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Auto teilen, anstatt kaufen: Das ist Carsharing. In Dorfen wird heftig diskutiert. 

„Stadtchef verprellt Bürger“

Carsharing: SPD keilt gegen Grundner

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Darf die Stadt Privatpersonen mit einem Zuschuss unterstützen, die ihr Auto für Carsharing zur Verfügung stellen wollen? Ja, glaubt Umweltreferent Gerald Forstmaier (Grüne). Die Kommunalaufsicht beim Landratsamt und der Bayerische Gemeindertag sehen das dagegen sehr kritisch. Und die SPD schießt sich auf Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) ein.

Dorfen – Entstanden ist die Diskussion aufgrund eines Antrags von Umweltreferent Forstmaier. Er will, dass die Stadt einem Ehepaar, dass sein Auto für das Carsharing zu Verfügung stellen will, 1300 Euro für einen dafür notwendigen Bordcomputer bezahlt. Im Autoteilen sieht der Umweltreferent eine Verbesserung der Mobilität auf dem Land, die weniger umweltrelevante Nachteile habe als der Individualverkehr.

In Dorfen ist ein Ehepaar bereit, ein neues Auto für einen Carsharing-Betrieb zur Verfügung zu stellen. Die Abwicklung der Modalitäten wie Versicherung, Logistik der Buchungsseite, Bereitstellung der Identifikationskarte und anderes soll über „Stattauto München“ laufen. Doch damit das Carsharingsystem reibungslos funktioniere, die Abrechnungen gemäß der gefahrenen Kilometer erfolge und vor allem, dass nur Berechtigte mit einer Identifikationskarte fahren könnten, dafür werde ein Bordcomputer benötig. Und einen solchen soll die Stadt für das Ehepaar anschaffen, hat Forstmaier beantragt.

Im Haupt- und Finanzausschuss hatten sowohl Finanzverwaltungsleiterin Maria Bauer als auch Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) darauf verwiesen, dass eine Nachfrage der Stadt bei Landratsamt und Bayerischem Gemeindetag ergeben habe, dass ein solcher Zuschuss an Privatleute höchst problematisch gesehen werde. Grundner plädierte daher dafür, den Antrag abzulehnen. Entschieden wurde darüber jedoch noch nicht. Denn das Umweltamt der Stadt hat sich an den kommunalen Prüfungsverband gewandt, wie der die Sachlage sieht. Eine Antwort liegt noch nicht vor. Dennoch gibt es Ärger.

Für die Dorfener SPD ist das Verhalten des Bürgermeisters „typisch“. Anstatt private Initiativen zu fördern und zu unterstützen, verprelle Grundner die Leute. „Die Familie will für ihr Auto ja keine neuen Hintersitz oder neue Reifen. Sie will das Zusatzgerät, damit die Buchungen für das Carsharing gemacht werden können“, so Müller-Ermann in der Jahrespressekonferenz der SPD. „Noch schlimmer“ erachtet er „die Art und Weise“, wie man mit dem Antrag und damit mit der Dorfener Familie umgegangen sei. Müller-Ermann: „Dieser Bürgermeister ist in jeder Beziehung ein bisweilen unerträglicher Bürokrat. Der müsste doch ganz anders reagieren. Etwa: ,Da versuchen wir eine Lösung zu finden, wir freuen uns, dass in Dorfen private Leute sich einbringen‘“. Und der SPD-Stadtrat gibt Grundner einen Tipp für die Zukunft: „Auch im Umgang mit Bürgern gilt: Der Ton macht die Musik.“

Behörden sehen
Zuschuss kritisch

„Unerträglicher
Bürokrat“

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