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„Wunderbare Musiker“ gewann der junge Komponist Andreas Begert (l.) für die Aufführung seiner Werke im gut besuchten Jakobmayer. 

Andreas Begert stellt klassische Kompositionen im Jakobmayer vor 

Der Rhythmus der Zeit

Dorfen – Die Zeit und ihre Tücken sind ein zentrales Thema in den Kompositionen von Andreas Begert. Seine Werke stellte der Erdinger mit Solisten und Ensembles im gut besuchten Jakobmayer vor.

Setzten sich seine Werke im ersten Teil des Konzerts überwiegend mit den Stilmitteln der klassischen Moderne auseinander, so war der zweite Teil geprägt vom gezielten Einsatz rhythmischer Elemente.

Die Stücke wurden von „wunderbaren Musikern“ interpretiert, so der sympathische junge Komponist. Ans Publikum richtete Begert die Bitte, über seine Arbeiten nachzudenken und mit ihm ins Gespräch zu kommen.

Seinen Blick auf die Isarstadt verarbeitete der Musiker in „Neues München“ für Geige und Klavier, gespielt von einer einzigen Person. Violinistin Hannah Wagner setzte diese verzwickte Aufgabe in ihrem engagierten Spiel um. Die Hektik des Alltags spiegelte sich in „Zeitlich ohne flexibel“, ein Stück für drei Blasinstrumente. Lea, Cosima und Sarah Heilmaier ließen auf Flöte, Klarinette und Fagott dieses Werk erklingen. In „Kreuz dich Welt“ für Saxofon-Quartett und Drumset ließen die jazzigen Einsprengsel aufhorchen.

In entlegene Tonhöhen wagte sich Johanna Schumertl. Die Sopranistin wurde bei einem Lied von Begerts Mutter, der Musiklehrerin Irmgard Bauer, begleitet. „Klar Fünf“ bezog sich auf den Fünf-Achtel-Rhythmus des Gitarrenstücks, das Takeo Sato mit geschmeidiger Eleganz zu Musik werden ließ. Im Klavierstück „Kein Schnee von gestern“ hatte Begert Biografisches verarbeitet, „denn die Vergangenheit prägt unsere Wege“. Mit rhythmischer Virtuosität spürte Pianistin Yamile Cruz Montero diesen Wegen nach.

Spannend war eine Messe mit der ungewöhnlichen Besetzung für Mezzosopran und Marimbafon. Begert gewann für die Aufführung mit seinem Onkel Rudi Bauer einen ausgezeichneten Schlagwerkprofi und mit Clara Horbach eine hochkarätige Sängerin – ein interessantes Hörerlebnis ebenso wie die versiert komponierte Arbeit „Das Lächeln der fremden Frau – Das Lächeln des fremden Mannes“ für Klavier, Gitarre und Cello.

Bei „Zeitraffa“ bekam es Perkussionist Wolfram Winkel mit sich vervielfältigenden Rhythmen zu tun, die er ähnlich wie der Zauberlehrling in Goethes Ballade zu bändigen versuchte – ein Musikspaß mit kubanischer Tönung.

Vroni Vogel

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