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An der Isen in Dorfen haben zahlreiche Trauernde Blumen und Kerzen niedergelegt. An dieser Stelle war am vergangenen Donnerstag ein junger Mann ertrunken.

Kerzen und Blumen aufgestellt

Nach Faschingsumzug: Mann (18) fällt in Fluss und ertrinkt - Unglück soll sich nicht wiederholen 

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Rettungskräfte suchten verzweifelt nach einem Mann, der in die Isen gestürzt und untergegangen war. Sie konnten ihn nur noch leblos bergen. Jetzt will die Stadt ein erneutes Unglück an dieser Stelle verhindern.

Dorfen/Bayern: Mann ertrinkt in Fluss - Stadt will reagieren

Update, 4. März: In einen Ort der Trauer und des Gedenkens hat sich die kleine hölzerne Plattform in der Isen in Dorfen entwickelt. An dieser Stelle war am Donnerstag nach dem Hemadlenzn-Umzug ein 18-Jähriger auf tragische Weise ertrunken. Seither suchen Freunde, Bekannte, aber auch Bürger das Ufer auf, stellen Kerzen auf und legen Blumen nieder. Viele verharren hier still, oft mit Tränen in den Augen. Auch an der B 15-Brücke erinnern Rosen an den jungen Mann.

Der Student wird am Donnerstag beigesetzt. Ein solch dramatisches Unglück soll sich an der Isen nicht wiederholen. Auf Anfrage des Erdinger Anzeigers erklärte der Dorfener Bürgermeister Heinz Grundner, „dass ich mir sehr gut vorstellen kann, hier etwa Rettungsringe anzubringen“. Dies sei ein guter Vorschlag, den er gerne aufgreife. Denn Rettungsgerät sei ein wirksamer und leicht umzusetzender Schutz. „Wir wollen alle, dass sich so etwas niemals wiederholt“, so Grundner. Der junge Mann soll abgerutscht und ins Wasser gefallen sein. Danach hatte er versucht, an beiden Seiten, wieder an Ufer zu kommen. 

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Dorfen/Bayern: Nach tragischem Ende einer Faschingsgaudi - das sagen die Veranstalter

Update, 2. März, 13.24 Uhr: Das Wetter am Freitag passte zur Stimmung: Nach dem fröhlichen Hemadlenzn-Umzug am Donnerstag durch Dorfen (Kreis Erding) bei strahlendem Sonnenschein hingen am Tag nach der Tragödie graue Wolken und Regen über der 14 000-Einwohner-Stadt. Wie berichtet, war ein 18 Jahre alter Dorfener wenige Stunden nach Ende des Umzugs in der Isen ertrunken. Das Polizeipräsidium Ingolstadt ging mit neuen, noch schockierenderen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit. Denn der Student, der als Fußballer beim TSV Dorfen bekannt und beliebt war, ist gegen 15 Uhr nicht etwa in den Fluss gesprungen, um ihn zu durchschwimmen. „Er ist hineingefallen. Wir wissen noch nicht warum“, berichtet Michaela Grob. 

Nach Informationen des Erdinger Anzeigers gelang es dem jungen Mann nicht, ans Ufer zurückzukommen. Er probierte sein Glück auf der anderen Seite, scheiterte aber erneut. Beim Zurückschwimmen ging er dann plötzlich unter. Er war mit dem traditionellen Nachthemd der Hemadlenzn bekleidet. Laut Wasserwacht war die Isen sechs Grad kalt, der Dorfener dürfte rasch das Bewusstsein verloren haben. Dieses Unglück beobachtete nach den Worten von Polizeisprecherin Grob ein Anwohner auf der anderen Seite des Ufers. „Er ist noch in den Fluss gesprungen und hat vergeblich versucht, nach dem Ertrinkenden zu tauchen.“ Laut Wasserwacht ist die Isen an dieser Stelle 2,20 Meter tief und extrem trüb. 

Gegen 15 Uhr ging der Notruf ein, wenig später trafen zahlreiche Retter an der B 15-Brücke ein. Die DLRG Taufkirchen war mit sieben Rettern vertreten, kurz darauf rückten zwei Wasserwacht-Züge aus Erding an. Zwei Stunden wurde gesucht. Daran beteiligte sich auch die Dorfener Feuerwehr. Gegen 17 Uhr stießen Taucher der DLRG auf den leblosen Körper – fast an der Stelle, an der 18-Jährige verschwunden war. Eine Notärztin leitete zwar noch Wiederbelebungsmaßnahmen ein, der junge Mann war aber bereits tot. Erst drei Stunden später war er identifiziert. 

