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Langjährige Parteitreue: Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz (l.) und Ortsvorsitzender Hans Hagl (r.) gratulierten Ursula Stettner und Ruppert Kurz.

Bahnausbau in Wasentegernbach

Angst vor zehn Meter hohen Wänden

Beim Bahnausbau München-Mühldorf-Freilassing (ABS 38) ist meist nur die Stadt Dorfen Thema. Derweil muss der Ortsteil Wasentegernbach mit massiven Beeinträchtigungen rechnen, bis hin zur Zerteilung des Ortes durch meterhohe Lärmschutzwände.

Grüntegernbach – In der Jahreshauptversammlung des CSU-Ortsverbands Tegernbach hat der wieder gewählte Ortsvorsitzende Hans Hagl (wir berichteten) das Thema Bahnausbau in Wasentegernbach zur Diskussion gestellt. Der CSU-Bundestagsabgeordnete für den Landkreis, Andreas Lenz, nahm dazu als Gastredner Stellung.

Hagl übte zunächst Kritik an der Info-Veranstaltung der DB-Netze im Oktober 2016 im Dorfener Sparkassen-Saal zum Bahnausbau der ABS 38 im Bereich der Stadt Dorfen. „Da war von Wasentegernbach nix dabei“, schimpfte er. Als Ortsvorsitzender sehe er sich in der Pflicht, „da was zu machen“. Politiker wie Lenz sollten dazu Stellung beziehen. Bürgermeister Heinz Grundner sehe er in der Sache „a bisserl zögerlich“. Man dürfe nicht alles der Dorfener Bürgerinitiative (BI) Bahnausbau übertragen.

Lenz erklärte, er habe derzeit auch keine neueren Erkenntnisse, die über den aktuellen Stand der Vorplanung hinausgehen. Generell müsse der Ausbau der ABS 38 in Dorfen wie auch in Wasentegernbach „so verträglich wie möglich“ erfolgen. Alle Beteiligten sollten bei der Planung versuchen „das Beste rauszuholen“. Jede Verbesserung vor Ort sei gut, müsse aber auch im Rahmen der Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit gesehen werden.

Klar sei laut Lenz jetzt nur, dass es Verbesserungen beim beschrankten Bahnübergang (BÜ) in Wasentegernbach geben werde. Nur mit riesen Glück war es dort in der Vergangenheit nicht zur Katastrophe gekommen, als die Schranken mehrfach nicht geschlossen waren, obwohl ein Zug durchfuhr (wir berichteten). Die DB werde in technische Verbesserungen des Bahnübergangs rund 1,3 Millionen Euro investieren und ein „Sechs-Augen-Prinzip“ bei der Schließung einführen. Die Maßnahme werde „gleich“ erfolgen und nicht erst, wenn der tatsächliche Ausbau komme. Franz Bauer wusste dazu, das Schrankenprojekt hänge im Genehmigungsverfahren, sollte aber eigentlich schon begonnen haben. Lenz versprach, er werde beim Bayerischen Eisenbahnamt in der Sache Druck machen.

Während des Umbaus der Schrankenanlage werde die ED 25-Ortsdurchfahrt am BÜ komplett auch für Fußgänger mehrere Wochen gesperrt, sagte Bauer. In der Zeit dürfe man die Durchfahrt beim Niedermaier nützen, habe der Eigentümer versprochen.

Der Landkreis und die DB seien derzeit im Gespräch, wie die Beseitigung des höhengleichen BÜ im Ort erfolgen könne, sagte der Referent. Dazu müsste die ED 25 nach Osten verlegt und unter der Bahn oder im Ort über die Gleise geführt werden. Keine der Varianten sei „vom Tisch“. Wenn eine Variante im Rahmen der Vorplanung „entscheidungsreif“ sei, werde es in Wasentegernbach eine Info-Veranstaltung geben. Damit könne man bis Ende des Jahres rechnen. Klar sei: „Ganz Wasentegernbach steht ein Lärmschutz zu.“

Der frühere Tegernbacher CSU-Ortschef Josef Grundner, der direkt an der Bahn wohnt, befürchtet, wenn die Gleislage bleibe, dann seien Bahndamm und Lärmschutzwände zehn Meter hoch. Man habe im Rahmen der Vorplanung eine „Eingabe“ zur Planung gemacht. Weil in Wasentegernbach der Bahndamm einige Meter hoch sei, müsste dieser nur abgetragen werden, um die Gleise abzusenken. „Das ist viel billiger als in Dorfen.“ Bauer sagte, er habe mit dem zuständigen ABS 38-Projektleiter Klaus-Peter Zellmer gesprochen. Der halte einen Trog für „nicht machbar“, habe aber die Idee der Absenkung der Gleise als „gut“ bezeichnet.

Neben dem Bahn-Thema gab es noch Ehrungen für langjährige CSU-Treue. Hagl und Lenz dankten für ihre langjährige Mitgliedschaft Ruppert Kurz (40 Jahre) und Ursula Stettner (25 Jahre).

Hermann Weingartner

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