Philipp Weber, Moritz Michl, Andi Empl, Angela Empl, Benny Oehler, Danielle Bücher und Alois Empl sind beim Videoclipdreh.
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... Und Action! Beim Dreh von „In the end you will go“ mit (v. l.) Kameraassistent Philipp Weber, Kameramann Moritz Michl, Schlagzeuger Andi Empl, Darstellerin Angela Empl, Frontmann Benny Oehler, Schauspielerin Danielle Bücher und Darsteller Alois Empl.

Apfel und Bier als Gage für Schauspieler

Neues Album von „The Drunken Dentists“ erscheint Ende Sommer

Die Band „The Drunken Dentists“ bringt Ende Sommer ihr neues Album raus. Zwei Videoclips sind schon jetzt auf Youtube zu sehen.

Dorfen – „Wir haben viel gespielt und uns vor jedem Auftritt einen neuen Namen überlegt“, erzählen die vier Freunde und Musiker, die ihrer Band dann aber doch einen dauerhaften Namen gegeben haben: „The Drunken Dentists“. Der erste große Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: sie erhielten den Sinnflut-Nachwuchspreis 2019. Das motivierte die „betrunkenen Zahnärzte“ natürlich noch mehr. Jetzt haben sie ihr ersten Album „The World’s spin“ aufgenommen und dafür gleich drei Videoclips für die ersten drei veröffentlichten Singles gedreht. Und zwar richtig professionell. Der Videoclip zu „In the end you will go“ wurde vor gut zwei Wochen auf Youtube veröffentlicht. Mittlerweile hat er über 2300 Aufrufe.

„The World’s spin“ hat ein „breites Spektrum an Themen. Roter Faden ist die Sozialkritik und Naturschutz“, sagt Benny Oehler, denn Naturschutz liegt nicht nur ihm sehr am Herzen. Er ist der Frontman, Sänger und Gitarrist der Band. „Naturschutz ist meine Profession. Wir sind in unseren Songs sehr politisch und thematisieren, was schief läuft auf der Erde“, erzählt der 24-jährige Dorfener. So ist bei ihren Texten auch jede Menge Kritik am Großkapitalismus rauszuhören. Oehler, der in Freising Landschaftsarchitektur studiert, hat die meisten Lieder komponiert. Die Obrigkeit zu kritisieren und die Welt zu verbessern sei schließlich das Privileg und sollte auch der Anspruch der Jugend sein, findet er. Im Album gibt es aber auch ein paar private Songs, die zwischenmenschliche Beziehungen zum Inhalt haben.

Arrangiert wurden die Songs zusammen im Probenraum im Jugi. Für Schlagzeug und Percussion ist sein Spezl Andi Empl zuständig, auch er ist 24 Jahre alt und studiert Produkt-Design in München, davor hat er eine Lehre als Schreiner in der Schreinerei Thalmeier absolviert. Auch Autos richten und seinen Kumpels die Haare schneiden sind einige seiner Talente. Oehler und Empl kennen sich seit der Grundschule.

Bassist „Crazy Steve“ alias Stefan Bauer stammt aus Klaus bei St. Wolfgang. Der Solo-Gitarrist ist mit 23 Jahren der Jüngste des Quartetts. Der ebenfalls 23-jährige Manuel Mayer-Lauingen stammt aus Schäftlarn, spielt E-Gitarre und studiert zusammen mit Oehler Landschaftsarchitektur.

Die Musik der „Drunken Dentists“ setzt sich aus unterschiedlichen Genres zusammen. Denn alle vier haben einen anderen musikalischen Background. Oehler den Reggae-Blues, Empl Indi-Rock, Bauer Punk-Rock und Mayer-Lauingen Classik-Rock. All diese Einflüsse fließen in ihre Songs ein. „Dieser Genre-Verhau macht eine interessante Mischung aus und ist insgesamt sehr stimmig“, meint Empl. Die Lieder sind in den vergangenen drei Jahren entstanden. An dem Album basteln die vier schon fast ein halbes Jahr. „Videos sind eine coole Kunstform, mit der wir unsere Texte besser widerspiegeln können“, ist der Schlagzeuger überzeugt.

Gut, dass die Jungs einen so großen Freundeskreis haben, mit Experten, die sich in den unterschiedlichsten Arten von Kunst auskennen und gerne bei den Videodrehs mitmachen. Ehrenamtlich versteht sich.

