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Gründer: Alexander Spaeing ist Administrator der Dorfen-Gruppe.

5 Jahre Facebook-Gruppe Dorfen

Bürgermeister in der virtuellen Stadt

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„Leben findet Innenstadt“ heißt das Städtebauförderungsprogramm des Freistaats, von dem auch die Stadt Dorfen profitiert. Doch Leben findet auch im virtuelle Dorfen statt. In der Facebook-Gruppe Dorfen sind momentan über 4200 Mitglieder angemeldet – und diskutieren teilweise heftig untereinander.

Dorfen –Vor fünf Jahren hat Alexander Spaeing die Gruppe gegründet. Bis heute ist er auch der einzige Administrator der Gruppe, der sagt, wie die Spielregeln sind.

Spaeing hat die Gruppe gegründet, damit sich Dorfener aber auch Zugezogene austauschen, informieren und miteinander kommunizieren können. Das Spektrum reicht von Veranstaltungs- und Partytipps bis hin zu Anfragen, wer denn mit Rat und Tat helfen könne, oder Suchmeldungen bei vermissten Katzen und Hundn. Diese Art des Austausches ist für den 54-Jährigen problemlos. Schwieriger wird es, wenn es um Politik im Allgemeinen und das Thema Asylbewerber im Speziellen geht. Dann geht es in der Gruppe nicht selten hitzig ab.

Anstatt Argumente auszutauschen fliegen dann schon mal virtuell die Fäuste. Besonders dann, wenn der AfD-Kreisverband Veranstaltungen postet oder bei politischen Diskussionen provoziert. Die einen wollen „die Hetzer, die Ewiggestrigen“ missionieren, die anderen die „linksgrün-versifften Gutmenschen“ wachrütteln. „Bei jeder Diskussion kann man eine Blaupause machen. Es sind immer die selben Leute, die aufeinander losgehen, es geht immer um die selben Themen“, sagt Spaeing dazu. Bis zu einem gewissen Grad lässt der Administrator solche Diskussionen zu. Wenn es zu bunt wird, löscht er die Posts. Das bringt dem Dorfener immer wieder mal den Vorwurf der Zensur ein. Doch damit kann Spaeing leben. „Wer diskutieren will, soll zu den Veranstaltungen der Parteien gehen und dort diskutieren.“ Denn die Gruppenregeln sagen klar: „Respektvoller und gepflegter Umgang miteinander ist Pflicht. Beleidigungen werden nicht geduldet.“ Und: „Ich mag weder Rechts- noch Linksradikale.“

Dabei ist es aber ausdrücklich gestattet, dass Parteien in der Gruppe für sich Werbung machen, Stellungnahmen abgeben, Veranstaltungen ankündigen. Es sollte aber unmittelbar Dorfen betreffen. „Das heißt aber nicht, das nicht über Politik allgemein diskutiert werden darf, es sollte sich aber in einem geordneten Rahmen halten“, sagt Spaeing dazu.

In der Gruppe ist auch Werbung von Firmen und Gewerbetreibenden zulässig. Einmal die Woche können Personen oder Firmen aus dem Landkreis auf sich aufmerksam machen. Geld verlangt Spaeing dafür nicht. Er will die Gruppe auch nicht durch bezahlte Werbung kommerzialisieren. In der Werbung heimischer Unternehmen sieht der Administrator vielmehr auch Information.

Noch hält sich der zeitliche Aufwand für Spaeing in Grenzen. Täglich 30 Minuten ist er in etwa damit beschäftig, einigermaßen den Überblick zu behalten, was in der Gruppe abgeht. „Eigentlich ist die Gruppe sehr einfach zu handhaben“, sagt er. Andererseits könne niemand erwarten, „dass ich stundenlang alle Beiträge durchlese“. Wer sich etwa beleidigt oder diffamiert fühle, könne sich mit ihm direkt in Verbindung setzen. So wie es jetzt in der Gruppe laufe, ist es für Spaeing „ok“. Sein Ansinnen: „So sollte es auch bleiben.“

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