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Georg Brandhuber ist Gründer und Sprecher der BI Bahnausbau.

Bahnausbau

Brandhuber: Mauer des Schweigens bröckelt

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Die Fronten verhärten sich weiter: Die Bürgerinitiative Bahnausbau wirft der Deutschen Bahn vor, den Bahnausbau unter Missachtung gewaltiger Einsparungsmöglichkeiten durchdrücken zu wollen.

Dorfen – Das Tischtuch zwischen der DB Netze und der Bürgerinitiative (BI) „Für einen Bahnausbau ohne Mauer und Schranken“ ist seit geraumer Zeit zerschnitten. BI-Sprecher Georg Brandhuber vertraut den Bahn-Planern längst nicht mehr. Jetzt wirft er der Bahn vor, in Sachen Grundwasseruntersuchung „ein Wand des Schweigens“ errichtet zu haben. Doch die werde „zunehmend durchlässig“, schreibt Brandhuber in einer E-Mail an Thomas Zedelmayr, bei der DB Netze zuständig für Großprojekte Süd und damit die ABS 38. Brandhuber hat Zedelmayr mit Aussagen eines Mitarbeiters der Bohrmannschaft konfrontiert. Dieser habe vor Zeugen bekannt, dass man im Bereich Dorfen erst ab einer Tiefe von 11,40 Meter auf Grundwasser gestoßen sei. Diese Aussage decke sich mit der Feststellung eines Bauherrn unmittelbar am Bahnhof, der bei einer Tiefe von 10.10 Meter nicht auf Grundwasser gestoßen war. Bei diesem tiefen Grundwasserstand würde der Bau eines Troges wesentlich kostengünstiger, als bisher berechnet, so Brandhuber: „Die Wirtschaftlichkeit einer Tieferlegung würde dann wohl niemand mehr bezweifeln.“ Brandhuber wollte daher von Zedelmayr wissen, „in welchem Umfang diese Beobachtungen akzeptiert werden“.

Zedelmayrs Antwort fiel knapp aus. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir an diesen Spekulationen Ihrerseits nicht teilnehmen. Wir werden uns zu diesem Thema nicht äußern, bevor nicht die offiziellen gutachterlichen Stellungnahmen zum Baugrund der ABS 38 vollumfänglich vorliegen“, schrieb der DB-Planer zurück.

Für Brandhuber eine Farce. Entsprechend sauer antwortete er auf die Mail. „Die Aussagen der beiden Zeugen als Spekulation zu bezeichnen, entspricht der Qualität des jahrelangen Dialoges der DB Netze mit uns. Dabei führt gerade diese Ihre Antwort zu Spekulationen, dass Sie Ihre Hinhaltetaktik fortzusetzen gedenken, um Ihre Planung auch gegen den Nachweis der überlegenen Einsparungsmöglichkeiten (über 150 Millionen Euro) und gegen die gesamte Bevölkerung durchzusetzen. Nicht umsonst haben Sie unsere vielfachen Bitten auf Detaillierung Ihrer Kostenschätzung über 63 Millionen Euro für einen ebenerdigen Ausbau bis zum heutigen Tag trotz Stadtratsbeschluss abgelehnt.“ Diese „starre Haltung“ berge die Gefahr der Verschwendung von Steuergeldern Millionenhöhe. Brandhuber kündigte an, dass sich die Bürgerinitiative daher verpflichtet sehe, „die entscheidenden Gremien darauf hinzuweisen“.

Dass für die Bahn die Vorplanung ABS 38 beendet sei, ist für Brandhuber „nicht verständlich“. Schließlich bedürfen die Bahnübergänge Birkenallee, Haager Straße. Kloster Moosen und die Bahnhofsverlegung mit der Schaffung einer Zufahrt zum künftigen Baugebiet auf dem Areal der früheren Ziegelei Meindl der Vorplanungsreife, die in den meisten Fällen nicht gegeben sei. Die beiden Bahnübergänge Lappach und Moosschuster unterlägen dem Beginn der Bauarbeiten und stellten keine Maßnahme im Zuge ABS 38 dar.

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