Das Kriseninterventionsteam stand den Angehörigen bis tief in die Nacht bei. Schockiert auf die Todesnachricht reagierten auch die Verantwortlichen des Hemadlenzn-Umzugs. Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner sagte dem Erdinger Anzeiger: „Das ist dramatisch. Unser Mitgefühl gilt seinen Eltern und seiner Freundin. Wir werden ihnen auch in nächster Zeit beistehen.“ Der CSU-Politiker sieht allerdings keinen Grund, das Faschingstreiben in Frage zu stellen – und das nicht nur, weil sich der Unfall erst lange nach Ende der Veranstaltung ereignet hatte. „Wir haben erst 2011 das Sicherheitskonzept erheblich verschärft.“ So ist auf den Freischankflächen Hochprozentiges tabu. Deren Betrieb habe man auch zeitlich eingeschränkt. Nicht zuletzt sei die Zahl der Sicherheitskräfte nach unschönen Erlebnissen in den vergangenen Jahren aufgestockt worden. „Ein gewisses Restrisiko wird es immer geben, nicht nur beim Hemadlenz“, meint Grundner. Anja Greimel, Präsidentin der Karnevalsgesellschaft Dorfen als Veranstalterin, reagierte ebenfalls entsetzt. „Es war so ein schönes Fest, und es ist so tragisch zu Ende gegangen.“ Auch ihr Mitgefühl gilt Familie und Freundin. Greimel hält die Sicherheitsmaßnahmen ebenfalls für ausreichend. „Aber wir werden nächstes Jahr noch stärker an die Besucher appellieren, beim Alkohol Maß zu halten.“ Über diesem fröhlichen Festtag liege nun ein dunkler Schatten.

Dorfen/Bayern: Nach Tod im Fluss - Karnevalsgesellschaft sagt alle Veranstaltungen ab

Update, 1. März, 16.02 Uhr: Die Karnevalsgesellschaft Dorfen (KG) sagt wegen des Unfalls alle Veranstaltungen bis Aschermittwoch ab.

Dorfen/Bayern: Mann stürzt in Fluss - und ertrinkt

Update, 1. März, 11.13 Uhr: Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord berichtet: Der junge Mann, der am Donnerstag gegen 17 Uhr leblos von Rettungskräften aus der Isen geborgen werden konnte, ist inzwischen identifiziert. Es handelt sich um einen 18-jährigen Mann aus dem Gemeindebereich Dorfen. Zunächst war berichtet worden, dass das Opfer 19 Jahre alt ist, das war aber ein Missverständnis.

Die Ermittler der Kriminalpolizei Erding gehen von einem tragischen Unglücksfall aus. Hinweise auf eine Fremdbeteiligung gibt es nicht.

Nach derzeitigem Stand der Ermittler stürzte der junge Mann offensichtlich alleinbeteiligt ins Wasser. Er ist demnach offenbar nicht gesprungen. Der Fluss hat aktuell sechs Grad. Ein Anwohner des gegenüberliegenden Ufers, der gegen 15.00 Uhr den Unglücksfall beobachtete, sprang in den Fluss und versuchte vergeblich, durch Abtauchen der Unglücksstelle den jungen Mann zu retten. Auf Grund der stark eingeschränkten Sicht, war dies jedoch nicht möglich. Auch den über Notruf hinzugezogenen Rettungskräften gelang es nicht, den Untergegangen sofort zu lokalisieren. Die Sicht im Fluss war laut Tauchern vor Ort sehr schlecht. Gegen 17.00 Uhr konnte der Verunglückte schließlich geborgen werden. Jedoch kam jede Hilfe zu spät. Die sofort eingeleiteten notärztlichen Reanimationsversuche konnten den Mann nicht ins Leben zurückholen.

Lesen Sie hier den Nachruf auf Simon Oberhofer und sein großartige Persönlichkeit.

Mann springt in Fluss - übermütiger Spaß mit tödlichem Ausgang

Update um 21.45 Uhr: Nun ist die Identität des Toten geklärt. Es handelt sich um einen erst 19-jährigen Mann. Er kam aus Dorfen. 

Update um 17.55 Uhr: Eine tragische Wende genommen hat der fröhlich und absolut friedfertige Hemadlenzumzug am Donnerstag in Dorfen. Am Nachmittag ertrank ein junger Mann in der Isen. Zwei Stunden hatten zahlreiche Retter nach dem Mann im Nachthemd gesucht. 

Als die Faschingsgaudi gegen 12 Uhr mit dem Verbrennen der Strohpuppe längst vorüber war, ging bei der Integrierten Leitstelle in Erding ein Notruf ein, der das Schlimmste befürchten ließ: „Person in der Isen“. Daraufhin machte sich ein Großaufgebot an Rettungskräften zu dem Fluss im Bereich der B 15-Brücke auf. Darunter waren zahlreiche Kräfte der Polizei, der Dorfener Feuerwehr, des Bayerischen Roten Kreuzes und der Wasserwacht. 

