Problemzone: Ein neues Baugebiet soll westlich des Hochwasserbecken Dorfen Süd entstehen. Die Wasserrückhaltung ist jedoch noch nicht geklärt. Foto: Weingartner

Wegen Hochwassergefahr

Bürger wehren sich gegen neues Baugebiet

Dorfen - Im Süden Dorfens plant die Stadt ein großes Baugebiet. Dadurch gehen Regenrückhalteflächen verloren. Ein integrales Hochwasser- und Rückhaltekonzept soll Hochwasser vermeiden.

 „So schnell wie möglich“ sollen am südlichen Stadtrand von Dorfen Maßnahmen zur Verbesserung des Oberflächenwasserabflusses geplant und umgesetzt werden, sagte die Leiterin der Finanzverwaltung, Maria Bauer im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates. Hintergrund: Die Stadt plant dort auf dem Areal zwischen Hochwasserbecken-Süd und Staatsstraße nach Isen bis etwa zur westlichen Bebauungsgrenze der Isener-Siedlung im Süden ein großes Wohnbaugebiet. Noch Zukunftsmusik, aber auch im Bereich westlich und nördlich von Oberhausmehring bis zur Bahnlinie ist Wohnen und Gewerbe geplant. Auch da muss dann eine Lösung für das Regenwasser gefunden werden.

Bisher wird der Regen in den feuchten Wiesen um die Isener Siedlung zurückgehalten, die wie ein Schwamm wirken und den Hochwasserabfluss letztlich verzögert der Isen zuleiten. Mit der geplanten Bebauung und enormen Versiegelung der Flächen muss die Stadt für den gefahrenlosen Abfluss des Oberflächenwassers durch Regenereignisse sorgen. Dabei dürfen aber die Millionen teuren Hochwasserabflussverbesserungsmaßnahmen an der Isen durch den Stadtbereich nicht an Funktionalität verlieren.

Im Gespräch war ein zweites Hochwasserbecken westlich des bereits bestehenden Rückhaltebeckens-Süd nahe der Birkenallee. Das ist aber wohl wieder vom Tisch. Ein integrales Hochwasser- und Rückhaltekonzept für Dorfen-Süd, Hausmehringer Graben und Moosgraben soll nun genaue, mögliche Auswirkungen der geplanten Bebauung aufzeigen. Aus der Expertise sollen sich auch Maßnahmen ableiten, wie wirkungsvoller Hochwasserschutz umgesetzt werden kann. Auch die Grundwasserproblematik im Altbestand der Isener Siedlung soll eine Berücksichtigung finden.

In der Siedlung am westlichen Stadtrand regt sich jedoch Widerstand gegen die neue Bebauung und es hat sich eine Bürgerinitiative gegründet (wir berichteten). Die Hausbesitzer befürchten Nachteile für ihren Bestand, vor allem durch einen steigenden Grundwasserspiegel. Solange der Einfluss der geplanten Wohnbebauung auf die Isener Siedlung nicht eindeutig geklärt und negative Auswirkungen auf den Altbestand ausgeschlossen sind, muss die Stadt mit massivem Bürgerwiderstand rechnen.

Einstimmig beschlossen wurde, dass ein integrales Hochwasser- und Rückhaltekonzept für Dorfen-Süd, Hausmehringer Graben und Moosgraben erstellt wird. Als Kosten gab Bürgermeister Heinz Grundner rund 30 000 Euro an. Weil die Planung zuschussfähig ist, wird ein Zuwendungsantrag gestellt und auf Grund der Dringlichkeit auch ein vorzeitiger Maßnahmebeginn beantragt.

Hermann Weingartner

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Heiße Rennen unter sengender Sonne
Ein erfolgreiches Comeback hat gestern das beliebte Pferdrennen beim Dorfener Volksfest nach vierjähriger Pause gefeiert. Fast 1500 begeisterte Zuschauer verfolgten …
Heiße Rennen unter sengender Sonne
Erst Kiesgrube, dann Deponie
Im Steinkirchener Ortsteil Riemading soll eine große Kiesgrube neu erschlossen werden. Nach erfolgter Ausbeutung soll sie abschnittweise auch als Deponie genutzt werden. …
Erst Kiesgrube, dann Deponie
Gemeinde muss nachbessern
Neben dem Ortsteil Ramperting (wir berichteten) hatte die Gemeinde Hohenpolding in der Gemeinderatssitzung im März auch für den Ortsteil Reinting eine …
Gemeinde muss nachbessern
Gottesdienst am Brunnen
Schöner hätte das Wetter nicht sein können, als die Pfarrgemeinde Isen am Dienstag ihren Festgottesdienst zu Mariä Himmelfahrt feierte.
Gottesdienst am Brunnen

Kommentare