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Der Bahnübergang soll bleiben, fordern Bürger, weil der Übergang Durchgangsverkehr aus dem Ort Wasentegernbach raushalte.

Wasentegernbacher fordern

Bahnübergang soll bleiben

Der beschrankte Bahnübergang in Wasentegernbach hält Bahn und Bürger in Atem. Eine jetzt geplante Sicherungstechnik der Schrankenanlage droht am Grunderwerb zu scheitern. Und viele im Ort wollen ihren Bahnübergang nach dem geplanten zweigleisigen Bahnausbau behalten.

Von Hermann Weingartner

Wasentegernbach – Vom Bahnausbau mit möglichen, meterhohen Lärmschutzwänden an der Strecke ABS 38 (München - Mühldorf - Freilassing) ist nicht nur die Stadt Dorfen betroffen, sondern auch der Ortsteil Wasentegernbach. Während man in Dorfen nicht wirklich von einer Teilung der Stadt sprechen kann, würden Lärmschutzwände in Wasentegernbach wie die frühere Berliner Mauer in Berlin den Ort tatsächlich mittendurch in zwei Teile trennen. Aber in Wasentegernbach geht es „leiser“ zu als in Dorfen bei der Forderung nach Verbesserungen im Zuge des Bahnausbaues. Öffentlich hört man trotz möglicher Zerschneidung des Orts wenig.

Die Heimatzeitung fragte nun im Ort nach, wie die Stimmung unter den Anwohner ist. In einer Runde mit einigen Bürgern sowie dem früheren Stadtrat Franz Bauer und Stadtrat Josef Wagenlechner (TEG) wurde das Thema Bahnausbau beredet. Bauer sagte: „Wir machen das leiser, denn mit Ruhe kann man bei der Bahn mehr erreichen.“ Derweil kommt man in der Gesprächsrunde schnell auf ein anderes Thema, dass die Bürger aktuell viel stärker als die Gleislegung umtreibt. Der Bahnübergang an der Hauptstraße (ED 25), der mitten im Ort die Bahnstrecke quert. Der Übergang hatte schon mehrfach für Schlagzeilen gesorgt, denn dort waren Züge in voller Fahrt bei geöffneten Schranken durchgerauscht. Jetzt will die DB den Bahnübergang mit einer elektronischen, vollautomatischen Schrankenanlage für rund 1,3 Millionen Euro aufrüsten. Es besteht Baurecht, die Baumaßnahme könnte beginnen.

Aber um die Sicherheitstechnik bauen zu können, braucht die Bahn aber Privatgrund, denn die Straße südseitig vor dem Bahnübergang muss zwingend auf einer Länge von 25 Metern auf 6,5 Meter verbreitert werden. Damit verschiebt sich auch der Bürgersteig.

Insgesamt fehlen den Planern noch 44 Quadratmeter Privatgrund, weiß man in der Gesprächsrunde. Der Eigentümer ist in der Gesprächsrunde anwesend. Der ortsbekannte Wasentegernbacher habe nichts gegen die neue Sicherheitstechnik, versichert

Grundeigentümerwill nicht verkaufen

er. Ihm sei aber verschwiegen worden, dass nach dem Grunderwerb durch die Bahn, die Stadt Dorfen „als 3. Eigentümer“ eingetragen würde. „Die bekommen von mir keinen Quadratmeter.“ Die Stadt ist an einer Bank beteiligt, von der sich der Wasentegernbacher arg betrogen fühlt. Erst wenn Bürgermeister Heinz Grundner diese Angelegenheit zu seinen Gunsten kläre, verkaufe er den nötigen Grund.

Dass der Grundbucheintrag nur wegen der späteren Übernahme der Straßenbaulast durch die Stadt sein müsse und dass keine privaten Verquickungsgeschäfte möglich sind, lässt den Wasentegernbacher unberührt. Und dass die Übergangssicherung jetzt scheitern und es vielleicht zu einem Unglück kommen könnte, wie einige Gesprächsteilnehmer erklärten, wischte er weg: „Des konn i aushaltn.“

Ein Gesprächstermin mit dem Grundstücksbesitzer sei „leider ergebnislos gewesen“, sagte Bürgermeister Heinz Grundner auf unsere Nachfrage. Mit der Bahn werde nun das weitere Vorgehen abgeklärt. In letzter Konsequenz sei auch eine Besitzeinweisung (Enteignung) möglich.

Diskutiert wurde auch noch über die Gleislage. Bei der fast exponierten Höhenlage der Gleise im Ortsbereich dränge sich eine Tieferlegung geradezu auf, sagte Bauer.

Der zuständige Planer der

Schranken haltenviel Verkehr ab

DB-Netze habe die Prüfung dieser Variante zugesagt. Ganz ohne Lärmschutzwände wird es aber wohl trotzdem nicht gehen, ist man sich im Ort auch klar.

Der Bahnübergang ist Segen und Fluch zu gleich für die Wasentegernbacher. Bauer erklärte, um über die Schranken zu komme, komme es vor, dass man dort über zehn Minuten warten müsse. Das habe aber den Vorteil, dass die ED 25 für den überörtlichen Verkehr als Abkürzung und Umgehung der Stadt Dorfen völlig uninteressant sei. Die Modernisierung des Gleisübergangs sei nur für die eingleisige Strecke geplant, beim späteren zweigleisigen Ausbau wolle die Bahn einen kreuzungsfreien Übergang.

Die Wartezeiten am Bahnübergang „halten aber den Verkehr raus aus dem Ort“, erklärte Bauer. Wenn es nach dem Bahnausbau freie Fahrt auf der ED 25 ohne Wartezeiten an den Schranken gebe, „zieht das den Verkehr an“. Das gäbe „eine Verkehrskatastrophe für Wasentegernbach“, fürchtet ein Großteil der Dorfbewohner.

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