Überweisungsbetrug

Bankraub mit falscher Unterschrift

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Dorfen/Taufkirchen – Betrüger brauchen oft keine hochspezialisierte Technik, um an Geld zu kommen – oft reicht ein simples Überweisungsformular. Die Banken sind alarmiert.

Bernd Schmidbauer, Geschäftsführer der in Taufkirchen ansässigen Softstar Computer Systems GmbH, ist bereits zwei Mal haarscharf an einem Betrug vorbeigeschrammt. Zuletzt Mitte Juli wurde versucht, 12 350 Euro von seinem Firmenkonto an einen Empfänger in Spanien zu überweisen. Der ausgefüllte Überweisungsträger wurde mit der Post an die Bank geschickt. Die VR-Bank Taufkirchen-Dorfen passte jedoch auf und erkannte, dass die Unterschrift auf dem Überweisungsträger gefälscht war. Monate zuvor war das schon von Schmidbauers Konto bei der Sparkasse Erding-Dorfen versucht worden. Auch die Überweisung wurde nicht ausgeführt, weil die Bank stutzig geworden war.

Schmidbauer, der Präsident des TSV Dorfen und ehrenamtlich als Schöffe beim Amtsgericht Erding tätig ist, hat Konsequenzen gezogen: Er hat nicht nur Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, sondern bei seinen Banken eine Sperrung des Belegzahlungsverkehrs vorgenommen. Sowohl in der Firma als auch privat wickelt er seinen Zahlungsverkehr nur noch per Onlinebanking ab. Das hält der Dorfener für sicherer.

Schmidbauers Erlebnis ist keine Einzelfall, wie Heinrich Oberreitmeier, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Taufkirchen–Dorfen, einräumt. In seinem Bankhaus wurden schon mehrere gefälschte Überweisungsträger „abgefangen“. „Wir lassen hier größte Sorgfalt walten, jede einzelne Überweisung wird geprüft“, sagt Oberreitmeier. Bei Auffälligkeiten würden die Kunden vor der Buchung kontaktiert. Die Kriminalität in diesem Bereich nehme stark zu.

Das bestätigt auch Hans Rumpfinger, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Dorfen. Immer wieder gingen deshalb bei der PI Dorfen Strafanzeigen ein. Bei Fällen wie dem von Schmidbauer prüfe die Staatsanwaltschaft, ob Auslandsermittlungen geführt werden müssen.

Laut Doris Ortanderl vom Kommissariat 3 für Wirtschafts- und Vermögensdelikte der Kripo in Erding wurde in diesem Jahr im Bereich Erding sieben Mal versucht, mit gefälschten Überweisungen an Geld zu kommen. „Das ist eine beliebte Masche. Die Überweisungsträger werden entweder direkt bei der Bank in den Briefkasten eingeworfen oder auf dem Postweg dorthin geschickt.“ Die Empfängerkonten lägen meist in Polen, Spanien oder Kroatien. Die Kripo geht laut Ort-anderl davon aus, dass organisierte Banden tätig sind.

An die Kontodaten, insbesondere von Firmen, kommen Betrüger leicht. Sie stehen auf den Internetseiten der Betriebe sowie auf Rechnungen und Kostenvoranschlägen. Verbraucherschützer sehen auch in der Einführung des europäischen Zahlungssystems SEPA die Ursache dafür, dass Betrugsversuche ansteigen. Mit SEPA werde Betrügern die Arbeit erleichtert, denn Überweisungen kämen so schneller an ihr Ziel und ließen sich so kaum noch rückgängig machen.

Doch was ist, wenn eine gefälschte Überweisung ausgeführt wird? „Das kommt auf den Einzelfall an. Wenn wir als Bank einen Fehler gemacht haben, ist das Geld nicht verloren“, so Oberreitmeier. Letztlich aber sei der Kunde für seinen Zahlungsverkehr selbst verantwortlich. Oberreitmeier rät den Kunden, auf Online-Banking umzusteigen und den Belegüberweisungsverkehr zu sperren. Wichtig sei es auch, regelmäßig seine Kontoauszüge zu überprüfen. Im Schadenfall müsse der Kunde nachweisen, dass er die Überweisung nicht getätigt habe. Wenn das nachvollziehbar sei, trage die Bank den Schaden.

Von der Sparkasse Erding-Dorfen war trotz mehrmaliger Anfrage keine Stellungnahme zu erhalten.

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