Peter Grießer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, berichtet, dass gegen 15 Uhr ein etwa 20 bis 25 Jahre alter Mann im Hemdlenzn-Gewand in die Isen gesprungen sei, um diese zu durchschwimmen. Zeugen bemerkten, dass der unbekannte Mann auf dem Rückweg plötzlich abtrieb und nicht mehr gesehen wurde. Unserer Zeitung sagte Grießer, dass es Aussagen gebe, denen zufolge der Hemadlenz plötzlich von der Wasseroberfläche verwunden sei. Anfangs bestand noch die Hoffnung, dass der Mann vielleicht doch das Ufer erreicht hatte, weitergegangen war und von dem Einsatz gar nichts mitbekommen hatte. 

Die Wasserwacht setzte mehrere Rettungstaucher ein, die den Fluss durchschwommen. Auch ein Polizeihubschrauber suchte das Gebiet ab und flog dazu tief über der Altstadt. Die Feuerwehr brachte ihre Drehleiter in Stellung, um die Isen absuchen zu können. Die Hoffnung, den Mann noch lebend zu finden, zerschlug sich gegen 17 Uhr. 

Im Fluss wurde eine leblose Person entdeckt. DLRG-Taucher brachten sie ans Ufer, wo sie längere Zeit reanimiert wurde, allerdings ohne Erfolg. Die Bekleidung im kalten Wasser dürfte wie Blei gewirkt haben. 

Die Identität des Toten ist derzeit noch ungeklärt. Die Kripo Erding ermittelt.

Dabei hatte der Hemadlenznumzug so ausgelassen begonnen. Rund 4000 Besucher hatten den Ausklang des Winters gefeiert. Viele blieben auch danach noch in der Innenstadt und feierten fröhlich weiter.

Nach Faschingsumzug in Dorfen: Mann springt in Fluss und verschwindet in Fluten

Erstmeldung um 16.40 Uhr: Dorfen – Eine tragische Wende genommen hat der fröhlich und absolut friedfertige Hemadlenzumzug am Donnerstag in Dorfen. Als die Faschingsgaudi gegen 12 Uhr mit dem Verbrennen der Strohpuppe längst vorüber war, ging bei der Integrierten Leitstelle in Erding ein Notruf ein, der das Schlimmste befürchten ließ: „Person in der Isen“. Daraufhin machte sich ein Großaufgebot an Rettungskräften zu dem Fluss im Bereich der B 15-Brücke auf. 

In der Isen suchten Rettungskräfte nach einem vermissten Schwimmer.

Mann springt nach Umzug in Isen: Zeugen bemerken Verschwinden

Darunter waren zahlreiche Kräfte der Polizei, der Dorfener Feuerwehr, des Bayerischen Roten Kreuzes und der Wasserwacht. Peter Grießer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord, berichtet, dass gegen 15 Uhr ein etwa 20 bis 25 Jahre alter Mann im Hemdlenzn-Gewand in die Isen gesprungen sei, um diese zu durchschwimmen. Zeugen bemerkten, dass der unbekannte Mann auf dem Rückweg plötzlich abtrieb und möglicherweise unterging. 

Unserer Zeitung sagte Grießer, dass es Aussagen gebe, denen zufolge der Hemadlenz plötzlich von der Wasseroberfläche verwunden sei. „Wir können aber nicht ausschließen, dass der Schwimmer das Ufer erreicht hat und einfach weitergegangen ist. Die Wasserwacht setzte mehrere Rettungstaucher ein, die den Fluss abschwammen. Auch ein Polizeihubschrauber suchte das Gebiet ab. Die Feuerwehr brachte ihre Drehleiter in Stellung, um die Isen absuchen zu können – bislang ohne Erfolg. 

Sprung in Fluss: Noch ist nicht klar, ob Mann vermisst wird

„Derzeit ist es für uns ein Vermisstenfall. Wir können nicht sagen, ob der Mann ertrunken ist oder sich doch retten konnte“, so Grießer. Die Bekleidung im kalten Wasser dürfte wie Blei gewirkt haben.

Dabei hatte der Hemadlenz ausgelassen begonnen. Rund 4000 Besucher hatten den Ausklang des Winters gefeiert. Viele blieben noch lange in der Innenstadt. Hinweise zu dem Vermisstenfall erbittet die Dorfener Polizei, die den Einsatz leitet, unter der Telefonnummer (0 80 81) 9 30 50.

Lesen Sie auch auf Merkur.de*: Dorfener Hemadlenzn: Traumtag nimmt ein jähes Ende

Tragischer Vorfall während der Ausbildung: Polizei-Azubi erschießt Kollegen

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