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Wo jetzt noch ein Holzzaun steht, will Mirsad Dinalic (l.) sein Haus mit einer Betonmauer schützen.

Anwohner In SCHWINDKIRCHEN

Betonmauern gegen Hochwasser

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Fünf Immobilienbesitzer im Schwindkirchener Wohngebiet Steinberg wollen ihre Häuser vor Hochwasser schützen. Dazu werden bis zu zwei Meter hohe Betonmauern errichtet. Der Bau- und Verkehrsausschuss des Stadtrates hat dem zugestimmt.

Dorfen – Mehrfach war es zwischen Juni und Juli verganges Jahr im Bereich der Stadt Dorfen nach unwetterartigen Regengüssen zu heftigen Überflutungen Häusern und Grundstücken gekommen (wir berichteten). Die überfluteten Bereiche lagen allesamt an Baustellen der A 94-Isentalautobahn. Auch die Bewohner in der Höhenberger Straße in Schwindkirchen wurden von einer Sturzflut heimgesucht. Fünf der zehn damals betroffenen Hauseigentümer wollen jetzt ihre Grundstücke mit Betonmauern schützen. Am Mittwochabend wurden die Bauanträge im Bau- und Verkehrsausschuss des Stadtrates behandelt. Bislang waren dort als Einfriedungen nur Holz- oder Maschendrahtzäune mit einer maximalen Höhe von einem Meter zulässig. Mauern und Zaunsockel außerhalb der Baugrenze waren verboten. Im Ausschuss bestand von Anfang an Verständnis dafür, dass sich die Anwohner vor erneuten Schäden durch Hochwasser schützen wollten. Lediglich Landlisten-Fraktionschef Martin Heilmeier sah die geplanten Betonmauern nicht unkritisch. Denn letztendlich könnten dann auch Anwohner auf der anderen Straßenseite solche errichten, wenn der Ausschuss den vorliegenden Bauanträgen zustimmte.

Vizebürgermeister Günther Drobilitsch (Landlisten), der selbst in Schwindkirchen wohnt, sah darin kein Problem. Für ihn ist es vielmehr als „befremdlich“, dass die vom Hochwasser betroffenen Anwohner auf eigene Kosten Schutzmaßnahmen durchführen müssten. Für Drobilitsch steht fest, dass beim Bau der A 94 das nicht gehalten wird, was die Planer der Stadt in puncto Hochwasserschutz versprochen hätten. Es sei „Aufgabe der Stadt“, hier rasch eine Verbesserung der Situation zu erreichen. Der Vizebürgermeister hat nach eigenen Angaben Kontakt mit einem Grundstückseigentümer aufgenommen, dessen Fluren oberhalb der Wohnsiedlung lägen. Er wäre Gesprächsbereit, was Hochwasserschutzmaßnahmen angehe.

Christian Holbl (Landlisten) bezeichnete die gesamte Planung des Wohngebiets „als Fehlplanung“. Die westlichen Grundstücke in dem Wohngebiet, für den der Bebauungsplan 1980er-Jahre aufgestellt wurde, würden alle tiefer liegen, als die Straße. „Jeder weiß, das Wasser abwärts läuft. Daher dürfte wegen der Hochwasserschäden auch nicht alles „auf die A 94-Baustelle geschoben werden“.

Laut Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) ist auch eine neue Variante zum Hochwasserschutz im Gespräch, die von Anwohner vorgeschlagen wurde. Demnach könnte eine zusätzliche Retensionsmulde in dem kleinen Waldstück vor der Wohnsiedlung östlich der Höhenberger Straße für mehr Sicherheit sorgen. Pauschale Vorwürfe von Anwohnern, die Stadt würde sich zuwenig um den Hochwasserschutz kümmern, weist Grundner zurück. Zudem ist auch der Stadtchef der Meinung, dass nicht alle Schuld in der A 94-Baustelle gesucht werden dürfe.

Allerdings ist der Grund im Privatbesitz und zudem als Biotop kartiert, wie Bauverwaltungsleiter Franz Wandinger auf Anfrage erklärte. Die Stadt habe aber bereits mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Wasserwirtschaftsamt Kontakt aufgenommen. Eine weitere Maßnahme sei, dass die Autobahndirektion das oberhalb Steinberg nördlich der Autobahn gelegene Rückhaltebecken auf 2500 Kubikmeter Fassungsvermögen vergrößere. Die Stadt versuche zusätzlich, bei einem Fledermausdurchlass südlich der Autobahn ebenfalls eine Wasserrückhaltung hinzubekommen.

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