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Ein Projekt, das Markus Jocher (3.v.l.) angestoßen hat: Die Aktion „Nette Toilette“.

„Was macht der eigentlich“?

Citymanager in Frage gestellt

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Das Thema birgt viel Zündstoff für weitere Diskussionen. Im Stadtrat wurde die Sinnhaftigkeit von Citymanager Markus Jocher infrage gestellt.

Dorfen – Die Diskussion ist bei der Aufstellung der Projekte entbrannte, für die die Stadt Fördermittel aus der Städtebauförderung erhalten will. Auch für 2019 will die Stadt dafür 62 000 Euro ausgeben – und damit weit mehr als der ursprüngliche Ansatz von 45 000 Euro. Der externe Citymanager arbeitet dafür 14 anstatt elf Stunden pro Woche für die Stadt.

SPD-Stadtrat Heiner Müller-Ermann brachte kein Verständnis dafür auf, dass für den Citymanager mehr Geld ausgegeben werden sollte. Es stelle sich die Frage, was das für die Stadt überhaupt bringe. Bis auf die Aktionen „Freundliche Toilette“ und die Aufstellung von Ruhebänken im Stadtgebiet sei nicht viel passiert. Da mache Förderkreischef Stefan Tremmel „drei Mal mehr, und das kostet nichts“, sagte Müller-Ermann. Der Citymanager habe „im Prinzip nichts Besonderes vorangebracht“. Daher dafür auch noch mehr Geld auszugeben, „erschließt sich mir nicht“, sagte Müller-Ermann.

Kritisch sieht auch Grünen-Fraktionschefin Ursula Frank-Mayer die Abwägung von Nutzen und Ausgaben. Sie werde oft auf das Thema Citymanager angesprochen. „Ich komme da regelmäßig in Erklärungsnot, was der eigentlich macht.“

Bürgermeister Heinz Grundner begründete das deutliche Mehr an Honorarzahlungen damit, dass in der Verwaltung Personalprobleme bestünden. Die Person, die im Rathaus eigentlich in diesem Bereich tätig sei, sei seit Längerem erkrankt.

Gewerbereferent Martin Greimel (CSU) wies die Kritik am Citymanager zurück. Jocher leiste „sehr wichtige und gute Arbeit“ für Dorfen. „Die Kosten dafür sind absolut gerechtfertigt. Solch eine qualifizierte Beratertätigkeit ist nicht für ein paar Euro die Stunde zu erhalten“, sagte Greimel. Der Citymanager arbeite „viel im Hintergrund“ und sei ein wichtiges Bindeglied zum Förderkreis, etwa wenn es darum gehe, gemeinsame Aktionen zu organisieren. Er sei in der Öffentlichkeit zwar „nicht so sichtbar“, aber „die Dinge, die er macht, sind wichtig für Dorfen“.

Der Stadtrat hat im Frühjahr 2016 beschlossen, im Rahmen des ISEK-Städtebauförderungsprogramms einen externen Citymanager zu engagieren. Schon damals wurde diskutiert, ob es in Dorfen überhaupt einen solchen braucht. Den Zuschlag bekam die Beratungs- und Management GmbH Cima. Deren Mitarbeiter Jocher arbeitet für Dorfen.

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