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Ein Stück Geschichte: Der Bebauungsplan „Zeilhofen-Oberdorfen“, der kaum noch lesbar ist.

Bebauungsplan Zeilhofen-Oberdorfen

Aufhebung bringt neuen Wohnraum

Dorfens Stadtrat folgt dem Gebot, neue Wohnbauflächen möglichst durch Innenraumverdichtung zu schaffen, bevor neue Flächen verbaut werden. In der Oberdorfener Siedlung ermöglicht die Aufhebung eines uralten Bebauungsplans, der jungen Generation vor Ort zu bleiben.

Dorfen – Fast schon eine Rarität ist der Bebauungsplan Nummer 70 Zeilhofen-Oberdorfen. Die Bauverwaltung hatte Probleme mit dem antiquierten, schon etwas vergilbten Plan, „weil die Lesbarkeit mit den Festsetzungen teilweise nicht mehr gegeben ist“, erklärte Bauamtsleiter Franz Wandinger im Stadtrat. Zudem wurde im Stadtrat über eine von 15 Anwohnern beantragte Aufhebung dieses Bebauungsplans beraten.

Hintergrund des Antrags ist, dass nach dem Gebot zur Nachverdichtung des Innenraums auf den Grundstücken bezahlbarer Wohnraum für nachfolgende Generationen geschaffen werden kann, heißt es in einem Schreiben der Rechtsvertretung der Antragsteller. Entsprechende Bauanträge seien in den vergangenen Jahren aufgrund des gültigen Bebauungsplanes gescheitert.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans von 1972 umfasst außerhalb der Bebauung Seebacher Feld und Am Seebach im wesentlichen die Oberdorfener Siedlung links und rechts der Durchgangsstraße (Zeilhofener Straße) mit rund 250 bebauten und vier noch unbebauten Grundstücken. Der „physische Zustand“ des Plans sei bedenklich, sagte Wandinger. Zehn Änderungen habe es im Laufe der letzten 40 Jahre gegeben, die teilweise einfach mit einem Stift eingetragen und Linien nachgezogen worden sind. Das sei „rechtlich bedenklich“. Die letzte, die 10. Änderung, war 2011 mit Festsetzungen für zwei Grundstücke am nördlichen Siedlungsrand beschlossen worden.

Martin Heilmeier (LDW) hatte „leichte Bedenken“, etwa dass ohne Bebauungsplan hohe Stützmauern und Einfriedungen entstehen oder die freien Grundstücke zu massiv bebaut werden könnten. Er hofft, „dass die Leute vernünftig sind“. Betroffen seien von einer Aufhebung auch teilweise städtische Grundstücke südlich des Seebacher Rad- und Fußwegs, die Anwohner als Schrebergärten nützen. Möglicherweise würde die Stadt mit einer Überarbeitung des alten Plans „besser fahren“ mit geordneten Verhältnissen, meinte Heilmeier.

Wandinger erklärte, die Schrebergärten seien auf städtischem Grund und als „Grünfläche“ festgesetzt. Sie werden mit der Aufhebung des Bebauungsplans zum Außenbereich. Jedes Bauvorhaben sei dort dann „genehmigungspflichtig“ und müsste einzeln im Bauausschuss beraten werden. Im Siedlungsbereich gelte nach Aufhebung der Paragraf 34 Baugesetzbuch. Danach müssen sich Neubauten in die Umgebung einfügen. Weil dort nur ein- oder zweistöckige Wohnhäuser stehen, seien vor allem höhere, massivere Gebäude nicht möglich, auch wegen der „jetzt schon knappen Abstandsflächen“.

Einstimmig wurde beschlossen den alten Bebauungsplan Zeilhofen-Oberdorfen aufzuheben. Nur der Bereich für die 10. Änderung bleibt aber als eigenständiger Bebauungsplan bestehen.

Hermann Weingartner

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