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Wer kann helfen? Aisha sucht in Dorfen eine Wohnung.

Anerkannter Flüchtling aus Somalia

Aishas Traum ist eine Wohnung in Dorfen

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Sie ist erst 23 Jahre alt, hat in ihrem Leben aber schon die Hölle erlebt.

Winkl/Dorfen – Aisha, wie sie alle nur nennen, lebt im Flüchtlingsheim in Winkl. Jetzt sucht die junge Frau eine Wohnung in Dorfen: sie hat für drei Jahre eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten und erwartet im September ein Kind.

Dass Aisha im Alter von 16 Jahren aus ihrer Heimat geflohen ist, hat einen schlimmen Hintergrund: Ihr Vater, ein Lastwagenfahrer, wollte das Mädchen mit einem älteren Mann zwangsverheiraten. Ihre Mutter wollte dieses Schicksal ihrer Tochter ersparen. Sie riet ihr zur Flucht und halft ihr dann dabei, Somalia verlassen zu können. 17 Monate, von Juni 2013 bis November 2014, dauerte die Flucht der jungen Frau.

Von Somalia aus führte ihr Weg über Saudi Arabien, Äthiopien, Sudan durch die Wüste Sahara nach Libyen und Sizilien und schließlich nach Deutschland. Die Erlebnisse auf ihrer Flucht beschreibt Aisha als schrecklich. Den Weg durch die Sahara schaffte sie auf der Ladefläche eines Kleinlasters. Sieben Tage lang gab es täglich nur ein paar Kekse zum Essen, zu trinken gab es schmierig-ekliges Wasser, das mit Benzin durchmischt war. Keine Bäume, kein Schatten, nur heiße Sonne – das setzte der junge Frau sehr zu. Und sie wusste damals, das in den Sommermonaten durch die Tortur viele Menschen auf der Flucht sterben.

In Libyen angekommen, hatte Aisha drei Tage Zeit, zuhause anzurufen und sich das Geld für die Flucht in Höhe von 4500 US-Dollar schicken zu lassen. Doch ihr Onkel schickte das Geld erst Monate später. Die Konsequenz für Aisha: Sie bekam als Strafe täglich Hiebe mit dem Stock.

Seit April 2015 wohnt die schwangere Frau in Winkl in der dortigen Flüchtlingsunterkunft. Sie besucht seitdem die Volkshochschule in Erding. Zu Fuß zur Bushaltestelle sind es vier Kilometer. In Winkl gibt es kein Geschäft – da muss sie in das fünf Kilometer entfernte Velden gehen. Dennoch ist Aisha glücklich: Vor einem Monat hat sie eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre erhalten.

Im September erwartet die junge Frau einen Buben. Der Vater des Kindes kann ihr nicht helfen. Er ist einer Flüchtlingsunterkunft in München zugeordnet. Sein Asylantrag ist abgelehnt worden. Ein Zusammenleben mit Aisha wird ihm daher nicht gestattet.

Dass Aisha trotzdem nicht verzweifeln muss, hat sie ihrem Betreuer Josef Schmederer aus Dorfen von der Flüchtlingshilfe zu verdanken. Nach der Babypause will Aisha die Schule in Erding fertig machen. Aufgrund ihrer Anerkennung muss sie die Flüchtlingsunterkunft in Winkl verlassen. Zusammen mit Schmederer sucht die junge Frau daher möglichst in Dorfen eine kleine Wohnung. Denn in der Isenstadt leben einige ihr bekannte somalische Landsleute, die ihr mit ihrem Baby helfen könnten. Und auch die Busverbindung nach Erding zur Schule ist sehr gut. Ihr Betreuer Schmederer sagt: „Aisha braucht Hilfe. Für eine alleinstehende Frau mit Baby ist ein Leben in Winkl ohne Geschäft und ohne Busanbindung nur sehr schwer möglich.“ Wer der jungen Frau helfen kann, soll sich mit Josef Schmederer, Tel. (01 70) 4 61 69 10 oder E-Mail jcg.schmederer@gmx.de in Verbindung setzen.

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