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Mit der Erinnerungstafel an die drei getöteten Polizisten vor sich gab das Polizeiorchester Bayern das Benefizkonzert zugunsten der Bayerischen Polizeistiftung. Es fand unter der ausgezeichneten Leitung des Generalmusikdirektors der Bayerischen Polizei, Professor Johann Mösenbichler, statt. Das Publikum war begeistert und spendete großen Applaus.

Benefizkonzert des Polizeiorchesters Bayern

„Wir vergessen unsere ermordeten Kollegen nicht“

30 Jahre sind die Polizistenmorde vom 4. März 1988 in der Dorfener Polizeiwache her. Daran erinnerte ein Benefizkonzert des Polizeiorchesters Bayern in Mühldorf, dessen Erlös der Bayerischen Polizeistiftung zugute kommt. Innenminister Joachim Herrmann war als Schirmherr zu Gast.

Mühldorf/Dorfen– Es war ein trauriger Anlass, zu dem am Freitagabend im Mühldorfer Stadtsaal das Polizeiorchesters Bayern spielte. Man gedachte der drei Polizisten, die am 4. März 1988 in der Dorfener Polizeiwache ermordet worden waren.

„Der Reinerlös des Abends kommt der Bayerischen Polizeistiftung zugute“, erklärte Veranstalter Josef Gebler. „Damit können wir Polizisten, die im Dienst zu Schaden gekommen sind, sowie deren Familien unterstützen“, sagte der oberste Dienstherr der Polizei, Innenminister Joachim Herrmann, in seiner Ansprache.

Veranstalter des Benefizkonzerts war Josef Gebler, Bruder von Robert Gebler, der wie Alfred Maier und Karl-Heinz Loibl bei der Bluttat ermordet worden war. Fast 700 Besucher füllten den Stadtsaal, darunter hochrangige Polizeiführungskräfte aus ganz Bayern, Polizeibeamte unter anderem aus Dorfen und Erding, Freunde, ehemalige Kollegen und die Angehörigen der Getöteten sowie Vertreter der Politik.

Herrmann erinnerte an das schreckliche Verbrechen und dankte Gebler für sein „großartiges Engagement“. Wie berichtet, war am 4. März 1988 ein 37-Jähriger nach einer Hausdurchsuchung auf der Polizeidienststelle in Dorfen erschienen. Es war ihm gelungen, Waffen an sich zu reißen, mit denen er Polizeikommissar Gebler, Polizeihauptmeister Loibl und Polizeihauptkommissar Maier brutal niederstreckte. Sie starben noch vor Ort. Polizeihauptmeister Franz Klarl überlebte den hinterhältigen Angriff schwer verletzt. Der Täter selbst war angeschossen worden und erlag wenige Tage später seinen Verletzungen.

Herrmann versicherte: „Wir vergessen unsere ermordeten Kollegen nicht. Wir werden ihnen stets ein dauerhaftes und ehrendes Andenken bewahren.“ Jeder Angriff gegen Polizistinnen und Polizisten sei ein Angriff „gegen uns alle, gegen unsere freiheitliche Gesellschaft“, betonte der Staatsminister. „Das können und werden wir nicht dulden. Wir müssen diejenigen bestmöglich schützen, die uns schützen.“

Für Hermann sei es daher ein Herzensanliegen, die Risiken für das Leben und die Gesundheit der Polizeibeamten größtmöglich zu minimieren. Die Polizeidienststellen seien heute wesentlich besser gesichert als noch vor 30 Jahren, etwa durch Personenschleusen. Auch die Ausrüstung werde ständig modernisiert – etwa neue ballistische Schutzausstattung oder der künftige Einsatz von Body-Cams. Dazu würden die Polizeibeamten ab September mit einer neuen, hochmodernen Dienstpistole ausgerüstet.

Bayern sei eines der sichersten Bundesländer, betonte der Innenminister. Er machte aber auch klar, „dass es eine hundertprozentige Sicherheit leider nicht geben kann“. Trotz hervorragender Ausbildung sowie aller Sicherungs- und Schutzmaßnahmen komme es immer wieder vor, „dass Polizeibeamte während eines Einsatzes zu Schaden kommen“.

Unbürokratische Hilfe in 980 Fällen

Herrmann sei der Bayerischen Polizeistiftung sehr dankbar für deren Engagement. Die Einrichtung unterstütze auf unbürokratische Weise Polizisten, die im Dienst erheblich verletzt wurden, oder deren hinterbliebene Angehörige. Seit ihrer Gründung 1977 habe die Stiftung in 980 Fällen mit insgesamt rund 2,3 Millionen Euro geholfen.

„Vieles war und ist nicht mehr wie’s früher war“, sagte Gebler. 1988 war man in ganz Deutschland von dem Morden tief erschüttert. Er habe vom Tod seines Bruders während der Arbeit erfahren. Ein Anruf bei seiner Frau in Dorfen habe die traurige Gewissheit gebracht, dass der Bruder unter dem Ermordeten ist. Die geplante Geburtstagsfeier der Mutter am gleichen Abend wurde so zur Trauerfeier.

Die Bluttat von Dorfen sei heute noch bei der Ausbildung junger Beamter ein großes Thema, hatte Gebler erfahren. „Wenn daraus heute junge Polizeibeamte Erfahrungen ziehen und dies bei ihren Einsätzen umsetzen, so haben die Polizistenmorde von Dorfen zumindest hier einen positiven Effekt – wenn auch unsere Angehörigen dabei sinnlos getötet wurden.“

Ein Gedenkgottesdienst

der Bayerischen Polizei für die 1988 erschossenen Beamten findet am morgigen Dienstag um 17 Uhr in Maria Dorfen statt.

Hermann Weingartner

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