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Beton macht unsere Heimat soll schöner: Aufgebrachte A 94-Anrainer fühlen sich von Werbebanner provoziert (v. l.): Nikolaus Rott, Franz Stadler, Bernhard Empl, Bartl Lohmayer, Annemarie Empl, Martin Stehbeck Annemarie Rott sowie Stephan und Resi Untergehrer.

A 94-Goldachtal-brücke

Anwohner über Beton-Werbung entsetzt

„Wir machen Ihr Viertel schöner. Denn Betonung kommt von Beton!“ So wirbt die am Autobahnbau beteiligte HABAU Group am Geländer der A 94-Goldachtal-Brücke gleich neben der Gemeindeverbindungsstraße Stollnkirchen-Schwindkirchen. Anrainer sind über diese Botschaft entrüstetet.

Von Hermann Weingartner

Schwindkirchen – Als Nikolaus Rott aus Seemühle das Banner vor einigen Wochen gesehen hat, empfand nicht nur er „die unverschämte Werbung als blanken Hohn“ für die leidgeprüften Anwohner in dem Bereich der A 94. Die Mehrheit der Bürger im Gemeindegebiet der Stadt Dorfen waren gegen eine A 94 im Isental und viele davon Jahrzehnte im erbitterten Widerstand gegen die Autobahntrasse aktiv und für den Ausbau der B 12. Dass jetzt gerade nach massiver Naturzerstörung gewaltige Betonbauwerke die Landschaft „verschönern“, wie der Text des Banners wohl suggerieren soll, ist für die Anrainer der A 94 im Goldachtal zwischen Schiltern und Schwindkirchen „eine unverschämte Provokation“, betonten Rott, Franz Stadler und weitere Anrainer.

Dem Vorarbeiter an der Brückenbaustelle hat Rott vor Wochen mitgeteilt, das Banner müsse mit Rücksicht auf die gewaltige Naturzerstörung und Landschaftsverschandelung, die die Anrainer hinnehmen müssen, „sofort weg“. Sogar das Anwesen samt Bauernhof von Martin Stehbeck bei Unterstollnkirchen musste dort für die Autobahn und eine große Rastplatzanlage weichen. Auch er protestierte. Und jetzt dieses Werbebanner an der A 94-Brücke. „Eine Unverschämtheit und unerträgliche Provokation“, schimpfen die aufgewühlten Anrainern gegenüber der Heimatzeitung. Die Autobahn habe Natur und Heimat „brutal zerstört und nun müssen wir auch noch so eine Werbung ertragen“, fasst Rott die Stimmung der Betroffenen an der Goldachtal-Brücke zusammen.

ARGE-Geschäftsführer Oliver Lauw sagte am Dienstag, bis zur Nachfrage unserer Zeitung habe er „keine Kenntnis“ von der Werbung gehabt. Zu der Aussage allgemein, dass Beton die Landschaft schöner mache, nehme er „öffentlich keine Stellung“. Den Ärger der Anwohner „nehmen wir aber ernst.“ Die Werbung werde entfernt, kündigte Lauw an.

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