„Das Konzert ist das Ziel gemeinsamen Übens“: Die Schulfamilie vermisst gemeinsame Auftritte. 
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„Das Konzert ist das Ziel gemeinsamen Übens“: Die Schulfamilie vermisst gemeinsame Auftritte. 

Musik und Theater am Gymnasium Dorfen: Ensembles proben online für die Zeit nach der Pandemie

Bühne leer, Computer an: Gymnasium Dorfen probt online

Musik und Theater am Gymnasium Dorfen: Die Ensembles proben online für die Zeit nach der Pandemie.

Dorfen – Wer vermisst sie nicht, die Konzerte und Theateraufführungen am Dorfener Gymnasium? Seit jeher prägen Veranstaltungen der Schulfamilie das kulturelle Leben in der Isenstadt. Aber auch mitten in der Pandemie wird fleißig geprobt. Wenn Auftritte wieder erlaubt sein werden, geht es mit konzertanten Meisterleistungen weiter. Und mit Theater. Ein Blick zurück, ein Blick nach vorn – mit Vertretern des Direktorats, der Lehrer und der Schüler.

Musiklehrerin Irmgard Bauer lässt das Programm aus der Zeit vor dem Lockdown Revue passieren. Ende Oktober 2019 feierte das Musical „Change The Rhythm“ auf der Bühne des Dorfener Gymnasiums Uraufführung. Choreografie, schauspielerische und musikalische Leistungen der 20 Darsteller waren großartig – das Publikum belohnte sie mit frenetischem Applaus, verlangte nach Zugaben.

Bauer erinnert aber auch an die traditionellen Konzerte zu Weihnachten oder im Sommer. Nach ihrem persönlichen Highlight befragt, antwortet die Oberstudienrätin salomonisch: „Egal ob Bigband, Auftritte mit 180 Mitwirkenden und einer riesigen Performance oder Solo-Einlagen und Klassen-Events – ich will auch die kleineren Leistungen der Schüler nicht schmälern.“

Schöne Erinnerung: Das Musical „Change The Rhythm“ feierte 2019 auf der Schulbühne sensationelle Erfolge.

Der letzte Auftritt war im März vergangenen Jahres. Seither ist Schluss. Die Bühne im Gymnasium bleibt leer, der Vorhang geschlossen. Auch gab es keine Konzerte in Algasing oder im Marienstift.

„Klar bekommt die Schulfamilie Anerkennungen für die kulturellen Auftritte. Die Theatergruppe des Dorfener Gymnasiums wurde im Jahr 2000 sogar mit dem Kulturpreis des Landkreises Erding ausgezeichnet“, sagt Studiendirektor Wolfgang Lanzinger. Und damit nicht genug: „Auch die Musiker und Darsteller profitieren. Es ist nicht leicht, im Rampenlicht zu stehen. Die Schüler gewinnen dadurch an Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein.“

Musiklehrerin Bauer ergänzt: „Die Begeisterung des Publikums bedeutet Erfolg für die investierte Übungszeit und den Fleiß.“ Das Konzert bleibe Ziel und Ansporn des gemeinsamen Übens.

Musikalische Höhepunkte: Die Weihnachtskonzerte, hier 2018, locken immer viele Besucher ins Gymnasium.

Abiturient Jakob Marsmann prägten die Auftritte nachhaltig. Er will Jazz-Schlagzeug an der Musikhochschule in München studieren. Wichtig wäre ihm ein letztes, großes Konzert nach bestandener Reifeprüfung. Es werde „Zeit, dass man sich wieder persönlich trifft, gemeinsam musiziert. Die Abi-Veranstaltung ist der Abschluss der Schulzeit, deshalb wäre es schade, wenn die Feier ausfällt.“

Geplant sind Konzerte im Sommer. „Wir hoffen, dass möglichst bald wieder gemeinsame Proben für Chor, Bigband und Orchester möglich sind. Wir haben hier an der Schule ja keine Profis, alles wird über Monate geübt und aufgebaut“, sagt Irmgard Bauer. Auch im Online-Unterricht werde musiziert: „Beim Projekt Music@Home kann jeder Schüler seine eigene Musik dem Musiklehrer oder seiner Klasse schicken und wird so motiviert, zuhause weiter zu machen.“

Auch das Theaterensemble trifft sich derzeit virtuell: „Wir halten Videokonferenzen, proben online“, sagt Mathematiklehrerin Julia Bauer, die für die Schülerauftritte verantwortlich ist. „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ steht auf dem aktuellen Spielplan. „Die Gruppe entscheidet gemeinsam, welches Stück auf die Bühne kommt.“ Sozialkritische Aufführungen mit Lerneffekt stehen im Fokus: „Themen, mit denen sich die Schüler identifizieren können.“ „Der Besuch der alten Dame“ im vergangenen Jahr war Julia Bauers Favorit: „In dem Klassiker geht es um das Verzeihen. Aber auch um materialistische Einstellungen. Ein auch heute noch durchaus aktuelles Thema.“

Michaele Heske

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