+
Die Stadtratsbewerber der ÜWG Dorfen (vorne, v. r.): Bürgermeisterkandidat Sven Krage, Josef Jung, Bianca Lanzl, Andreas Mangstl, Stefan Eichner, Dominik Gerbl und Elisabeth Bauer sowie (2. Reihe, v. r.) Claudia Janocha, Fred Janocha, Daniel Steinweber, Florian Wurzer, Bettina Kronseder, Maryse Albers, FW-Landratskandidat und Wahlleiter Hans Schreiner sowie (3. Reihe, v. r.) Ferdinand Zilcher, Johann Hörmann, Walter Zwirglmaier, Anna Kronseder, Stefan Schweiger und Stephan Hintzen. 

Kommunalwahl 2020

ÜWG Dorfen nominiert Newcomer

Entgegen der Erwartungen hat die ÜWG Dorfen nicht den langjährigen Stadtrat Josef Jung, sondern den Newcomer Sven Krage zum Bürgermeisterkandidaten aufgestellt.

Dorfen – Mit gleich zwei Überraschungen wartete die ÜWG Dorfen in ihrer Aufstellungsversammlung in der ESC-Stadiongaststätte auf. Nicht der langjährige Stadtrat Josef Jung wurde als Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahlen aufgestellt, sondern Newcomer Sven Krage aus Eibach. Zudem wird Dorfens 3. Bürgermeisterin Doris Minet nicht mehr für den Stadtrat kandidieren.

Bürgermeisterwahl: Josef Jung nicht mehr jung genug?

Mit der Formel „Drei plus zwei plus eins“ möchte die Überparteiliche Wählergemeinschaft ins Rathaus ziehen. Das heißt: drei etablierte Stadträte Minimum, zwei neue aus der Mannschaft dazu und ein Bürgermeister. Um als solcher zu kandidieren, dafür hält sich Josef Jung nicht mehr für jung genug. „Wir ziehen mit einem jungen Team in den Wahlkampf, da braucht es auch einen jüngeren Bürgermeisterkandidaten“, erklärte der 60-jährige Versicherungsmakler, der „voll hinter der Kandidatur von Sven Krage“ steht. Schon als er den 51-Jährigen kennen gelernt habe, habe er gewusst: „Das ist unser Mann, der den Kampf ums Rathaus gewinnen wird.“

Krage sieht sich als Verbindungsglied zwischen den jungen Leuten und Dorfens Senioren. „Ich stehe in der Mitte“, sagte der Vertriebsleiter eines Münchner Medizintechnik-Herstellers in der Vorstellungsrunde. Krage möchte sich einbringen. „Eine meiner Kernkompetenzen ist lösungsorientiertes Denken“, sagte er. Es gehe ihm darum, „Ziele mit aller Kraft umzusetzen und Dorfen weiterzuentwickeln“.

Die ÜWG wieder zu alter Stärke führen

Krage ist in zweiter Ehe verheiratet und Vater eines Sohnes. Von 2003 bis 2015 lebte er in Oberdorfen, nun in Eibach. Dort engagiert er sich bei der Freiwilligen Feuerwehr. Sein Motto: „Nicht nur reden – Dinge kann man nur verändern, wenn man tatsächlich was tut.“

Die Überparteilichen Wähler hätten geschwächelt, meinte Jung, der auf Listenplatz 2 kandidiert: „Es ist wichtig, die ÜWG wieder zu alter Stärke zurückzuführen.“ Zu den Zielen der ÜWG gehört es, den geplanten Bahnausbau in der Vieregg-Variante durchzusetzen. Auch die neu geplante Trasse für die B 15 „muss kontrovers diskutiert werden“, so Jung. Ähnlich sieht es mit der Auslagerung der Sportstätten und der Sanierung respektive des Neubaus eines Schwimmbads aus. „Wir werden um die beste Lösung ringen“, versprach der langjährige Stadtrat. Seine Devise: „Mit einem jungen Team an alte Traditionen anschließen.“

