Bezahlbare Grundstücke

Bauen soll in Dorfen sozialer werden

Die Stadt Dorfen will bei neuen Baugebieten für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen. Möglich machen sollen das neue Wohnformen.

Von Hermann Weingartner

Dorfen – An günstiges Bauland zu kommen, ist für Ortsansässige in der Boom-Region Landkreis Erding und damit auch Dorfen schwer geworden. Zum Teil über 600 Euro werden in der Isenstadt bereits für den Quadratmeter voll erschlossenes Wohnbauland aufgerufen. Ein Mittel für Kommunen, gegenzusteuern, sind Einheimischen-Modelle. Damit ist es möglich, den Bürgern nach bestimmten Kriterien vergünstigte Baugrundstücke anzubieten. Das klassische Einheimischen Modell der Stadt Dorfen „ist nicht mehr ganz zeitgemäß“, sagte Bürgermeister Heinz Grundner allerdings auf Nachfrage in der Bürgerversammlung in Landersdorf. Die Richtlinien habe die EU-Kommission überarbeitet. Ein Schwerpunkt der Dorfener Vergaberichtlinien war bisher auch, wie lange jemand in der Gemeinde wohnt oder gewohnt hat. Das werde von der EU als diskriminierend gewertet, sagte Grundner. Künftig müsse beim Einheimischen-Modell neben sozialen Aspekten mehr der Faktor Einkommen gewichtet werden.

Im neuen Baugebiet „An der Mühlleite“ zwischen Dorfen und Hampersdorf sind alle Grundstücke im Einheimischen-Modell bereits vergeben, berichtete Grundner. Es habe 23 Grundstücke gegeben, dafür lagen 400 Bewerbungen vor. Nach den Kriterien habe die Stadt 170 Expertisen verschickt, über 90 seien in die engere Auswahl gekommen.

Laut Expertise gab es Grundstücke zwischen 322 und 818 Quadratmetern. Dafür mussten pro Quadratmeter 250 Euro ohne Erschließung gezahlt werden. Kanalerstellungsbeiträge waren je nach Größe zischen 4000 und 7200 Euro fällig, für den Stromanschluss 1670 Euro und Wasseranschluss 1455 Euro. Bei den städtischen Grundstücken besteht Anschlusszwang für die Stadtwerke-Fernwärme. Der Anschluss kostete noch mal 7604 Euro.

Die Frage von Sabine Berger, wo die Stadt in den nächsten Jahren Grundstücke im Einheimischen-Modell anbieten werde, konnte Grundner nicht beantworten. Das könne man jetzt noch nicht sagen. Derzeit warte die Stadt auf die Genehmigung der grundlegenden Revision des Flächennutzungsplanes, so der Stadtchef. „Vorher wird es keine neuen Bebauungspläne mehr geben“.

Das Thema SoBoN (sozialgerechte Bodennutzung) soll laut Grundner künftig mehr geprüft werden. Das sei aber nur möglich, wo neue Bebauungspläne aufgestellt werden. Dazu gehört auch das ehemalige Meindl-Areal, sagte der Bürgermeister. Schon in der Bürgerversammlung in Dorfen hatte Grundner darauf hingewiesen, das die Stadt hier die Planungshoheit habe. „Davon werden wir auch nicht abrücken“, hatte der Stadtchef unmissverständlich klar gemacht.

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