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Für eine Umbenennung der ÜWG in Freie Wähler Dorfen ist der ÜWG-Fraktionschef Josef Jung (r., am Rednerpult). Er sieht darin nur Vorteile.

Bessere Chancen bei Wahlen

Aus der ÜWG sollen Freie Wähler werden

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Soll sich die Überparteiliche Wählergemeinschaft (ÜWG) Dorfen in Freie Wähler Dorfen umbenennen? Diese Frage ist am Donnerstag bei einem ÜWG-Informationsabend erstmals öffentlich diskutiert worden.

Dorfen – Für den ÜWG-Fraktionschef Josef Jung ist eine Umbenennung sinnvoll, um als Freie Wähler mehr Erfolg haben zu können. Doch nicht alle Mitstreiter sind davon begeistert, die seit über 50 Jahre bestehende ÜWG aufzulösen.

FW-Kreisvorsitzender Rainer Mehringer richtete einen leidenschaftlichen Appell an die ÜWG-Mitglieder, sich auch formell durch eine Namensänderung den Freien Wählern anzuschließen. Die FW müsstene als eine Vereinigung, als eine Partei wahrgenommen werden. Die Wähler könnten die verschiedenen Namen, unter denen parteiunabhängige Gruppierungen in Kommunen aktiv seien, nicht als eine Gruppierung einordnen. Das sei aber gerade jetzt, wo die Freien Wähler in Bayern auch in der Regierungsverantwortung stünden, „überaus wichtig“, sagte Mehringer.

Die ÜWG sei mit Doris Minet Teil der FW-Kreistagsfraktion. Sie sei eine Persönlichkeit, die bei Insidern bestens bekannt sei. Zuzügler aber könnten nicht verstehen, warum Minet in Dorfen für die ÜWG im Stadtrat sitze und in Erding im Kreistag für die FW. „In der heutigen Welt braucht man einen deutlichen Markennamen, um erkannt zu werden, um identifiziert und wahrgenommen zu werden. Sonst geht man im allgemeinen Brei unter“, argumentierte Mehringer. Überdies würden FW-Ortsvereine von der Landesvereinigung finanziell unterstützt.

Stefan Hintzen ist von einer Auflösung der ÜWG nicht begeistert, wie er klar machte. Er warb dafür, „die drei Buchstaben nicht einfach aufzugeben“. Für ihn und Robert Vielhuber wäre etwa FW/ÜWG Dorfen denkbar.

Mehringer riet dringend davon ab. So eine Namenskoppelung würde wieder keine Klarheit bringen. Im übrigen müsse ohnehin erst geprüft werden, ob das mit der Satzung der Freien Wähler vereinbar sei. Für wichtig hielt es Mehringer auch, darauf zu verweisen, „dass die Ortsgruppen „vollkommen selbstständig“ bleiben. „Wir begleiten, wir flankieren, wir bieten Hilfe an. Überstülpen tun wir gar nichts.“

Der FW-Kreisvorsitzende erinnerte daran, dass in 15 Monaten Kommunalwahlen sei. Hier könnte die ÜWG, wenn sie als Freie Wähler antreten würden, durchaus vom Aufschwung der FW landesweit profitieren. „Dorfen als zweitgrößte Stadt im Landkreis muss im Kreistag stärker vertreten sein. Das braucht etwas mehr Selbstbewusstsein“, so Mehringer. Als Freie Wähler könnten vielleicht auch Kandidaten gewonnen werden, die als ÜWG nicht erreicht werden. Als „Selbstverständlichkeit“ sieht es Mehringer an, dass eine FW Dorfen mit einem eigenen Bürgermeisterkandidat antreten sollte. „Das gehört zum Selbstverständnis.“

Eine Entscheidung über eine Umbenennung soll Anfang 2019 fallen.

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