Der Große Brachvogel - er hat seinen Lebensraum auch im Isental.

Bienenzuchtverein Dorfen

Bauern sollen der Natur mehr Raum lassen

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Dorfen – Landwirtschaft im Isental ja - aber die Bauern sollen bei der Bewirtschaftung mehr Rücksicht auf die Natur nehmen. 

Die feuchten Wiesen und Niedermoorreste im Isental sind noch wenige der intakten Lebensräume für selten gewordene Arten wie Bekassine, Großer Brachvogel oder Wiesenknopf und Teufelsabbiss. „Natur.Vielfalt.Isental“ nennt sich ein großräumiges Naturschutzprojekt der Wildland-Stiftung Bayern in Zusammenarbeit mit den Kommunen Dorfen, Lengdorf, Schwindegg, Obertaufkirchen und Rattenkirchen, dessen vordringliche Ziele der nachhaltige Naturschutz und Erhalt der Artenvielfalt im Isental sind. Der Bienenzuchtverein Dorfen hat die beiden Projektbetreuerinnen Gabriele Nikles und Anja Thole eingeladen, das Projekt vorzustellen.

Die Wildland-Stiftung Bayern setzt auf Artenschutz, Erhalt und Neuschaffung vielfältiger und intakter Natur- und Kulturlandschaften. Dabei sollen die Wiesen im Isental weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden können, allerdings unter Berücksichtigung von späteren Mähzeitpunkten oder dem Verzicht von Gülleausbringung. Dadurch sollen wieder artenreiche, blühende Wiesen geschaffen werden, die auch für Bienen und viele andere Insekten wichtig sind.

„Die beiden Projektbetreuerinnen und die Imkerinnen und Imker waren sich einig, dass eine naturnähere Landbewirtschaftung dringend notwendig ist“, berichtet Imkermeister Herbert Schwarzer vom Bienenzuchtverein. Um naturschutzfachlich wertvolle Flächen langfristig zu sichern, sei Flächenankauf oder langfristige Pacht die beste Möglichkeit. Deshalb seien die Projektbetreuerinnen auch auf der Suche nach geeigneten Flächen, die dann entweder von den beteiligten Kommunen oder der Wildland-Stiftung angekauft oder gepachtet werden können.

Wie Schwarzer berichtet, sei es der Wildland-Stiftung ein großes Anliegen, die Bevölkerung, insbesondere aber Landwirte und Jäger miteinzubinden. Denn sie sollen die Maßnahmen wie Mahd oder Entbuschung umsetzen. Dabei werden die geleisteten Arbeitsstunden nach Maschinenringsätzen entlohnt und auch die Flächeneigentümer beziehungsweise Pächter können durch Abschluss eines Vertrages zum Naturschutzprogramm Fördermittel erhalten.

Aber auch Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit sind laut Schwarzer wichtige Säulen des Projekts, um Kindern und Erwachsenen in der Region die Schönheit der Natur vor ihrer Haustüre zu zeigen und ihnen den Wert der natürlichen Vielfalt ins Gedächtnis zu rufen. „Hier gibt es auch mögliche Anknüpfungspunkte zum Bienenzuchtverein. Vorstellbar wären verschiedene Bienenprojekte mit Schulklassen oder als Ferienprogramm, aber auch Exkursionen für Erwachsene könnten durchgeführt werden.“ Durch dieses erste gemeinsame Treffen sei der Grundstein für eine Zusammenarbeit mit dem Bienenzuchtverein Dorfen für den Erhalt der Natur im Isental gelegt worden. Schwarzer: „Beide Seiten freuen sich auf gemeinsame Projekte in der Zukunft um den Lebensraum für Tiere im Isental zu verbessern.“  

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