Mit voller Kraft: Stimmgewaltig präsentierte sich die Männerchor – wie hier bei einem Lied aus Antigone. Foto: Lang

20 Jahre Männerchor dorfen

Begeisterndes Jubiläum mit viel Humor

Männerchorschirmkappe, Männerchorquartettspielkarten und vor allem ganz viel Männerchorgesang: Das gab es beim ersten Jubiläumskonzert zum 20-jährigen Bestehen der fast 30-köpfigen Dorfener Sängerschar im Jakobmayer-Saal.

Dorfen – Dirigent, Arrangeur, Klavierspieler und „Langzeitstudent“ Ernst Bartmann zeigte an diesem Abend auch seine Qualitäten auf der Leinwand. Denn gleich nachdem der Chor Wolfgang Ambros’ „Zentralfriedhof“ angestimmt hatte, wurde ein Film gezeigt, darin als gelbe Pullover mögender Experte immer wieder Bartmann zitiert und die Geschichte Chores äußerst witzig beleuchtet. Vor allem die „große weiblichen Fangemeinde“ im Saal amüsierte sich lautstark.

Während des konzertanten Teils ergriffen einige Sänger immer wieder das Mikro, um eines der roten Geschenkpakete auf der Bühne zu öffnen und an spaßige Momente der vergangenen Jahre zu erinnern. So waren allein 1000 Schirmkappen mit dem Männerchorlogo zum Verkauf auf ihrer großen US-Tournee mit drei Konzerten angeschafft worden. Nur ein Prozent wurden sie los, davon hatten sie Stück drei verschenkt.

Auch erfuhr das Publikum, dass die wöchentlichen Singstunden viel mehr seien: „Ein Zufluchtsort in Zeiten feministischer Unterwanderung“, wo man noch „mit weißen Sandalen und Tennissocken“ aufschlagen könne. Ein Glück für die Zuhörer. So kamen sie in den Genuss, noch viele herrlich arrangierte, perfekt a-cappella gesungene Lieder der vergangenen 20 Jahre, quasi ein „Best of Männerchor“ hören zu dürfen.

Rock, Operette, Volkslied, Filmmusik, Schlager – alles war dabei. Ob heiteres Liedgut wie Kaas „Freunde“ aus dem Dschungelbuch, die Grönemeyer- und Wecker-Klassiker „Männer“ und „So a saudummer Dog“, oder ernstes Liedgut aus Antigone oder Carmina Burana. Ihre unverschämte Musikalität und Gesangskunst stellten die Männer einmal mehr mit ihren beeindruckenden Queen-Nummern „Bohemian Rhapsody“ und „Don’t stop me now“ unter Beweis, die jedes Mal wieder in Mark und Bein fahren.

Nach weiteren Einlagen, einem spontanen Geburtstagsständchen des Publikums, als Kanon versteht sich, und zwei Zugaben, beendeten der Chor das Konzert mit dem ersten Lied, das sie vor 20 Jahren einstudierten hatten, „In einem kühlen Grunde“, das die Besucher Saal vor Ehrfurcht erzittern ließ. Danach wurde mit dem Publikum noch ausgiebig gefeiert.

Weitere Jubiläumskonzerte gibt es noch am 29. und 30. April sowie am 5. und 6. Mai (jeweils 20 Uhr). 

Birgit Lang

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