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Mit diesem Plan will Dorfen bei der Landesgartenschau punkten: Die zentralen Flächen (gelb) hat Dorfen für eine möglich Bewerbung gemeldet. 

Landesgartenschau

Citymanager sieht nur Vorteile für Dorfen

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Dauerhafte Verbesserung der Naherholungsmöglichkeiten, die bauliche Entwicklung von Stadtbereichen, wirtschaftlicher Aufschwung und ein riesiger Image-Gewinn: Das sind einige Vorteile, die Citymanager Markus Jocher durch eine Landesgartenschau für Dorfen sieht.

Dorfen – Warum sollte Dorfen die Chance ergreifen, sich zu bewerben? Diese Frage hat Citymanager Marks Jocher von der CIMA Beratung + Management GmbH in den Mittelpunkt seines Vortrages über die Landesgartenschau bei der zurückliegenden Bürgerversammlung im Jakobmayer-Saal gestellt. Jocher sieht eine Gartenschau als Instrument der Stadtplanung, aber auch der Wirtschaftsförderung. Mit einer Gartenschau in Dorfen könne das Stadtbild belebt, Wegeverbindungen zwischen der Altstadt und Sehenswürdigkeiten ausgebaut werden. Vor allem aber würde eine Gartenschau nach Ansicht Jochers die „Lebensqualität und Wohnzufriedenheit“ der Bürger steigern. Zudem könne sich Dorfen als attraktives Ausflugsziel präsentieren und damit den Tourismus fördern. Alles, was im Rahmen einer Gartenschau geschaffen werde, sei nachhaltig, also auch für folgende Generationen geplant, sagte der Citymanager.

Aber auch im Hinblick auf Wirtschaftsförderung sei eine Gartenschau ein gewaltiger Impulsgeber. Dadurch würden Arbeitsplätze geschaffen. Etwa 70 bis 80 Prozent der Aufträge verblieben unmittelbar in der Region, berichtete Jocher aus Erfahrung. Insgesamt würde das Investitionsklima für die Wirtschaft gesteigert, einhergehend mit einem Imagegewinn für Stadt und Landkreis.

Besonders für Händler und Gastronomen vor Ort würde sich eine Gartenschau lohnen, rechnete der Citymanager vor. Als Beispiel nannt er er die vergangenen „kleinen“ Gartenschauen in Alzenau 2015, Bayreuth 2016 und Pfaffenhofen a.d. Ilm 2017. Jeweils etwa 300 000 Besucher seien in die Städte gekommen. Jeder Besucher habe im Schnitt etwa 20 Euro vor Ort ausgegeben. Das ergebe einen Umsatz von mindestens sechs Millionen Euro, der in der Stadt bleibe.

Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) erinnerte an den Grundsatzbeschluss, in dem sich der Stadtrat im Januar pro Gartenschau entschieden hat. Gemeldet wurden die Flächen am Hochwasserrückhaltebecken und die südlichen Krautäcker sowie Schwimmbad und TSV-Sportplätze. Bad und Sportstätten sollen demnach an den Stadtrat verlagert werden (wir berichteten). Im Juni fällt nun die endgültige Entscheidung, ob sich Dorfen für die Abhaltung einer Gartenschau in den Jahren 2024 bis 2026 wirklich bewirbt. Derzeit wird dazu ein Konzept erstellt. Allerdings sind es die Kosten in Millionenhöhe, die nicht wenige Stadträte immer noch schrecken.

Umweltreferent Gerald Forstmaier (GAL) hat einen alternativen Entwurf erarbeitet. Forstmaier, der selbst Landschaftsarchitekt ist, lagert in seinem Konzept aber nur die Fußballplätze des TSV Dorfen und den Tennisclub aus. Freibad und Eishalle bleiben seiner Idee zufolge in der Stadt. Als zentralen Bereich hält der Umweltreferent trotzdem an Freibad- und Sportflächen fest. Darüber hinaus will er die Landesgartenschau aber durch mehrere Teilbereiche mit Events erweitern. Diese sollen sich den Besuchern auf einem Rundweg erschließen. Dieser führt nach dem Entwurf vom Zentralbereich durch die historische Innenstadt in den Stadtpark. Dort geht es vorbei an den historischen Krautäckern (gezeigt werden soll dort Urban Growing – Projekte aus aller Welt) zum Hochwasserrückhaltebecken (Erweiterung des Skulpturenwegs) bis zu den landschaftlichen Flächen im Südwesten vor der Stadt (Wasser und Menschen – etwa historischer Torfstich). Dort sollen künftig TSV, Tennis und ein von ihm vorgeschlagener Badeweiher angesiedelt werden.

Weiter geht es nördlich vorbei an der Isener Siedlung auf einem neu zu errichtenden Weg durch ein Areal (Wasser, Auwald, Naturschutz) an der Isen, das mit einer neuen Fußweg-Brücke Niederham erschließt. Von dort geht es zurück über eine weitere Fläche (Natur erleben für Kinder) in die Altstadt und den Zentralbereich.

Nach der Landesgartenschau würden die TSV-Sportplätze Forstmaiers Vorschlag zufolge einer Wohnbebauung zugeführt werden. Das ESC-Eisstadion bliebe und würde im Osten durch eine Spielplatzfläche und zusätzlichen Lärmschutz gesichert. Das Freibad könnte geringfügig erweitert und eine fehlende Sprunganlage für die Grundschule Süd errichtet werden. Und am Mühlanger östlich des Radwegs könnten zwei öffentliche Fußballfelder entstehen.

So geht es weiter

Im Juni fällt die endgültige Entscheidung, ob sich die Stadt für die Ausrichtung der Gartenschau in den Jahren 2024 bis 2026 bewirbt. Bereits für eine Bewerbung entschieden hat sich die Gemeinde Kirchheim bei München. Dort wird die Bewerbung von den Befürwortern als „absoluter Glücksfall“ und „große Sensation für den Wirtschaftsstandort“ bezeichnet. Als „weiteres Großprojekt mit unkalkulierbarem Risiko“ mit „monatelanger Demarkationslinie quer durch den Ort“ empfinden sie die Gegner. „Ich sehe das als historische Chance für Kirchheim, die wir uns nicht entgehen lassen sollten“, kommentierte Bürgermeister Maximilian Böltl.

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