Kostbar: Das Trinkwasser aus der Leitung.
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Kostbar: Das Trinkwasser aus der Leitung.

Wasserzweckverband Erding-Ost

Bauernfreundliche Wassergebühr

Für eine notwendige Gebührensteigerung findet der Wasserzweckverband Erding-Ost einen Kompromiss. Nicht nur der Verbrauchspreis steigt, sondern auch der Grundtarif. Damit kommt die Verbandsversammlung Großabnehmern wie Landwirten entgegen.

Dorfen – Vom neuen Jahr an wird für die Bevölkerung der Stadt Dorfen sowie der Gemeinden Bockhorn und Lengdorf das Trinkwasser teurer: Dann kostet ein Kubikmeter des kostbaren Nass genau einen Euro (bisher 88 Cent), die jährliche Grundgebühr steigt von 90 auf 100 Euro. Dies beschloss der Wasserzweckverband Erding-Ost (WZV) bei seiner jüngsten Versammlung in der Aula der Zentralschule Dorfen mehrheitlich.

„Unsere Mehrkosten im Wasserhaus Mauggen, der neue Brunnen in Eibach und die Aufwendungen für unser großes Leitungsnetz machen einen Aufschlag unumgänglich“, erläuterte Rudolf Ott, WZV-Geschäftsführer. „Zudem muss immer mehr Aufwand betrieben werden, um unser Wasser letztlich als sauberes Trinkwasser in den Teilnehmergemeinden anbieten zu können.“

Lorenz Angermaier, Verbandsvorsitzender und Bürgermeister in Bockhorn, stellte schließlich den Vorschlag des Verbands zur Diskussion: künftig 1,03 Euro pro Kubikmeter Wasser bei allerdings unveränderten Grundgebühren.

Doch mit dieser Idee konnten sich einige Verbandsmitglieder, vor allem Landwirte, gar nicht anfreunden. Gottfried Widl (Hundshof, Gemeinde Bockhorn) etwa sieht es als „Bestrafung der Großkunden“ an, wenn eine Erhöhung der Gebühren sich nur nach der verbrauchten Wassermenge richte. Auch Hubert Strasser (Kirchasch) schloss sich dieser Kritik an und bat den Verband um etwas mehr Kulanz bei Abnehmern von vielen Tausend Kubikmetern pro Jahr.

Ganz anders betrachtete Ursula Frank-Mayer (Dorfen) dieses Thema: „Aus sozialer Sicht ist ein niedrigerer Grundpreis für breite Bereiche der Bevölkerung wichtiger. Zudem könnten bei einem höheren Kubikmeter-Preis alle Verbraucher eher zum Wasser-Sparen animiert werden.“ Auch Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner argumentierte eher für die Beibehaltung der Grundgebühr: „Wasser ist ein wichtiger Pfeiler unserer Daseinsvorsorge, daher sollte unser Verband für die ganze Bevölkerung arbeiten. Landwirte haben zwar einen deutlich höheren Wasserverbrauch als etwa eine Familie in der Stadt. Sie können die Kosten dafür aber auch als Betriebsausgaben ausweisen.“

Schließlich folgte das Gremium aber mit 15:5 Stimmen dem Vorschlag von Strasser für einen Euro pro Kubikmeter sowie für 100 Euro Grundgebühr.

Gar kein Verständnis kann die Versammlung für eine andere Nachricht aufbringen: Das Wasserwirtschaftsamt hat sich erneut gegen eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Verbandsgebäudes in Mauggen ausgesprochen, mit der Begründung, dieses Haus stehe im Trinkwasserschutzgebiet. Hierzu will der Verband noch einmal mit Vertretern der übergeordneten Behörde sprechen.

Friedbert Holz

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