Stadtratswahl: Junges ÜWG-Team

Zum jungen Team gehört beispielsweise Kilian Fischer auf Listenplatz 8, gerade 22 Jahre alt. Der Student möchte mit „Pragmatismus und nicht parteipolitisch“ agieren. Oder der 30-jährige Daniel Steinweber, der sich mit dem ÜWG-Programm sehr gut identifizieren kann und auf Platz 7 steht. Bianka Lanzl, ebenfalls 30 Jahre alt (Listenplatz 3), meinte: „In Dorfen wurde viel verschlafen. Die ÜWG kann was reißen. Und da will ich dabei sein.“

Allen Kandidaten ist die Überparteilichkeit wichtig: „Wir sind nicht parteipolitisch gebunden, sondern können sachgerecht handeln und müssen uns nicht einer Parteilinie unterwerfen“, fügte Lanzl, Mutter von drei Kindern, an. Dominik Gerbl (38/ Listenplatz 5) ergänzte: „Dorfen wächst kontinuierlich. Mir ist wichtig, dass junge Leute in der Gegend wieder bauen können.“

Dritte Bürgermeisterin Doris Minet hatte sich nicht mehr aufstellen lassen. „Ich werde heuer 70 Jahre alt“, begründete sie ihre Entscheidung. Minet gehört dem Dorfener Stadtrat seit 2001 an und mischt damit seit mehr als 18 Jahren in der Kommunalpolitik mit. „Das war eine lange, oft aufreibende Zeit.“ Viel bewirkt habe sie allerdings, gerade als Seniorenreferentin des Stadtrats, zog Minet Bilanz. Dazu gehört das Beratungsbüro für Senioren, das einmal wöchentlich Termine anbietet. Das Angebot richtet sich auch an pflegende Angehörige und gibt Hilfestellung für alle pflegebedürftigen Menschen. „Es wird Zeit, das Steuer den jungen Menschen zu überlassen“, meinte auch Minet abschließend.

Die ÜWG-Kandidaten

1. Sven Krage, 2. Josef Jung, 3. Bianka Lanzl, 4. Andreas Mangstl, 4. Dominik Gerbl, 5. Stefan Eichner, 7. Daniel Steinweber, 8. Kilian Fischer, 9. Walter Zwirglmaier, 10. Stephan Hintzen, 11. Florian Wurzer, 12. Johann Hörmann, 13. Bettina Kronseder, 14. Fred Janocha, 15. Martin Fischer, 16. Anna Kronseder, 17. Claudia Janocha, 18. Stefan Schweiger, 19. Peter Mühlhofer, 20. Elisabeth Bauer, 21. Maryse Albers, 22. Martin Mannseicher, 23. Achim Steiger, 24, Ferdinand Zilcher, 25. Sabrina Jung, 26. Rosina Maria Zwirglmaier, 27. Kurt Minet.

Michaele Heske

Alle Nachrichten rund um die Kommunalwahl 2020 im Landkreis Erding finden Sie auf unserer Themenseite.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

A 94: Alle Fakten kommen ins Internet
Beim „Lärmschutzgipfel“ in Rattenkirchen sichern die  Regierung von Oberbayern und  die Autobahndirektion Transparenz zu. Es gab viel Diskussionsbedarf.
A 94: Alle Fakten kommen ins Internet
Der neue Recyclinghof in Moosinning: Größer und gut zu erreichen
120 Wertstoff- und 30 Recyclinghöfe gibt es im Landkreis Erding. Einer davon wurde jetzt neu eröffnet: der Recyclinghof im Moosinninger Gewerbegebiet Am Bleichbach.
Der neue Recyclinghof in Moosinning: Größer und gut zu erreichen
Horror-Moment in Lufthansa-Flieger nach Miami - Maschine kehrt um
Bange Momente im Airbus A380 auf dem Flug von München nach Miami. Über dem Atlantik kam es plötzlich zu einem Feueralarm. Die Maschine musste umkehren.
Horror-Moment in Lufthansa-Flieger nach Miami - Maschine kehrt um
Protest gegen Müllflut: Bäcker setzt kreatives Zeichen gegen Kassenbon-Pflicht
Mit Zuckermasse und Himbeermarmelade macht ein Bäcker aus dem Landkreis Erding auf die eingeführte Kassenbon-Pflicht aufmerksam. Die Kunden finden die Idee toll. 
Protest gegen Müllflut: Bäcker setzt kreatives Zeichen gegen Kassenbon-Pflicht

Kommentare