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Grüntegernbachs Festfrauen eskortieren beim Festzug ihre Schützenkönige.

125 Jahre Altschützen Grüntegernbach

Aneders Appell an die Anständigkeit

Nach drei Tagen Feiern in der Festhalle musste auch der gestrige Jubiläumsgottesdienst zum 125-jährigen Bestehen der Altschützengesellchaft Grüntegernbach im Festzelt stattfinden. Das tat aber der guten Stimmung keinen Abbruch.

GrüntegernbachAnhaltender Nieselregen unter wolkenverhangenen Himmel veranlasste die Verantwortlichen – wie schon vor 25 Jahren beim 100-Jährigen – den Gottesdienst im Festzelt abzuhalten. An den Seitengängen standen die 51 Fahnenabordnungen der Schützenvereine aus dem Schützengau Dorfen, dem Pfarrverband Buchbach, sowie auch alle Ortsvereine Spalier. Und auf der Bühne zelebrierte Pfarrer Herbert Aneder zusammen mit Mitbruder Georg Reichl die Festmesse. Die Blaskapelle Schwindegg und der Kirchenchor aus Grüntegernbach unterstützten musikalisch die Gottesdiensteilnehmer, die sehr diszipliniert in etwas ungewohnter Umgebung bei der Festmesse mitfeierten.

In der Predigt hob Pfarrer Aneder vor allem den Leitspruch „Schütze sein heißt ein anständiger Mensch sein“ hervor. Er erinnerte dabei an den jüdischen Arzt und Therapeuten Viktor Frankl, der im KZ des Dritten Reiches inhaftiert war und damals schrieb, dass „anständig sein zu den Grundvoraussetzungen des Lebens gehört“. Pfarrer Aneder schuf damit einen Zusammenhang zu den Vereinen, in denen es auch anständige Menschen gebe. „Anständig sein“, so betonte der Geistliche, „heißt gut minteinander umzugehen, einander zu helfen, Rücksicht zu nehmen und bei Problemen einander beizustehen“. Er dankte schließlich allen Verantwortlichen in den Vereinen, die ihren Beitrag auch für die jungen Leute leisten. „Vereine sind Orte, an denen bestimmte Tugenden wie Anstand einüben gefördert werden“, sagte Aneder.

Am Ende des Gottesdienstes wurden die Festbänder gesegnet und an die Fahnen des Festvereins sowie des Patenvereins Eichenlaub Kraham übergeben.

Die Geistlichkeit stellte dann fest, dass das Gebet und die Disziplin der Schützen während des Gottesdienstes im Zelt und auch das Mitmachen vom Schirmherrn, Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner, dafür gesorgt haben müssten, dass sich das Wetter besserte und wenigstens der anschließende Festzug durch Grüntegernbach stattfinden konnte.

51 Vereine wurden von vier Musikapellen begleitet, in den Festkutschen fand die Prominenz Platz, und so konnten die Schützen tatsächlich bei trockenem Wetter losmarschieren, um sich anschließend im Zelt das Mittagessen mit einer frischen Mass schmecken zu lassen.

Mit Grußworten der Ehrengäste, darunter neben Grundner noch Staatsministerin Ulrike Scharf, Vize-Landrat Jakob Schwimmer, Bezirksschützenmeister Alfred Reiner, Ehrenbezirksschützenmeister Josef Niedermeier und Gauschützenmeister Georg Schatz, ging das Schützenfest zu Ende.

Peter Stadler

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