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Zölibat, Schüler-Demos oder Artenschutz: Diözesanjugendpfarrer Richard Greul (r.) beantwortete die Fragen der Firmlinge aus dem Dekanat Dorfen ernsthaft und humorvoll. 

Auf dem 5. Dekanatsfirmlingstag rücken 130 Firmlinge Umwelt und Natur in den Mittelpunkt

Ein Tag für Glaube und Zukunft

„Gemeinsam die Welt retten“ – dieser Aufgabe stellten sich knapp 130 Firmlinge aus dem Dekanat Dorfen auf dem 5. Dekanatsfirmlingstag.

VON MONIKA KRONSEDER

Schwindkirchen –„Gemeinsam die Welt retten“ – dieser Aufgabe stellten sich knapp 130 Firmlinge aus dem Dekanat Dorfen im Schwindkirchener Wolfgang-Meier-Haus. Dort fand der 5. Dekanatsfirmlingstag mit Diözesanjugendpfarrer Richard Greul statt. Der Langengeislinger beantwortete geduldig die Fragen des jungen Publikums, ehe der Nachmittag mit dem Jugendgottesdienst ausklang.

In Workshops wurde den Jugendlichen unter Federführung der Dekanatsratsvorsitzenden Irmgard Schoder ein abwechslungsreiches Programm geboten. Pastoralassistent Toni Emehrer studierte mit seiner Gruppe die Lesung ein. Dabei wurde gemeinsam überlegt, was uns die Bibel zum Thema Zukunft sagt. Jugendseelsorgerin Eva-Maria Widl und Religionslehrerin Barbara Ulber erarbeiteten mit den Firmlingen die Fürbitten.

Was ein Handy mit ausbeuterischer Kinderarbeit und dem Krieg um den Zugang zu kostbaren Rohstoffquellen im Kongo zu tun hat, erfuhren die Jugendlichen im Workshop von Mathias Bischke vom Verein BAGS („BildungsArbeit Global Sozial“). Umweltzerstörung war das Thema von Jutta Wieser. Silvia Müller erklärte den Firmlingen von A (Äpfel aus der Region) bis Z (Wassersparen beim Zähneputzen), wie wichtig es im Alltag ist, ein Gespür für den Umweltschutz zu bekommen. Martine Driessen informierte über Fair-Trade- und Bio-Labels für Kleidung und Nahrungsmittel.

Ein Team der Malteser Dorfen/Erding/Flughafen bot einen Erste-Hilfe-Kurs an. Mit Geo-Caching konnte unter Anleitung von Martin Kolbinger und Monika Müller die Umgebung erkundet werden. Einen interessanten Vortrag über Artenvielfalt und Bienen boten Sebastian Weber und Regina Haindl ihren jugendlichen Zuhörern. Es wurden auch Palmbuschen gebunden und Brotzeitbrettl gestaltet. Für das leibliche Wohl sorgten Helfer vom Dekanatsrat und der Pfarrei Dorfen sowie der Workshop mit Christine Haindl, indem fleißig Gemüse aus der Region geschnipselt und zusammen mit selbst gemachten Dips in der Pause angeboten wurde.

In der Fragestunde skizzierte Greul unterhaltsam seinen Weg vom Ministranten über den Bankangestellten zum Diözesanjugendpfarrer. Er berichtete aus seiner Kindheit, in der er Tischdecken der Mutter zerschnitt und als Messgewand zweckentfremdete; erzählte vom Versuch, beim Vater aus dem Weinregal einen „Messwein“ zu ergattern und von Oblaten, die zum Lebkuchenbacken gedacht waren, die er allerdings als Hostien verbraucht hatte.

Ernster wurde es bei der Frage, was er denn vom Zölibat, der priesterlichen Ehelosigkeit, halte. Greul betonte, dass er den Zölibat schätzen gelernt habe, weil er sich so uneingeschränkt, ohne familiäre Verpflichtungen, auf seine umfangreiche Arbeit konzentrieren könne.

Auf die Frage, was er denn von den aktuellen Fridays-For-Future-Demonstrationen halte, zitierte Greul eine Regel des Heiligen Benedikt, vor einer schwierigen Entscheidung zuerst seine Brüder, vor allem die Jüngsten, zu fragen. Denn oft gebe der Heilige Geist den Jüngsten den klügsten Rat. Und darum befürwortet Greul diese Aktionen durchaus. Schließlich gehe es ja um die Zukunft der Kinder und Jugendlichen.

Auf das Artenvielfalt-Volksbegehren „Rettet die Bienen“ angesprochen, meinte Greul, er habe in seiner Zeit bei der Katholischen Landjugend gelernt, auf die regionale Herkunft der Lebensmittel zu achten. Er persönlich habe ein Problem mit Monokulturen wie Mais, die nicht als Nahrung für Mensch und Tier, sondern nur zur Bio-Energiegewinnung angebaut werden. Er hoffe auf ein Umdenken.

Der abschließende Jugendgottesdienst rundete das Thema anschaulich ab. Für den musikalischen Schwung sorgte die Rhythmusgruppe um Balthasar Nußrainer aus Isen.

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