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Durften die Schulbank drücken: Die Besucherinnen der Frauen Union aus Dorfen und Erding erhielten von Marianne Ehrler (vorne) zahlreiche Informationen zum DZIF.

Frauen Union

Besuch in der Deutschschmiede für Flüchtlinge und Migranten

Dorfen – Einen Einblick in die Arbeit des Dorfener Zentrums für Integration und Familie (DZIF) haben die Frauen Union Erding und Dorfen bei einem Besuch in der Einrichtung bekommen. Was vielen nicht klar war: Im DZIF wird viel mehr geboten als Sprachunterricht für Migranten und Flüchtlinge.

Begeistert waren die Besucherinnen vom breitgefächerten Angebot für Kinder. In einem liebevoll ausgestatteten Spielzimmer können Kinder der Teilnehmer der Vormittagskurse unter Beaufsichtigung spielen, während ihre Eltern Deutsch lernen, erklärte Marianne Ehrler, die Vorsitzende des Vereins. Zusammen mit Yvonne Daller, Inge Schmederer, Annkatrin Wollersheim und Andrea Widl erläuterte sie das Konzept und stellte die Räume vor. „Die Kinderbetreuung ist unsere Alleinstellungsmerkmal“, betonte Ehrler stolz.

Ein weiteres Angebot richtet sich an Grundschulschüler, die im Zentrum bei ihren Hausaufgaben betreut werden, Nachhilfe erhalten oder gezielte Deutschförderung erhalten. Während sich die spezielle Förderung an Kinder mit begrenzten Deutschkenntnissen wendet, stehen Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe auch deutschen Kindern offen. Ein gutes Dutzend Betreuer, darunter Schüler des Dorfener Gymnasiums, lernt täglich mit den Kindern oder unterstützt sie bei den Hausaufgaben.

Kerngeschäft des DZIF ist allerdings der Deutschunterricht für Migranten und Flüchtlinge. Wie Lehrkraft Yvonne Daller erklärte, bietet das DZIF Sprachunterricht an, der sich am gemeinsamen europäischen Referenzrahmen orientiert. Alle Kurse enden mit den TELC-Prüfungen. Vom A 1-Kurs für noch nicht anerkannte Flüchtlinge, der sie befähigt beim Arzt oder Einkaufen zurechtzukommen und von den Kommunen des Landkreises bezahlt wird, bis zu den vom Bundesamt und Migration und Flüchtlinge vorgeschriebenen Integrationskursen, die sich an Menschen richten, die in Deutschland bleiben können, und idealerweise mit B 1 enden. 600 Stunden Unterricht seien vorgesehen, um die Lernenden das Niveau zu bringen. „Realschüler, die Englisch mit B 1 abschließen, haben dazu sechs Jahre Zeit“, sagte Daller. Doch: „Ohne Sprache geht es nicht“, machte sie deutlich. Nicht nur, um in Deutschland beruflich Fuß zu fassen oder mit dem Lehrern seiner Kinder sprechen zu können. „Die Sprache ist auch für das Selbstbewusstsein enorm wichtig“, sagte sie.

Die Idee für den Besuch des Integrations- und Familienzentrums hatte die Dorfener CSU-Stadträtin und FU-Vorsitzende Barbara Lanzinger. „Hier wird eine so tolle Arbeit geleistet, dass ich dachte, das sollten wir uns bei einem unserer regelmäßigen Besuche der Einrichtungen im Landkreis mal anschauen“, erklärte sie. Die Dorfener Frauen Union hat das Zentrum bereits zweimal durch den Erlös der Spielzeugbörse unterstützt.  ahu

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