B 15-Sperre

Chaos kommt, Umfahrung muss her

In der Stadt Dorfen ist man aufgeschreckt: Die Hauptverkehrsader B 15 wird wegen eines Brückenbaus 2018 für ein halbes Jahr komplett gesperrt. Ein Chaos droht. Die CSU sucht nach einer Lösung.

Dorfen Die Verkehrsproblematik ist in Dorfen seit Jahren ein Dauerbrenner und wurde auch beim politischen Frühschoppen der Konservativen diskutiert. An der CSU-Basis will man angesichts des drohenden Verkehrschaos’ in Dorfen nicht auf eine B 15 neu als Entlastung warten. Eine Ortsumfahrung soll Entlastung bringen.

„Der Verkehr wird sich in Dorfen brutal entwickeln“, gab der Ortsvorsitzende und Bürgermeister Heinz Grundner der Diskussion Nahrung. Laut einer aktuellen Verkehrszählung wurden rund 19 000 Fahrzeuge im Bereich B 15/Bahnhofstraße gezählt. Der Verkehr werde mehr, und das „nicht nur gefühlt“, wie der politische Gegner im Stadtrat glaube. Und erst recht, wenn Ende 2019 die A 94 eröffnet und die B 15 zusätzlich zum Autobahn-Zubringer werde. Dann sei mit 25 000 Fahrzeugen täglich auf der B 15-Ortsdurchfahrt zu rechnen. „Darüber müssen wir uns Gedanken machen“, forderte Grundner.

„Wir brauchen eine Ortsumfahrung“, betonte Ewald Kosmann. Er gab zu bedenken, dass man an der B 15 auch eine massiv höhere Feinstaubbelastung durch die Verkehrszunahme bekommen werde. Die träfe Anlieger und drei Kindergärten. Es müsse jetzt gehandelt werden, denn bis eine Umfahrung tatsächlich geplant und gebaut sei, dauere es acht bis zehn Jahre. Und wenn der B 15-Bahnübergang in Dorfen gebaut werde, sei mit einer Sperrung der B 15-Ortsdurchfahrt von mehreren Jahren zu rechnen.

Die Hoffnung auf Entlastung liegt auf dem Bau der B 15 neu. Die müsse auf die raumgeordnete Trasse bei Velden kommen. Altbürgermeister Josef Sterr bezeichnete das Projekt als „Trauerspiel“. Er befürchtet, der Landkreis Mühldorf habe „die politische Potenz“ (Staatsminister Marcel Huber; Anm. d. Red.), die Trasse im Landkreis Mühldorf zu verhindern. Stadtrat Ludwig Rudolf bezeichnete indes das Warten auf eine B 15 neu „als keine gute Lösung“ für Dorfen. Er forderte, man sollte als Umfahrung „eine Westtrasse akzeptieren“. Darüber müsse man sich Gedanken machen, zwingend vor dem Bau einer B 15 neu.

Eine ortsnahe Trasse wurde von Alois Fellermayer kritisch gesehen, denn die wäre bald wieder innerorts. Er könne sich eine Trasse im Bereich zwischen Zeilhofen und Landersdorf vorstellen.

Bürgermeister Grundner fasste am Ende zusammen: Die Frage sei „nicht ob, sondern wie und wo“ die Straße gebaut werden soll. Zwischen Niederham und Oberdorfen werde man „wohl nicht durchkommen“. Die Umfahrung werde Betroffenheiten hervorrufen und „nicht schmerzfrei“ abgehen.

Hermann Weingartner

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