BMW rauscht in die roten Zahlen - Verlust schlimmer als befürchtet

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Auch in Corona-Zeiten brauchen Tiere viel Auslauf: Michaela Waxenberger und Felix Urlaub mit Hund Samy. 
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Auch in Corona-Zeiten brauchen Tiere viel Auslauf: Michaela Waxenberger und Felix Urlaub mit Hund Samy. 

Tierärzte und Besitzer erzählen

Die Corona-Sorgen der Dorfener Tierfreunde

Besteht Ansteckungefahr? Kann man noch Gassigheen? Diese und weitere Fragen  beschäftigen Herrchen und Frauchen in  der Corona-Krise. Tierärzte klären auf - und haben ihre eigenen Sorgen.

Dorfen – Es ist noch nicht lange her, da trafen sich Hundebesitzer an der Dorfener Birkenallee zum gemeinsamen Gassigehen am Auffangbecken. Viele Tierhalter sind aber in der Corona-Krise mittlerweile verunsichert, haben Angst vor Ansteckung. Ihre besorgten Fragen: Kann ich meinen Hund anstecken – oder der Vierbeiner etwa mich? Was passiert mit Bello & Co., wenn ich in Quarantäne bin? Denn viele Haustierbesitzer stellen sich in im Landkreis vor besondere Herausforderungen.

Gerade erst ging nämlich ein aggressiver Darmvirus bei den hiesigen Hunden um. „Das war sicher Corona“, meint Sybille Neumair, die mittlerweile ihren Pudel nur noch im Garten laufen lässt und einen großen Bogen um fremde Hunde macht. „Ich habe Angst, denn alle Tiere sterben qualvoll, wenn sie mit dem Virus infiziert werden“, sagt sie fast hysterisch.

Das habe sie im Internet gelesen. Schlagzeilen, die so manchem Hundebesitzer den Angstschweiß auf die Stirn getrieben haben, lauteten, dass das neuartige Coronavirus erstmals bei einem Hund in Hongkong nachgewiesen worden sei.

Der Taufkirchener Tierarzt Christian Aigner beruhigt indes: „Sogenannte Alpha-Coronaviren gibt es bei Hunden und Katzen schon seit Jahren.“ Bei Hunden machen sie sich als milde Durchfallerkrankung bemerkbar, bei Katzen sind sie möglicher Auslöser der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIP). „Mit dem aktuellen Virus SARS-CoV-2, dass zu den Beta-Coronaviren zählt, haben sie jedoch nichts zu tun.“ Auf den vermeintlich infizierten Hund angesprochen, ergänzt Aigner: „Nachgewiesen worden sind COVID-19-Coronaviren im Schnauzenbereich des Hundes einer am Coronavirus erkrankten Patientin. Von einem Speichel- oder Bluttest ist dabei nicht die Rede. Demnach ist davon auszugehen, dass die erkrankte Besitzerin mit ihrem Tier geschmust hat – und es dadurch zu einer oberflächlichen Übertragung der Viren gekommen ist.“ Krank oder infiziert sei der betroffene Hund jedoch nicht. Das bestätigt auch Stefanie Zwirglmaier, Tierärztin in Dorfen. „Nach bisherigem Kenntnisstand besteht keine Kreuzreaktion und keine Ansteckungsgefahr.“

Es gebe sogar einen Test, allerdings nur in Ausnahmefällen: „Angenommen, ein Hund hätte eine extrem starke Atemwegsinfektion, könnten wir einen Infekt sogar in der Praxis nachweisen.“ Ein Screening sei indes bislang unnötig, würde auch die Kapazitäten übersteigen.

Wichtig sei es derzeit, die tierärztliche Versorgung aufrecht zu erhalten. „Wenn jemand aus dem Team mit Covid-19 infiziert wird, müssen wir die Praxis schließen“, sagt Aigner. Die Hygienemaßnahmen wurden verschärft, das Wartezimmer ist mittlerweile leer, die Tierbesitzer warten mit ihren Patienten im Auto. Auch werden Termine vergeben. Aigner: „Dabei geht es ausschließlich darum, den zwischenmenschlichen Kontakt zu vermeiden.“

Frauchen und Herrchen sollten in Corona-Zeiten besonders auf Hygiene achten: „Kein Kuscheln, kein Essen teilen und Nasen- und Mundkontakt vermeiden. Vor und nach jedem Tierkontakt die Hände gründlich waschen“, rät Veterinärin Zwirglmaier. Desinfektionsmittel für Hunde seien nicht notwendig. Im Gegenteil: „Das schädigt Haut und Schleimhäute.“

„Es gibt bisher keinen Hinweis auf eine Ansteckung durch Tiere oder dass wir Menschen die Tiere gefährden können“, sagt auch Melanie Dade aus Isen. Seit rund 20 Jahren ist sie als Tierärztin tätig, davon die meiste Zeit in der Praxis von Tierarzt Wolfgang Hölldobler in Westach (Isen). Hauptsächlich behandelt die promovierte Tiermedizinerin Hunde und Katzen, aber auch Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen und manchmal Vögel.

Bis heute laufe der Betrieb in ihrer Praxis ganz normal. Das Corona-Virus sei bei den Frauchen und Herrchen bisher auch kein Thema gewesen. „Ein einziges Mal bin ich danach gefragt worden“, sagt Dade. Bei ihrer Arbeit trägt Dade jetzt einen Mundschutz und bei Hausbesuchen Schutzkleidung. „Allerdings nicht wegen der Tiere, sondern wegen der Menschen“, erläutert sie die Vorsichtsmaßnahmen.

Michaela Waxenberger und Felix Urlaub aus Dorfen nehmen ihren Deutschen Pinscher mittlerweile an die lange Leine: „Wir haben zwar einen Garten, aber Samy ist ein junger Hund, der viel Auslauf braucht.“

Für Hunde sei Bewegung enorm wichtig, bestätigen auch die Tierärzte. Was aber, wenn Frauchen oder Herrchen in Quarantäne müssen? Im Infektionsfall können beispielsweise Gassi-Geher angeheuert werden. „Wichtig ist es, dem Tier eine neue Leine und ein neues Geschirr anzulegen“, rät Aigner.

Eine Abgabe in eine Tierpension während der Quarantäne sollte eine Notlösung sein, denn Orts- und Personenwechsel verunsichern Hunde. Doch anders als im Erdinger Tierheim haben die Tierpensionen in der Region freie Kapazitäten: „Geschäfts- und Urlaubsreisen fallen derzeit weg“, sagt Aigner.

Das Tierheim in Kirchasch hat mittlerweile geschlossen, um das Personal vor Ansteckung zu schützen. „Wir halten Kontakt über das Netz“, so Tierschützerin Solveig Wanninger. Das Tierheim arbeite schon seit Jahren am Limit. Die Unterbringung von Hunden läuft über Pflegestellen. „Die Versorgung der Tiere von Coronavirus-Patienten wird zwar äußerst schwierig, aber auch da werden wir im Notfall Lösungen finden“, verspricht Wanninger.

Viele Menschen sind in Zeiten der Corona-Krise auf Hilfe angewiesen und viele wollen auch helfen. Jedoch wie kommen Bedürftige und Helfer zusammen? Wir haben die Antwort: Auf dieser interaktiven Landkarte finden Sie diejenigen die Ihre Unterstützung anbieten und können sich selbst als Helfer eintragen.

Michaele Heske und Günter Winrhier

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