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Das Regenrückhaltebecken soll einer Bebauung weichen: Die Anlieger befürchten eine Katastrophe. 

Bebauung am Tappberger Feld

Bürger: Rückhaltebecken soll bleiben

Auf die massive Wohnungsnot ist Nachverdichtung eine Antwort und oft politischer Wille in den kommunalen Gremien. Auch Dorfens Stadtrat befürwortet grundsätzlich Nachverdichtung und eckt damit regelmäßig heftig an: zuletzt am Dammerlberg und jetzt am Tappberger Feld in Grüntegernbach.

Grüntegernbach – Bei der Infoveranstaltung des CSU-Ortsverbands Tegernbach (wir berichteten) konnten Helmut Greimel und Richard Handl als Vertreter des Tappberger Felds ihre Probleme und Befürchtungen angesichts der „massiv geplanten Nachverdichtung“ in ihrer Siedlung schildern. Dazu zeigten sie eine ausführliche Video-Präsentation, die CSU-Bürgermeister Heinz Grundner als „beeindruckend“ kommentierte.

Man sei „nicht gegen eine Bebauung“, stellte Greimel klar. Die Bebauung freier Grundstücke sei „sinnvoll und überfällig“ und daher auch das neue Baugebiet „Grüntegernbach Ost“ wichtig. Aufgrund der Wucht der geplanten Bebauung und möglicher verschärfter Hochwassergefahr, gerade bei Starkregen, im Tappberger Feld seien die Anwohner im Aufruhr und die Stimmung sehr gereizt. Hintergrund ist die beantragte 2. Bebauungsplanänderung „Tappberger Feld“ für sieben neue Wohneinheiten auf sehr knapper Fläche samt Regenrückhaltebecken. Das Verfahren wurde im Bauausschuss des Stadtrats mit 7:3 Stimmen eingeleitet. Die Einwendungsfrist läuft noch bis nächste Woche. Dann geht’s wieder in den Bauausschuss, der die Stellungnahmen abwägt.

1989 wurde das Tappberger Feld Ost mit 16 Einfamilienhäusern bebaut, 2002 folgte der West-Teil mit weiteren zehn Einzelhäusern, schilderte Greimel. Weil der Regenwasserkanal für die zweite Siedlung zu klein wurde, musste der Spielplatz einem Regenrückhaltebecken weichen. Im Ost-Teil seien bis heute fünf und im West-Teil vier Grundstücke vom Eigentümer wegen fehlendem Bauzwang nicht bebaut und auch nicht verkauft worden. „Einheimische mussten in anderen Orten Baugrundstücke erwerben, da Bauen in Grüntegernbach nicht möglich war“, bedauerte Greimel.

Das Regenrückhaltebecken werde künftig angeblich nicht mehr benötigt, weil in einem neuen Kanal das Oberflächenwasser zu einem bestehenden großen Becken am östlichen Ende der Siedlung geleitet werde, sagte Greimel. Da stelle sich die Frage, ob die Kosten auf die Siedlungsbürger umgelegt werden.

Zweifel wurden daran geäußert, dass man das Regenauffangbecken nicht mehr brauche. Sei das weg, würden die künftig neuen Anlieger bei Starkregen absaufen, wie man es schon hatte, ist Handl überzeugt. Bei heftigem Regen aus der angrenzenden, abschüssigen landwirtschaftlichen Fläche fließe das Wasser direkt sturzbachartig in die Siedlung, was man „zwei, drei Mal im Jahr hat“. Der Kanal sei dann häufig „schnell dicht“ und das Regenbecken meist fast voll – oder laufe wie 2010 auch mal über. Ohne das Becken bestehe ein „enormes Risiko für die ganze Siedlung“ samt geplanter Neubebauung. In Grüntegernbach war es 2010 und in Schwindkirchen 2017 zu massiven Überschwemmungen in den Siedlungen nach Starkregen gekommen, erinnerte Greimel.

Ein anderes Problem stelle die Höhe der neuen Bebauung dar, sagte Greimel. Bisher galten Wandhöhen von vier Metern, außer bei Hanglagen. Bei den neuen Häusern seien Wandhöhen bis 6,45 Meter geplant. Der Höhenunterschied von 2,45 Metern sei zu massiv, und die Häuser wirkten „wie Fremdkörper“. Das habe „nichts mehr mit ländlicher Bebauung zu tun“. Das sei nicht fair, man fordere „gleiches Recht für alle“. Die Tappberger wollen eine „normale Bebauung“ und den Erhalt des Rückhaltebeckens zur Sicherheit der Anwohner.

Bürgermeister Grundner betonte, das Verfahren sei wegen des Antrags eines Grundstücksbesitzers in Gang gekommen. Die Hochwassergefahr und Funktion des neuen Kanals werde vom Wasserwirtschaftsamt geprüft. Nachverdichtung zur Flächenschonung sei Konsens im Stadtrat. Über die Wandhöhen werde man im Bauausschuss sicher nochmal diskutieren.

Hermann Weingartner

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