr und nicht eine halbe Stunde früher, so wie es 47 Morgenschwimmer in einer Petition gefordert hatten (wir berichteten).

Die Altersgrenzen waren schon Stadtgespräch, einige Beschwerden darüber sind im Rathaus eingegangen. „Diese willkürliche Festlegung des Alters 14 ist für uns in keinster Weise nachzuvollziehen. Die Kinder gehen seit Jahren selbstständig ins Freibad und können alle gut schwimmen“, heißt es in einem Brief an die Stadtverwaltung. „Sollen sich die Eltern jeden Tag Urlaub nehmen, damit die Kinder schwimmen können? Sollen sie lieber daheim vor dem Computer geparkt werden, anstatt ins Bad zu gehen?“ Andere Bäder hätten hier auch bereits im Sinne der Kinder reagiert.

„Die pandemische Lage hat sich positiv entwickelt“, erklärte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) in der Sitzung. Man müsse auch zugeben, dass das Alter der Kinder vielleicht nicht immer korrekt kontrolliert worden sei. Susanne Streibl (GAL) berichtete, dass die Altersgrenzen in verschiedenen Bädern unterschiedlich festgelegt seien. Sie plädierte dafür, diesen Passus komplett fallen zu lassen. Auch ohne die Pandemie habe es eine Altersgrenze gegeben, stellte Grundner klar: nämlich ab dem vollendeten siebten Lebensjahr. In Taufkirchen liege die Grenzen aktuell bei neun und in Erding bei zwölf Jahren.

Die Debatte war kontrovers, das Abstimmungsergebnis spiegelte das wider. Am Ende votierten noch neun Stadträte gegen die Altersgrenze von zehn Jahren.

Aktuell ist das Dorfener Freibad zwischen 9.30 und 20.30 Uhr geöffnet. Eine frühere Öffnung bringe Probleme mit sich, erläuterte Bauamtsleiter Franz Wandinger. Die ersten Mitarbeiter müssen bereits zwei Stunden vor der Öffnung technische Vorbereitungen treffen. Eine Verlängerung sei aus arbeitsrechtlichen und aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Denn wegen der Schichtmodelle wäre eine Sicherheitslücke in der Mittagszeit die Folge. Eine Stunde lang würde dann das Schwimmbad von nur einem Bademeister beaufsichtigt werden und nicht, wie sonst, von zwei, erklärte Wandinger. „Man stelle sich vor, in dieser Zeit passiert etwas“, sagte er. „Dann wäre der Verwaltungsleiter haftbar.“ Josef Jung (ÜWG) schlug vor, die Lücke mit ehrenamtlichen Rettungsschwimmern abzudecken. Dafür hatte der Bürgermeister nicht viel mehr als ein Kopfschütteln übrig.

Gegen eine komplette Verschiebung der Öffnungszeiten nach vorne sprächen die höheren Besucherzahlen am Abend. Das würden Daten aus dem Jahr 2018 belegen, berichtete der Bauamtsleiter. Daher bat er die Stadträte, die Öffnungszeiten in diesem Jahr noch so zu belassen. Für die nächste Saison könne man sich ja etwas überlegen.

„Die Menschen, die vormittags schwimmen gehen, sind zeitlich flexibler“, argumentierte auch Michaela Meister (SPD) für die bisherigen Zeiten. Gerade Berufstätige seien froh, wenn sie abends noch möglichst lange schwimmen gehen könnten.

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