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17. Dorfener Politiker-Derblecken

Das Bier läuft, die Pointen sprudeln

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Stark war beim 17. Dorfener Politiker-Derblecken im E 3-Eiskeller nicht nur das Bier, sondern auch die Protagonisten des Abends. Mit witzigen Pointen aber auch hintersinnigen Bemerkungen brachten sie das Publikum zum Lachen, aber auch zum Nachdenken.

Dorfen – An zwei Abenden floss im E 3-Eiskeller der Josefator. der Brauerei Bachmayer in Strömen, und die Pointen sprudelten aus den Darstellern auf der Bühne nur so heraus. Nachdem Rudi Nagl mit der Quetschen und einem Starkbier-Lied, begleitet von der Gruppe „Da Blechtraum“ eingeheizt hatte, begrüßte Moderator Erich Kiefinger die Gäste zum 17. Dorfener Politiker-Derblecken, „zum fünfen Mal im E 3“.

Den Auftakt machte Egon M. (Martin Mittermaier), „der Migrant aus Isen“. Er erzählte von Dorfener Integrationsprogrammen, wie etwa dem Hemadlenzn am Unsinnigen Donnerstag. „Da kann man bis acht Uhr früh am nächsten Tag ernsthafte Gespräche führen“, sagte er. „Jeder gibt dir eine Antwort – oder versucht’s zumindest.“ Ausführlich widmete er sich dem Wildbieseln. Er erinnerte dabei auch an seine Jugendzeit, als er beim Skifahren durch den Wald geheizt und als Waldfrevler gebrandmarkt worden sein. „Heute werden diese Leute bewundert und heißen Freerider.“ Egon M. mutmaßte: Vielleicht heißen Wildbiesler ja irgendwann Freebiesler.“

Als nächsten Gast kündigte der Moderator Nachrichten vom Dorfener Informationskanal (DIK) an, „regional, überregional, brutal“. Sprecher Fred Janocha verlas witzige Meldungen und ging unter anderem auf ein gemeinsames Mittelzentrum Dorfen-Taufkirchen ein. Gewinnen werde „wahrscheinlich derjenige Bürgermeister, mit dem besseren Draht nach oben – also 1:0 für Taufkirchen“. Beim jüngsten Hemadlenzn-Umzug sei festgestellt worden, dass Lengdorfs Bürgermeisterin Gerlinde Sigl ordnungsgemäß gekleidet war, „während die Dorfener Stadträtin Barbara Lanzinger mit bedrucktem Nachthemd und schwarzen Leggings völlig von der Rolle war“. Die Erderwärmung schob der Nachrichtensprecher schließlich darauf, „dass die heutige Jugend nicht mehr so cool ist, wie wir damals“.

Überragend war einmal mehr der Auftritt der Cilli Mare (Steffi Hönninger). Sie hielt den Stadtoberen in gewohnt scharfer Form den Spiegel vor. Mucksmäuschenstill war es im Saal, als Dorfens Stadtheilige schonungslos vom Leder zog. „Dorfen soll, muss, wird wachsen – und wird zubetoniert“, meinte sie und sah vor ihrem geistigen Auge schon den „Decker-Tower“. Sie fragte sich, ob das neue Dorfener Rathaus überhaupt ins Stadtbild passt und ob das Tagwerk-Gebäude den Fassadenpreis bekommt. Die Cilli Mare regte an, das Wastl-Areal als Wohngebiet auszuweisen, „aber vielleicht sollte man mal jemand anders bauen lassen, als den Decker“. Die von der SPD geforderte Wohnungsbaugenossenschaft hört sich für sie „mehr nach Betreutem Wohnen an“. Den Stadtrat fordert sie auf, einmal nachzudenken: „Einerseits möchte man, dass die Dorfener in Dorfen bleiben, andererseits macht man ihnen das Leben schwer.“ Zum Thema Bahnausbau meinte sie unter anderem: „Mir Dorfener sind umgänglich, aber wir werden zwider, wenn man uns an der Nase herumführen will.“

Dorfens Stadtpolitik griff nach der Pause Egon M. bei seinem zweiten Auftritt auf. „Wenn du Stoff fürs Starkbierfest brauchst, gehst einfach auf eine Dorfener Stadtratssitzung“, meinte er. Er erzählte unter anderem, dass Alt-Bürgermeister Sepp Sterr, der hinter ihm saß, die ganze Zeit geratscht habe, bis ihn eine Frau endlich zum Schweigen gebracht hätte, und verglich Gerald Forstmaier mit Meister Yoda aus Star Wars. Egon M. fragte auch: „Wenn Dorfen einen City-Manager hat, was macht dann eigentlich der Bürgermeister?“ Wenn das mit dem zweigleisigen Bahnausbau so klappen würde, wie es sich die Dorfener wünschen, „dann wäre alles geschafft, und Heinz Grundner könnte endlich heiraten“. Und er mutmaßte weiter: „Dann hätte sich die Sache vielleicht so entspannt, dass der Figl den Trauzeugen macht.“

Zum Schluss enterten „Die Jäger in Person von Rudi Nagl und Günther Janocha die Bühne. Zur Melodie von „Schön ist es auf der Welt zu ein“, nahmen sie die Stadträte aufs Korn: „Wenn Wahnsinn zum Alltag wird, dann bist du im Stadtrat“, meinte Nagl. Er ging süffisant auf die Landtags-Ambitionen von Uli Frank-Mayer und die Beiträge von Martin Heilmeier ein: „Es lebe hoch der Dorfener Stadtrat Martin. Selten bringt er uns voran.“ Als Aufsichtsratsvorsitzenden für die Landesgartenschau schlugen die Jäger Vize-Bürgermeister Günther Drobilitsch vor. Und dem fanatischen FC Bayern-Fan Sepp Jung drohte Nagl schließlich: „Die Sechzger steigen dann als Sponsor ein, dein Schal wird bald ein weiß-blauer sein.“

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