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Die Grüntegernbacher fühlen sich vernachlässigt von der Stadt: Das sagte CSU-Ortsvorsitzender Hans Hagl (hinten, stehend).

CSU Tegernbach

Angst um Kindergarten und Schule

„Wie Stiefkinder, als wären wir nicht vorhanden.“ So fühlen sich Dorfens Ortsteile Grüntegernbach und Wasentegernbach von der Stadt behandelt. Mit dieser Aussage konfrontierte der CSU-Ortsvorsitzende Hans Hagl CSU-Bürgermeister Heinz Grundner.

Grüntegernbach – Rund 70 Besucher drängten sich in der randvollen Wirtsstube des Gasthauses Gottbrecht. Die CSU Tegernbach hatte zur Informationsveranstaltung eingeladen, mit Bürgermeister Heinz Grundner als Referent. Tegernbachs CSU-Ortsvorsitzender Hans Hagl hatte zunächst eine ganze Reihe Themen angerissen, von einer möglichen Seniorenbetreuung vor Ort, schnellem Internet bis zur Fernwärmeversorgung. Grundner nahm anschließend dazu Stellung.

Ein wichtiges Thema für die Dorfgemeinschaft in Grüntegernbach sei der Erhalt von Grundschule und Kindergarten, sagte Hagl. Ihm schwebe ein neues Gebäude vor das Schule, Kita und vielleicht eine Tagespflege vor Ort beherbergen könnte. Grundner erklärte, es sei der Wille von Stadt und Stadtrat, dass die Landschulen und Kinderbetreuungseinrichtungen erhalten bleiben. Der Kindergarten sei mit dem neuen Baugebiet „Grüntegernbach Ost“ längerfristig im Bestand gesichert. Bei den Schülerzahlen gebe es eine „Wellenbewegung“. Für die Grundschule Grüntegernbach/Eibach „ist die nächsten fünf Jahre nichts zu befürchten“. Es politischer Wille, dass die Landschulen bleiben, war die klare Aussage Grundners. Ein neues Gebäude sei „aber nicht aktuell“.

In Schwindkirchen habe man mehr Probleme. Im neuen Schuljahr 2018/19 müsse die erste und zweite Klasse zu einer jahrgangsübergreifenden Klasse zusammengelegt werden. Die Stadt wolle alles tun, um den Schulstandort zu halten, der immer „eine wichtiger Eckpfeiler im Dorfleben“ sei.

Für eine Seniorenbetreuung in Grüntegernbach müsste der Bedarf gegeben sein, erklärte Grundner. Er wies dabei auf das städtische Alten- und Pflegeheim Marienstift hin, das ambulante Dienste und eine Tagespflege anbiete. Alte Themen sind in Grüntegernbach die Straßenbeleuchtung, ein Bürgersteig an der ED 25 zum Tappberger Feld und nun am neuen Baugebiet. Ein Gehsteig an der ED 25 wäre sicher sinnvoll, meinte der Stadtchef. Der Bau würde aber Anliegerbeiträge auslösen. Eine Lösung könnte sein, dass etwa alle Grundstücksbesitzer in Grüntegernbach das Projekt gemeinsam finanzieren, wie dies vor einigen Jahren in Wasentegernbach geschehen sei. Die Stadt sei „für alles offen“.

Unverständlich sei, warum im neuen Baugebiet Ost entlang der Grünbacher Straße kein Gehweg errichtet werde, meinte Hagl. Der sei im Bebauungsplan nicht vorgesehen und würde bei Altanliegern ebenfalls Anliegerbeiträge auslösen, sagte Grundner. Zudem komme man zu Fuß über den Kirchenweg sicher zur Ortsmitte. Der Bürgermeister berichtete auf Nachfrage, dass man im Einheimischenmodell pro Quadratmeter im Baugebiet „Grüntegernbach Ost“ mit 200 Euro rechnen müsse. Dazu kämen bis zu rund 70 Euro Erschließungskosten. Die Ausschreibung beginne demnächst. Die Stadt halte sich in dem Areal einige Parzellen „als Reserve für späteren Bedarf“ zurück. Die Fernwärme soll im Herbst zur Verfügung stehen, versprach Biogasanlagenbetreiber Johann Greimel.

Ein Radweg von Dorfen nach Grüntegernbach entlang der Staatsstraße hielt Grundner für „eine gute Idee“. Querfeldein sei schwierig. Und die Feldstraße entlang des Isen-Flutkanals von Wasentegernbach nach Dorfen führe über zahlreiche Privatgrundstücke. Da könne die Stadt nichts machen. Ein geforderter Linksabbieger-Pfeil an der B 15-Ampelanlage Angermeier-Kreuzung in Dorfen mit täglich 19 000 Fahrzeugen „würde Sinn machen“. Stadtrat Christian Holbl (TEG) berichtete, Linksabbieger an der Klinik-Ausfahrt „kommen fast nicht mehr raus“.

In Wasentegernbach gebe es Bedarf, aber Bebauungsplan sei derzeit „keiner in Entwicklung“, beichtete Grundner. Es fehle an Baugrund. „Da müssen wir alle betroffenen Grundeigentümer an einen Tisch bekommen.“ Ein großes Problem seien zudem die Kanäle, die entweder saniert oder nicht leistungsfähig sind für weitere Bebauung.

Am Ende fordert Grundner alle Grüntegernbacher auf sich an der Bewerbung für den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft“ ab 1919 zu beteiligen. Die Stadt werde unterstützend mithelfen. Da gehe es darum, ein Zukunftskonzept für den Ort zu entwickeln.

Hermann Weingartner

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