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Politik im Wirtshaus: Überschaubar war gestern die Zuhörerkulisse des CSU-Stammtisches im Vereinsheim des Trachtenvereins d’Stoarösler in Dorfen.

Neues Gutachten gefordert

B 15-Umfahrung: CSU gegen Gefühlsduselei

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Schluss mit rot-grünen Verkehrsgefühlen. Bei der Diskussion um die Notwendigkeit einer B 15-Ortsumfahrung will die CSU-Stadtratsfraktion belastbare Zahlen.

Dorfen – Mit der Eröffnung der A 94 im Herbst soll die Stadt ein Gutachten über die Verkehrsbelastung auf der B 15 in Dorfen in Auftrag geben. Einen entsprechenden Antrag wollen die Christsozialen demnächst in den Stadtrat einbringen. Das kündigte Fraktionssprecher Michael Oberhofer gestern beim Stammtisch des Dorfener CSU-Ortsverbandes an. Für Oberhofer ist es längst überfällig, Diskussionen um die Verkehrsbelastung mit Fakten zu führen, „und nicht mit Gefühlen“. Oberhofer kritisiert hier insbesondere Umweltreferent Gerald Forstmaier, der seine Argumentation auf überalterte Zahlen aufbaue. Es gehe nicht an, dass die Grünen aufgrund eines zehn Jahre alten Gutachtens, das drei Viertel des Verkehrs als hausgemacht ansehe, jegliche Diskussion um eine Ortsumfahrung für überflüssig hielten. Hier brauche es neue Fakten, nicht nur hinsichtlich der Verkehrszahlen sondern auch der Lärm- und Feinstaubbelastung.

Alois Fellermayer warf dem Stadtrat und damit auch seinen Parteifreunden vor, es im Zuge der langen Diskussion und der Planung der A 94 versäumt zu haben, alles daran zu setzen, dass die B 15 nicht zum Hauptzubringer zur A 94 wird. Und Florian Czech kritisierte, dass die derzeit im Stadtrat diskutierten Umbaubaumaßnahmen „nichts anders als kosmetische Maßnahmen“ seien, die das Verkehrsproblem auf der B 15 durch Dorfen nicht lösen würden.

Das räumte Bürgermeister Heinz Grundner auch ein. Die Stadt müsse damit leben, dass die B 15 eine Durchgangsstraße sei. Ampelanlagen und Verkehrsinseln würden die Verkehrsbelastung sicher nicht reduzieren. Mittelfristig gelte es, „eine dauerhaft adäquate Lösung zu finden“, den Verkehr zu verringern. Im Bundesverkehrswegeplan, der bis 2030 gelte, sei die B 15 neu nicht im vordringlichen Bedarf. Der Landkreis Mühldorf lehne die raumgeordnete Trasse auf seinem Gebiet ab, weshalb sich der Freistaat auf keine Trasse festlege. Das bedeute, das der Bund keinen Grund sehe, die B 15 neu voranzutreiben. Das Wort Umfahrung sprach Grundner nicht aus. Für ihn ist es nur notwendig, „eine dauerhafte Entlastung von Nord nach Süd zu bekommen“.

Stoarösler-Chef Anderl Schweiger prophezeite mit der Eröffnung der A 94 das „totale Verkehrschaos“ für Dorfen. Durch die Einführung der Mautpflicht auf Bundesstraßen sei schon jetzt zu beobachten, dass immer mehr Lastwagen auf Staatsstraßen ausweichen. Wenn die A 94 fertig sei, würden ab Weidenbach spätestens aber Schwindegg Lkws von der Autobahn abbiegen und auf der Staatsstraße durch Dorfen nach Erding und dann weiter zum Flughafen fahren. Dadurch würden sich die Spediteure bis zu 100 Kilometer Mautgebühren sparen.

Stadtchef Grundner sagte darauf, wenn der Schwerlastverkehr auf diese Weise in Dorfen tatsächlich zunehmen, müsse geprüft werden, inwieweit die Stadt eine Durchfahrtsmaut erheben könne. Eine solche würde Lkws auf Autobahnen halten.

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