Büro mit Aussicht: Der neue Kirchenverwaltungsleiter Daniel Helmecke blickt vom Pfarrhaus auf die Dorfener Innenstadt herab.
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Büro mit Aussicht: Der neue Kirchenverwaltungsleiter Daniel Helmecke blickt vom Pfarrhaus auf die Dorfener Innenstadt herab.

Neuer Kirchenverwaltungsleiter in der Pfarrei Dorfen

Aus der Gastronomie in den Kirchendienst: Daniel Helmeckes neue Aufgabe

  • vonTimo Aichele
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Daniel Helmecke ist neuer Verwaltungsleiter der Pfarrei Dorfen. Der 3. Bürgermeister von Berglern war zuvor Betriebsleiter des Erdinger Weißbräu.

Dorfen – Pfarrgemeinden sind wie kleine Unternehmen. Es gibt Budgets und Haushalte, Mitarbeiter müssen betreut und Gebäude bewahrt werden. Die Verantwortung für all diese organisatorischen Tätigkeiten lag früher alleine bei den Priestern, seit ein paar Jahren werden immer mehr Kirchenverwaltungsleiter eingestellt. Neu auf diesem Posten ist in Dorfen Daniel Helmecke. Der 40-jährige Berglerner hält damit dem ebenfalls neuen Stadtpfarrer Pater Szczepan Matula den Rücken frei.

Und es gibt viel zu tun. Eine große Aufgabe werde die weitere Sanierung der Marktkirche sein, berichtet Helmecke im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Gotteshaus ist seit 2012 innen eingerüstet. Aber jetzt gehe es endlich weiter. Die Zimmererarbeiten für die Dachstuhlsanierung stehen an. Nun wird die Kirche auch außen eingerüstet. Zudem gebe es zwölf Filialkirchen. Auch dort hätten die Mesner Anliegen baulicher Art.

„Ich bin regelmäßiger Kirchgänger“, erzählt der Berglerner, der mit seiner Frau Evi Helmecke drei Kinder im Alter von vier bis elf Jahren hat. Die Kirche sei ihm immer nah gewesen, seine Frau singe im Kirchenchor und habe sich lange im Pfarrgemeinderat Berglern engagiert. Seine Tochter sei derzeit Ministrantin.

Helmecke ist verwurzelt im kirchlichen Leben und dem Ehrenamt in seinem Heimatort. Der 40-Jährige engagiert sich schon in der zweiten Wahlperiode im Gemeinderat und ist seit Mai auch Dritter Bürgermeister.

„Es gibt kaum einen Verein, wo ich nicht dabei bin“, erzählt Helmecke, der sich besonders dem Sportverein verbunden fühlt. Dort ist er Jugendleiter und Jugendtrainer. „Und ich helfe in der AH aus, wenn man mich braucht.“ Am liebsten spielt er im Mittelfeld.

Ein Kaufmann mit tiefen Wurzeln im Dorfleben – das passt perfekt für einen solchen Job, könnte man denken. Beruflich ist es aber eine ziemliche Veränderung für Helmecke. Der Reiseverkehrskaufmann hatte 2007 seinen Fachwirt für Touristik gemacht und seitdem in der Gastronomie und Hotellerie gearbeitet. 13 Jahre lang kannte man ihn in Erding als Betriebsleiter von Hotel und Gaststätte des Erdinger Weißbräu an der Langen Zeile. „Das war eine Lebensentscheidung“, sagt der 40-Jährige. „Gastro und Hotellerie ist ein Job, den man nur eine begrenzte Zeit machen kann.“

In seiner neuen Anstellung könne er Beruf und Familie viel besser miteinander vereinbaren. Im Pfarramt in Dorfen habe er jetzt einen normalen Vollzeit-Bürojob von Montag bis Freitag. „Das macht’s a bisserl strukturierter.“ Und spannend sei das Aufgabenfeld allemal. Ein Anstoß sei gewesen, als sich der neue Verwaltungsleiter des Pfarrverbands Wartenberg in der Berglerner Pfarrversammlung vorgestellt hat.

Helmeckes Aufgabenbereich ist nun die betriebswirtschaftliche Seite in der Pfarrgemeinde: das Personal mit etwa 20 Mitarbeitern, der Haushalt und die vielen Liegenschaften. Hier dankt er seinem Vorgänger Richard Fugmann, der sich im März beruflich verändert habe, und Kirchenpfleger Georg Brielmaier der in der Zwischenzeit Verantwortung übernahm. „Er hat die komplette Übergabe mit Herrn Fugmann gemacht.“ Dann habe Brielmaier in der ganzen Corona-Zeit so gut es ging die Geschäfte geführt, berichtet Helmecke anerkennend – „und das alles ehrenamtlich“.

Helmecke beginnt nun in einer Zeit, in der zumindest vorläufig eine gewisse Normalität nach Corona in die Arbeit der Pfarrei einkehrt. „Es war uns ein großes Anliegen, dass das Pfarrbüro wieder geöffnet wird“, sagt Helmecke. Und wie es geöffnet hat. Das Telefon von Pfarrsekretärin Julian Eschler und ihren Kolleginnen glüht förmlich. Ein Grund ist die Notwendigkeit, sich für Gottesdienste anzumelden. Die Kirchen seien „neu vermessen worden“, um festzustellen, wie viele Gläubige an Gottesdiensten teilnehmen können, erzählt Helmecke.

Auch öffne nun das Pfarrheim Stück für Stück. Ein Testlauf sei abgeschlossen, erzählt Helmecke. Nun können Chöre, Eltern-Kind-Gruppen oder Musikensembles wieder hinein – allerdings nur in den Pfarrsaal. Alle anderen Räume sind zu klein, um die nötigen Abstände einzuhalten.

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