Lokaltermin: SOB-Chef Kraller, Instandhalter Kugler und Marketinleiter Krause inspizieren die ausgeliehenen Waggons aus Nordrhein-Westfalen.

Bahnstrecke München-Mühldorf

Pendler sollen besser reisen

Dorfen - Alles soll besser werden zwischen Mühldorf und München: Die Südostbayernbahn (SOB) kündigt eine deutliche Angebotserweiterung zum Fahrplanwechsel im Dezember an.

Bestandteil der Angebotserweiterung sind die kritisierten Doppelstockwagen, die die SOB seit Dezember aus Nordrhein-Westfalen übernommen und gegen eigene getauscht hat (wir berichteten). Ende Februar sollen die eigenen Waggons zurückkommen, die Leihwagen aber in Mühldorf bleiben. Dann hat die SOB ab Dezember insgesamt 17 Doppelstockwaggons und zwei Doppelstock-Triebköpfe mehr. Wie die SOB bei einem Pressegespräch mitteilte, können dann 70 Prozent der Pendlerzüge nach München mit den großen Waggons gefahren werden. Lediglich in den Randzeiten kommen Triebwagen zum Einsatz, die alten einstöckigen Waggons werden ausgemustert. Dazu kommen mit dem Fahrplanwechsel mehr Verbindungen, abends gibt es einen zusätzlichen, späteren Zug.

Diese Verbesserungen sind Teil des neuen Betreibervertrags, den die SOB im vergangenen Jahr mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft vereinbart hat. Auch die Ausstattung mit Zugbegleitern soll verbessert werden. Ab Dezember gibt es keine Züge mehr, die ohne Zugbegleiter unterwegs sind, in langen Zügen gibt es zwei SOB-Mitarbeiter. Derzeit, das bestätigte SOB-Leiter Christoph Kraller, haben die Pendlerzüge nach München durch die andere Gestaltung der ausgeliehenen Doppelstockwaggons mit einem großen Mehrzweckabteil für Fahrräder und Gepäck bis zu sieben Plätze weniger. Bei den großen Pendlerzügen mit 500 bis 1000 Sitzplätzen können bis zu 21 Sitze weniger im Zug sein, erklärte Marketingleiter Matthias Krause, eine Zahl, die sich nach seiner Einschätzung nicht bemerkbar macht.

Grundsätzlich begrüßen die SOB-Mitarbeiter die andere Gestaltung der Waggons aus Nordrhein-Westfalen. Die Mehrzweckabteile kämen vor allem bei Fahrgästen mit Kinderwagen, Fahrrad oder viel Gepäck gut an. Die SOB-Verantwortlichen geben aber zu, dass die ausgeliehenen Waggons nicht dem Sauberkeitstandard der SOB entsprächen. Sie sähen zwar genauso aus wie die heimischen Waggons, hätten aber aufgrund des größeren Einsatzgebiets eine dreimal höhere Laufleistung. „Außerdem haben die in Nordrhein-Westfalen andere Sauberkeitsvorstellungen als die SOB“, sagt Josef Kugler, der für die Herrichtung der Waggons zuständig ist. Lackschäden außen, Überreste von Graffitis innen, zum Teil stark abgenutzte Kopfstützen oder schmutzige Treppen machen den Unterschied. Waggon für Waggon überarbeitet die SOB derzeit die Leihwagen, damit sie den gleichen Sauberkeits-Standart erhalten wie die eigenen Waggons.

Bis Ende Februar, wenn die eigenen Waggons zurück kommen, soll auch die Sanierung der NRW-Waggons abgeschlossen sein. SOB-Chef Kraller verteidigt den Waggontausch. „Wir sind Teil des Konzerns. In der Vergangenheit haben wir meist davon profitiert.“ Diesmal musste die SOB aushelfen, weil in Nordrhein-Westfalen Waggons gebraucht werden, die 160 Stundenkilometer schnell fahren können.

Markus Honervogt

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