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Ein möglicher Standort für eine betreute Wohngruppe wäre das ehemalige Gasthaus Dorfener Stube.

Vorstoß von Seniorenreferentin

Betreutes Wohnen statt Altenheim

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Die Menschen werden immer älter. Damit steigt die Zahl betreuungs- oder pflegebedürftiger Senioren. Doch nicht jeder will den Lebensabend im Pflegeheim verbringen. Seniorenreferentin Doris Minet (ÜWG) will jetzt, dass die Stadt darauf reagiert und Möglichkeiten für betreute Wohngruppen auslotet.

Dorfen – Das Thema Betreutes Wohnen wird seit Jahren im Stadtrat immer wieder einmal angesprochen. Schon 2015 hatte sich der Heimausschuss des städtischen Alten- und Pflegeheims Marienstift über diese Möglichkeit informieren lassen. Die Koordinationsstelle der ambulant betreuten Wohngemeinschaften in Bayern stellte diese Wohnform für Senioren vor. Der große Vorteil: Ambulant betreute Wohngemeinschaften ermöglichen ein selbstbestimmtes, unabhängiges und individuelles Leben im Alter trotz Hilfe- und Pflegebedarf.

Auch im Rahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) wurde diese Art des Wohnens durchaus als Bedarf für die Stadt gesehen. Solche Wohngemeinschaften sollten nach Möglichkeit im Bereich der Innenstadt entstehen.

Als möglicher Standort wird das Areal der seit Jahren geschlossenen Gaststätte Dorfener Stube/Streibl-Saal am Johannisplatz gesehen. Auch die Eigentümer des Areals könnten sich eine Art Seniorenzentrum an dieser Stelle vorstellen, wie sie schon vor geraumer Zeit einräumten. Doch bislang ist seitens der Stadt niemand auf sie zugekommen. Umgekehrt haben sich aber auch die Eigentümer nicht mit der Stadt ins Benehmen gesetzt.

Seniorenreferentin Minet will jetzt einen Prozess in Gang bringen. Sie hat in den Stadtrat einen Antrag eingebracht, wonach in Zusammenarbeit mit dem Marienstift Möglichkeiten für Betreute Wohngruppen gesucht und deren Umsetzung in die Wege geleitet werden sollen. Minet beruft sich bei der Begründung ihres Antrags auch auf die Handlungsempfehlungen des ISEK, dass der Wohnbestand in Dorfen dem demographischen Wandel angepasst werden solle.

Überdies sei der Bedarf solcher Wohnungen in der Heimausschusssitzung im vergangenen November von Marienstift-Leiterin Marion Prey bestätigt worden. Es gebe im Marienstift immer wieder Anfragen zur Unterbringung von Senioren, die noch keinen Heimplatz, aber Betreuung benötigten.

Minet: „Für diese Personen ist eine Unterbringung im Marienstift schwer vermittelbar, die Unterbringung in einer Wohngruppe ideal.“ Minet will zudem, dass auch eine Erweiterung der Kurzzeitpflege im Marienstift geprüft wird. Auch deren Bedarf steige stetig. „Die Umsetzung dieser beiden Angebote ist ein weiterer Meilenstein für die soziale Stadt Dorfen“, konstatiert Minet.

Das Ziel ambulant betreuter Wohngruppen ist in Bayern weitgehend vorgegeben, wie ein Blick auf die Internetseite der Koordinationsstelle der ambulant betreuten Wohngemeinschaften in Bayern zeigt: gut versorgt bis zum Schluss außerhalb eines Pflegeheims leben können. Zwei bis maximal zwölf pflege- beziehungsweise betreuungsbedürftige Personen leben in einer Wohnung oder einem Haus zusammen. Gemeinsam organisieren sie sich notwendige Unterstützungsleistungen und das alltägliche Leben wie etwa einkaufen und kochen. Sie teilen sich Wohn-/Esszimmer und Küche. Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer als Wohn- und Schlafbereich. Alle Entscheidungen werden von den älteren Menschen beziehungsweise deren Angehörigen selbst getroffen. Die Bewohner sind Mieter und werden von einem selbst gewählten Pflege- und/oder Betreuungsdienst versorgt.

Initiator einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft kann jeder sein: Privatpersonen, Vereine, Kommunen, Investoren. Solche Projekt werden auch staatlich gefördert. Bis zu 40 000 Euro Anschubfinanzierung sind möglich.

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