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Feiern, obwohl das Thema Krebs im Mittelpunkt steht: Besucher der Benefizveranstaltung am Freitagabend im Kulturhaus Taufkirchen.

Tanzen für den guten Zweck

Benefizveranstaltung bringt 4500 Euro für Krebshilfe

An die 700 Besucher sind am Freitagabend dem Aufruf zum „Tanzen für den guten Zweck“ ins Kulturhaus Taufkirchen gefolgt.

Taufkirchen/Dorfen – Der Dorfener DJ Tobias Maier hat 20 dazu DJs, die in vier Tanzbereichen auflegten, gewinnen können. Statt der gewohnten Abendgage von bis zu 3000 Euro mischten diese für eine kleine Aufwandsentschädigung.

Die 4500 Euro hohe Spendensumme der Benefizveranstaltung besteht neben dem Eintrittsgeld aus Geldern einer Verlosung und weiteren freiwilligen Spenden und wird an die Deutsche Krebshilfe weitergeleitet. Das Geld soll in Forschungszwecke fließen, um die Krankheit effektiver behandeln zu können.

Sechs Wochen lang hat Maier den Abend geplant. Die Künstler, die er für seine Idee begeistern konnte, lernte er bei seinen eigenen Auftritten in Paris, Wien, Berlin, Hamburg oder Köln kennen. Auf die Frage, ob eine Tanzveranstaltung der richtige Rahmen für die Krebshilfe sei erwidert Maier: „Ich selbst habe Krebsopfer im Bekanntenkreis. Als ich denen von der Idee erzählte bekam ich nur positives Feedback. Viele stehen zu 100 Prozent hinter der Aktion.“

Einer dieser Bekannten ist der 20-jährige Darius Kappes. Als er 13 war, wurde bei ihm durch Zufall und relativ spät Schilddrüsenkrebs festgestellt. Zwei Wochen nach dem Befund wurde er operiert, der Tumor war bösartig, hatte aber noch nicht gestreut. „Ich hatte wahnsinniges Glück“, meint Darius rückblickend. Im Anschluss musste er sich einer Radiojodtherapie unterziehen. Gefragt, wie sich sein Leben dadurch verändert hat, erzählt Darius: „Ich gehe feiern, wie fast jeder in meinem Alter, aber ich verzichte bewusst aufs Rauchen. Ich denke, die überstandene Krankheit hat mich stärker gemacht“. Organisator Tobi Maier kennt er von anderen Veranstaltungen. Als dieser ihm von der Krebs-Charity berichtete, war er sofort dabei. Kappes filmte den Abend und schneidet jetzt ein „Aftermovie“. Ein Drittel seiner Gage spendet er der Krebshilfe.

Aber auch unter den Gästen fanden sich im Kulturhaus viele, die dem Krebs schon in irgend einer Weise begegnet sind. Beispielsweise der Taufkirchener Markus Holzner, 20 Jahre alt. Vor einem Jahr wurde bei einem Grundschulfreund von ihm Knochenkrebs diagnostiziert. Markus nahm den Kontakt zu ihm wieder auf, kurz darauf starb sein Freund. „Das war hart. Mehr möchte ich auch gar nicht erzählen. Nach einem Jahr ist endlich ein wenig Gras über die Sache gewachsen und ich bin heute hier, um Spaß zu haben“, sagte Holzner. Gefragt, ob er in seinem Leben Rücksicht auf seine Gesundheit nimmt, sagt er: „Ich rauche und trinke Alkohol, das ist doch typisch für diese Alter. Ich will mir nicht ständig einen Kopf machen, ob ich gesund lebe“.

Bilder von der Veranstaltung gibt es auf Facebook unter „Tanzen für den guten Zweck“ zu sehen.  fh

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