Einsatz in der „Feuerhölle“: Dorfens Feuerwehrreferent Josef Wagenlechner (M.) hat zusammen mit den Kommandanten Stefan Beham (l.) und Tobias Brandl im Brandcontainer geübt.
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Einsatz in der „Feuerhölle“: Dorfens Feuerwehrreferent Josef Wagenlechner (M.) hat zusammen mit den Kommandanten Stefan Beham (l.) und Tobias Brandl im Brandcontainer geübt.

Brandübungscontainer in Dorfen

In der „Feuerhölle“ den Ernstfall geprobt

Richtig heiß her ging es am Wochenende in Dorfen.

Dorfen – Kaum Sicht durch dichten Rauch und Qualm, dazu große Hitze und unbekanntes Terrain: Das sind nicht ungefährliche Rahmenbedingen, die Atemschutzträger der Feuerwehren beim Brandeinsatz oft vorfinden und damit zurecht kommen müssen. Eile ist zudem bei Brandeinsätzen meist geboten, trotzdem darf kein Fehler passieren. Mit der Stationierung eines Brandübungscontainers am Gerätehaus ermöglichte es Dorfens Stützpunktfeuerwehr, eine Brandsituation realistisch üben zu können.

Mehr als 100 aktive Feuerwehrdienstleistende aus dem Stadtgebiet und von umliegenden Wehren waren am Wochenende durch die „Feuerhölle“ gegangen. Auch der Feuerwehrreferent des Stadtrats, Josef Wagenlechner, wagte einen Einsatz im Brandübungscontainer. Begleitet und angeleitet wurde er von Dorfens Kommandant Stefan Beham und seinem Stellvertreter Tobias Brandl.

Im Container herrscht eine Umgebungstemperatur von bis zu 100 Grad – und an der Decke des Übungsraums bis zu 500 Grad. Unter Beachtung der Hygieneregeln wurde auch Wagenlechner für den Einsatz vorbereitet, sodass Kleidung und Ausrüstung korrekt saßen. Noch locker, mit einem Lächeln, kraxelte der Feuerwehrreferent mit seinen Begleitern vier Meter die Leiter hoch aufs Dach des Übungscontainers. Dort war der Einstieg zur „Feuerhölle“. Dann folgte der Einsatz im Container, wo es öfter heftig rumpelte und es lautstarke Anweisungen gab. Und urplötzlich wurde ein lauter Knall vom Führungsstand ausgelöst – sicher ein Schreck, der nicht nur Wagenlechner durch Mark und Bein ging. Nach „langen“ 15 Minuten entstiegen der Feuerwehrreferent und die beiden Kommandanten wieder der „Feuerhölle“.

Ein verschwitzter Wagenlechner machte da einen doch etwas mitgenommen Eindruck. Vor dem Einsatz hatte er im Gespräch mit der Heimatzeitung noch gesagt: „Ich freu’ mich drauf, das ist hochinteressant, das muss ich sehen.“ Unmittelbar nach dem Einsatz berichtete er: „Heiß, finster, rauchig und interessant. Ich kann nur bewundern, was die Leute da machen. Das war Übung, aber im Ernstfall hast du dann noch den Druck, du musst jemand suchen und dabei ruhig bleiben. Eine brutale Leistung – Hut ab.“ Und er ergänzte: „Fünfzehn Minuten da drin, da bist du fertig – zumindest ich.“ Die Kostenübernahme sei „sehr gut investiertes Geld, da ist uns kein Euro zu schade“.

Das sah vor Ort auch Bürgermeister Heinz Grundner so, wie er der Heimatzeitung bestätigte. Er war bereits 2008 „selbst auch in einem Brandcontainer drin. Das war ein intensives Erlebnis und eine bleibende Erinnerung.“ Da habe der Stadtchef persönlich erfahren, „was auf die Leute zukommt“.

Die Stadt habe die Ausgaben für den Brandübungscontainer von rund 5000 Euro wieder übernommen. Damit sei sich Dorfen auch „seiner Rolle als Mittelzentrum bewusst“, da auch mehrere Nachbarfeuerwehren Gelegenheit hatten, die Übungsanlage zu nützen. Für Atemschutzträger sei „so eine Übung unter realen Bedingungen zwingend notwendig“, meinte Bürgermeister Grundner. Damit werde zudem ein Ausbildungsstand „auf hohem Niveau“ gesichert.

Ziel sei laut Kommandant Beham gewesen, unter Realbedingungen, aber sicher das Erlernte zu trainieren. Feuer, Rauch, Hitze, die Grenzen der Schutzkleidung – und vielleicht auch mehr Respekt herzustellen für das, was Feuer eigentlich bedeute.

Simuliert wurden ein Treppenbrand, ein Gas-Industriebrand sowie ein klassischer Zimmerbrand. Lebenswichtig sei, dass jeder immer an einen gesicherten Rückzug denke.

Für ihren Einsatz bedankte sich Beham besonders bei den Ausbildern und Helfern um Maximilian Wagner, Tobias Brandl und Rudi Hohenadl „für die perfekte Organisation der Veranstaltung“. Ein Lob gab es auch für die Verantwortlichen der Stadt, die diese „wertvolle Fortbildungsmöglichkeit“ ermöglicht hätten.

Brandl berichtete, dass mehr als 100 Aktive der Feuerwehren Dorfen, Eibach, Grüntegernbach, Schwindkirchen, Wasentegernbach und Zeilhofen sowie auch aus den Nachbarwehren Taufkirchen, Hofkirchen, Hohenpolding, St. Wolfgang und Lengdorf durch den Brandübungscontainer geschleust worden seien. Alle waren sich einig: „Ein voller Erfolg für die Sicherheit im Feuerwehrdienst.“

Hermann Weingartner

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