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Runderneuert und verjüngt: Die Gnadenkapelle hat sich musikalisch ausgezeichnet weitere ntwickelt. Foto: Weingartner

Bavaria Vista Club im Jakomayer

„Festival der bayerischen Superlative“

Der Bavaria Vista Club veranstaltete mit vier Bands ein Musik-Festival im Jakobmayer. Verjüngt präsentierte sich die Band Gnadenkapelle aus dem Landkreis.

Dorfen – Bavaria Vista Club kennen viele Musikfreunde als erfolgreichen Dokumentarfilm. Dazu gehört auch das gleichnamige Festival, das 2014 erstmals auf der Kreut-Alm startete und seitdem mit unterschiedlichen Musikgruppen durchs Bayernland tourt. Jetzt kam der Bavaria Vista Club auch in den Dorfener Jakobmayersaal. Schon um 18 Uhr begrüßte Max Hadersbeck mit seiner Ziach, schneidigen Jodlern und bösen Gstanzln das Publikum im vollen Dorfener Kulturzentrum zum ersten von vier Auftritten des „Festivals der bayerischen Superlative“.

Hadersbeck, Mitbegründer des Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinns, packte die Auftritte der Bands in spitzfindige Ankündigungen, etwa mit Seitenhieben auf die Naturzerstörung durch die A 94. Das Bayerisch-Gemütliche spiegelt sich auch im Blues-Rhythmus, einfach cool und groovig. Mit dieser Musikrichtung starteten auch Lokalmatador Arthur Dittelmann und sein Partner Schorsch Hampel. Die „Permanente Bluesmaschin“ trieb Bluesfeeling pur in den Saal.

Begeistert hat dann die Gnadenkapelle. Das einstige Quintett aus dem Landkreis machte Musik aus Leidenschaft, was auch in neuer Besetzung geblieben ist. Der Name lässt nicht etwa auf das Alter der Bandmitglieder schließen, zumal sich die Gruppe verjüngt, soundmäßig ausgezeichnet weiterentwickelt hat und jetzt richtig groovt. Zur Gründerbesetzung mit Val Dasch (Sologitarre, Gesang), Bo Baumann (Bass) und Drummer Max Eder sind seit Kurzem der virtuose Jazzpianist Bertram Liebmann und der großartige Trompeter Josef Hanslmaier dabei. Mit der neuen und im Gäu bestens bekannten Sängerin Kathrin Nagy mit ihrer unverwechselbaren Power-Soulstimme à la Amy Winehouse hat die Gnadenkapelle eine ganz neue Klangfarbe bekommen. Das Publikum fand die Runderneuerung einfach super. Zu hören gab’s alte und neue Songs im urbairischen Dialekt, die von Katastrophen, Staatsgewalt etwa gegen die „Kuh Yvonne“ und anderen Lebenslagen erzählen.

Richtig laut und mit barbarischer Urgewalt spielte dann die Band Irxn auf. Nordische, mittelalterliche, aber auch altbayerische Stücke trafen da aufeinander – mit eigenen Melodien und Texten, die Lebensfreude und Humor vermittelten. Zum Abschluss kam die Band Zwoastoa auf die Bühne. Hier traf Ska auf Balkan, Pop auf Reggae und Rock. Am Ende war’s ein schöner Musikabend, der viel zu früh endete. Das ist der Wermutstropfen im Jakobmayer, denn um 23 Uhr muss aus Rücksicht auf die Anwohner Schluss sein .

von Hermann Weingartner

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