So war Moritz Michl für das Drehbuch, die Kamera und die Regie verantwortlich. Der 22-jährige Taufkirchener studiert Mediengestalter in München. Bereits mit elf Jahren erhielt er seine erste Videokamera und drehte seine ersten kleinen Clips. Richtig angefangen hat er dann mit Skater-Filmen. Mittlerweile hat er schon einige Musikvideos aufgenommen, unter anderem ein Rap-Video für eine Isener Formation. „Die Drunken Dentists haben mir freie Hand gelassen“, freut er sich über das aktuelle Projekt. Sein Kamera-Assistent ist der 23-jährige Philipp Weber aus Dorfen.

Das Video für die erste Single „Bunter Affe“, das bereits auf Youtube zu sehen ist und über 3800 Aufrufe hat, wurde in Dorfen an der Isen, auf einer Wiese bei Wimm, im Wald bei Burgrain und auf einer Straße bei Keidach gedreht. Vier Tage hat es gedauert, dann kam noch das Schneiden hinzu, das auch Michl übernahm. „Ich habe mich von den Liedern inspirieren lassen und wir haben dann mit den anderen meine Grundidee und die Art der Umsetzung abgesprochen“, erklärt der Taufkirchener. Empl meint dazu: „Wir wissen, dass er was Gutes macht.“ Seine Freundin Lola Runge (22) ist darin zu sehen. Sie hat schon Filmerfahrung, hat als Kind beim „Bullen von Tölz“ eine kleine Rolle gehabt. Sie stammt aus Burgrain und studiert Fotodesign, deshalb schaut sie im Video auch tiptop gestylt aus. „Sie hat ein gutes Auge für die Klamottenauswahl“, sagt ihr Liebster Empl. Er selber hat als Bub beim Markus-H.-Rosenmüller-Film „Perlmutter-Farben“ mitgemacht, ist filmisch also auch nicht mehr unbeleckt.

Die Hauptrolle beim zweiten Video spielt Danielle Bücher aus Forstern. Die 23-jährige hat eine Schauspielschule in München besucht und nutzt die coronabedingte Auftragsflaute gerne, um ihren Freunden zu helfen. Sie war schon in „Aktenzeichen XY“ im ZDF und in „Singles’ Diaries“ auf ProSieben zu sehen. „Als Gage gibt es einen Apfel und eine Halbe Bier“, erzählt sie grinsend. Zwei Tage dauerte der Dreh, der erste Tag 20 Stunden lang von vier Uhr in der Früh bis Mitternacht. Gedreht wurde in Waxeneck 1, bei einer der Dorfener Tankstellen und in Eppenhönning bei Kaidach. Dort wohnt Andi in einer WG, und all die Freunde haben hier schon viele fröhlich-kreative Abende verbracht.

„In the end you will go“ heißt der Song im zweiten Video. Er erzählt von einer Alltagssituation. „Die Beziehung ist festgefahren, man ist zusammen, aber es gibt keine Wertschätzung mehr. Irgendwann muss man ausbrechen und an der Situation was ändern“, fast Oehle den Inhalt zusammen. Das Video sei eine Analogie dazu. „Das Mädchen (Bücher; Anm. d. Red.) muss raus. Es ist eine coole, schöne Idee und jeder kann es nachempfinden.“ Eine der insgesamt zwölf Szenen wurde im Esszimmer von Michls Eltern gedreht. Es zeigt, wie das Mädchen mit seinen Eltern beim Essen sitzt, resigniert und genervt vom Elternhaus. Der Dreh sei zwar anstrengend, aber mache total Spaß, weil man im Freundes- und Bekanntenkreis sei, findet Oehler. Alles sei reibungslos abgelaufen, weil es gut vorbereitet und durchgeplant gewesen sei. Schließlich sei man filmtechnisch sehr gut aufgestellt. Dass die Musiker beim Dreh nur eine untergeordnete Rolle spielen, findet er okay, denn das schauspielerische Talent liege bei den anderen.

Das Album erscheint Ende des Sommers. Zu kaufen gibt es die CD im Johanniscafé und im Power Plant in Dorfen sowie über iTunes online. Die Videos sind abrufbar auf Youtube unter „The Drunken Dentists“ oder auf dem Kanal des Künstlerkollektivs „Crazy Records“. Kostenlos kann man die Singles und das Album auf Musikstreamingplattformen im Internet wie Spotify anhören.

Birgit Lang

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