Guter Platz: Der Garten des Marienstifts ist ein möglicher Standort für die neue Kinderkrippe. Foto: Weingartner

Neue Krippe am Marienstift

Baby-Boom in Dorfen

Überall hört man Wehklagen über zu wenig Nachwuchs. Nicht so in Dorfen. Ein kleiner Baby-Boom macht jetzt sogar den Bau einer weiteren zweigruppigen Krippe notwendig. Der Stadtrat hat dazu grünes Licht gegeben.

Dorfen – Die Zahl der Babys steigt erfreulicherweise in Dorfen. Das bedingt auf der anderen Seite, entsprechende Infrastrukturen zu schaffen. Nun gehen die Krippenplätze aus. Als notwendig wurde daher der Krippenneubau von Kindergartenreferentin Barbara Lanzinger (CSU) bezeichnet: „Der Bedarf ist da.“

Nach dem Ausbau einer zweigruppigen Krippe am Kindergarten Unterm Regenbogen sei in der Bedarfsplanung mittelfristig eine weitere Betreuungseinrichtung bereits geplant gewesen, berichtete die Leiterin der Finanzveraltung, Maria Bauer. Dies sollte im Zusammenhang mit Baulandausweisungen im Rahmen eines Folgekostenvertrags finanziert werden.

Bei der Einschreibung für 2016/17 hätten sich überdurchschnittlich viele Kinder für eine Krippenbetreuung eingeschrieben, informierte Bauer. Nun kurzfristig zusätzliche Krippenplätze zu schaffen, habe mehrere Gründe. So habe sich die Zahl der ein- bis dreijährigen Kinder in den letzten Jahren „leicht erhöht“. Und es gebe „überdurchschnittlich“ viel Anmeldungen. In den Kindergärten seien bisher auch verstärkt Kinder knapp unter drei Jahren aufgenommen worden. Dies sei aber immer weniger möglich, weil die Anzahl der Kinder mit besonderem Förderbedarf „ständig steigt“ und die rechnerisch drei Plätze belegten. Und bei der künftigen baulichen Entwicklung müsse man davon ausgehen, dass die Zahl der unter Dreijährigen nicht sinke.

Nach Prüfung von geeigneten Flächen stellte Bauamtsleiter Franz Wandinger zwei mögliche Standorte für den Krippenneubau vor. Einer befinde sich im Bereich des Bebauungsplans „Am Marienstift“. Das ist eine rund 2300 Quadratmeter große Grünfläche, direkt anschließend am städtischen Friedhof. Da müsste der Bebauungsplan geändert werden. Nicht so bei der zweiten Fläche im Garten der städtischen Senioreneinrichtung.

Die Fläche gegenüber dem Marienstift ist als Erweiterung für den Gottesacker vorgesehen. Auf der Westseite am Friedhof könnte die Krippe entstehen und der südliche Grünstreifen weiter als Erweiterung des Friedhofs dienen. Weil es immer mehr Urnengräber und weniger Erdbestattungen gebe, habe man auch seitens der Verwaltung keine Bedenken, der Friedhof könnte künftig zu klein werden. Der zweite Standort liegt direkt im Garten auf der Südseite, im Anschluss an den großen Mehrzweckraum. Die Kosten bezifferte Wandinger „überschlägig“ auf insgesamt rund 700 000 Euro.

Dorette Sprengel (GAL) kritisierte die Verwaltung, weil keine weiteren Alternativen vorgeschlagen wurden. Auch die Eile missfiel der Grünen-Stadträtin. Sie ärgere sich „über den Zeitdruck“, denn die Entwicklung hätte man doch früher erkennen können. Auch Ursula Frank-Mayer (GAL) forderte, man müsse das Projekt schon gründlich überlegen.

Stadtkämmerin Maria Bauer wies den Sprengel-Vorwurf zurück. Die Anmeldung zur Krippe laufe anders als beim Kindergarten. Da ließen sich keine so genauen Vorhersagen machen.

Sehr gut gefallen hatte den Stadträten der Standort im Marienstift-Garten. Kinder und Senioren zusammen sei eine gute Situation, von der beiden Seiten profitieren könnten. Beschlossen wurde, einen zweigruppigen Kindergarten zu errichten. Die Verwaltung hat beide Flächen zu prüfen. Die weiteren baurechtlichen Entscheidungen werden dann im Bau- und Verkehrsausschuss getroffen.

Gegen den Beschluss stimmte Annemarie Empl (GEM). Sie hatte als Standort das Jugendzentrum an der Jahnstraße, gleich neben dem bestehenden Kindergarten, vorgeschlagen. Das JZ könnte man ja „auslagern“, etwa in Bahnhofsnähe. Es wäre für das JZ auch zumutbar, in einem Container unterzukommen. Der Vorschlag fand allerdings keine Unterstützung. Frank-Mayer betonte, das „JZ hat ein Bleiberecht, einfach absiedeln – so ned“. Das forderte auch Martin Bachmaier (CSU).

Hermann Weingartner

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