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Rührende Szene: Das Liserl (Margarethe Stehbeck) betet für ihre Pflegeeltern, die Leitenbauers, während Bauernsohn Lorenz (Sepp Mayer jun.) die unglückliche Magd Leni (Kathrin Mühlhuber) zu trösten versucht.

Aufregung und Intrigen um ein Findelkind

Wasentegernbach - Zwei Premieren an einem Abend gab es im Trachtenheim Wasentegernbach. Das Volksstück s’Findlkind wurde erstmals aufgeführt, und die zehnjährige Margarethe Stehbeck debütierte in einer Hauptrolle.

Gut zwei Monate haben die Wasentegernbacher Trachtler für ihr unterhaltsames Weihnachtstheater geprobt. Der Vierakter von Alois Bach spielt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im bayerischen Alpenraum. Authentisch die Kostüme, gelungen die Arbeit der Maskenbildnerinnen Birgit Zacherl, Liese Weichselgartner, Sabine Stehbeck und Susanne Fischaleck.

1870/71 bekriegen sich Deutsche und Franzosen. Lorenz, der einzige Sohn der Leitenbauers wird nach seinem Kriegsdienst vermisst. Während der Leitenbauer (Michael Schlickenrieder) und sein Weib, die Lisl (Elfriede Mangstl), an der Ungewissheit über ihren Sohn verzweifeln, taucht ein Findelkind auf. Als ein Brief bei dem Neugeborenen entdeckt wird, bleibt dem Bauern keine Wahl mehr: Ohne dass sich der Absender zu erkennen gibt, bittet er, das Kind christlich und anstelle des vermissten Sohnes aufzuziehen. Diese Wendung missfällt dem Vetter Schirkl (Gerhard Mayer), der nach dem Ausbleiben des Bauernsohns Lorenz auf den Hof des Leitenbauers spekuliert. Mit dem Findlkind gibt es aber jetzt plötzlich wieder jemanden, der den Hof weiterführen kann.

Der zweite Akt spielt acht Jahre später. Lorenz ist noch immer nicht zurückgekehrt, das Findlkind Liserl ist zu einer munteren, hilfsbereiten Frohnatur geworden, rührend und mit großer Sicherheit von Margarethe Stehbeck gespielt.

Alles andere als eine Frohnatur ist die Magd Leni (Kathrin Mühlhuber). Todunglücklich arbeitet sie seit einem Jahr auf dem Leitenbauerhof . Vom Bauer erbittet sie, den Hof verlassen zu dürfen. Es wird eine Bedenkzeit vereinbart. Leni soll mit dem Pflegekind Liserl einige Tage auf der Alm arbeiten. Während dieser Zeit kommt der verloren geglaubte Sohn Lorenz (Sepp Mayer jun.) aus der Gefangenschaft zurück.

Bilder vom Wasentegernbacher Weihnachtstheater 

Das Wiedererkennen wird zunächst von Anzug, Vollbart und Zylinder erschwert. Bald aber fallen sich Sohn und Eltern in die Arme. Zwischen den Akten verwandelt sich Lorenz wieder in einen hemdsärmeligen Bauern in Lederhosen. So erkennt ihn die zurückkehrende Magd Leni sofort wieder, als eine Jahre zurückliegende Liebschaft, die sie nie vergessen konnte. Doch einer Romanze stehen noch viele unausgesprochene Probleme im Weg. Und würden Lenis rätselhafter Kummer nicht genügen, mischt sich auch der niederträchtige Vetter Schirkl wieder ins Geschehen. Mithilfe seiner Tochter Brigitt (Liese Weichselgartner) versucht der Erbschleicher erneut den Leitenbauerhof an sich zu reißen.

Wenn auch im letzten Akt die Souffleuse (und zugleich Spielleiterin) Marlene Rampl zum Einsatz kam, überzeugte das eingespielte Team im nur halb besetzten Vereinssaal. Während der Umbaupausen zwischen den Akten spielte die Trachtenkapelle Wasentegernbach schmissige Volksmusik.

Weitere Aufführungen:

Freitag, 30. Dezember, 20 Uhr; Sonntag, 1. Januar, 18 Uhr; Mittwoch, 4. Januar, 20 Uhr; Freitag, 6. Januar, 14 Uhr; Samstag, 7. Januar, 18 Uhr; Sonntag, 8. Januar, 14 Uhr.

Kartenvorbestellungen sind unter Tel. (0 80 82) 81 22 werktags von 15 bis 19 Uhr möglich.

Fabian Holzner

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