Ein Schritt in die richtige Richtung: Im November 2018 wurde in Dorfen ein kostenfreies Wlan-Netz installiert. Markus Jocher (CIMA-Citymanager), Stefan Tremmel (Vorsitzender Förderkreis), Bürgermeister Heinz Grundner, Klaus Steiner (Geschäftsführer Stadtwerke) und Andreas Schäffner (Stadtsparkasse Erding-Dorfen) präsentieren die erste Antenne für das freie Wlan-Netz. Die Hoffnung, dass auch viele Geschäfte online gehen, wurde bisher allerdings nicht erfüllt. 
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Ein Schritt in die richtige Richtung: Im November 2018 wurde in Dorfen ein kostenfreies Wlan-Netz installiert. Markus Jocher (CIMA-Citymanager), Stefan Tremmel (Vorsitzender Förderkreis), Bürgermeister Heinz Grundner, Klaus Steiner (Geschäftsführer Stadtwerke) und Andreas Schäffner (Stadtsparkasse Erding-Dorfen) präsentieren die erste Antenne für das freie Wlan-Netz. Die Hoffnu ng, dass auch viele Geschäfte online gehen, wurde bisher allerdings nicht erfüllt. 

Corona-Krise als Weckruf

Dorfener Einzelhändler vor Herausforderung  im Online-Handel

  • Anton Renner
    vonAnton Renner
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„Do leb i, do kaf i“, heißt das Motto des Förderkreises Dorfen. Doch seit dem Herunterfahren des öffentlichen Lebens mussten auch viele Geschäfte ihre Türen geschlossen halten. Problem und Herausforderung für die Unternehmer.

Dorfen – Nichts ist mehr wie es war. Das gilt nicht nur für unser aller Leben in Zeiten der Corona-Pandemie, sondern auch für Handel und Gastronomie. Gerade jetzt zeigt sich, wie (überlebens)wichtig Digitalisierung ist. Wer nicht im Internet präsent ist, ist schnell außen vor und vergessen. Die Folge: Die Menschen kauften noch mehr online als bisher. Nutznießer davon ist vor allem Versand-Gigant Amazon.

Aber auch auf lokaler Ebene haben Betriebe Umsatz gemacht, die Onlinepräsenzen unterhalten und mit der Einrichtung eines Lieferdienstes spontan auf die Krise reagiert haben. „Die Digitalisierung hat diesen Betrieben im Onlinebereich hohe Zuwächse gebracht“, berichtet Markus Jocher vom Münchner Beratungsunternehmen CIMA, der für Dorfen als Citymanager tätig ist. Auch wenn damit der normale Laden-Umsatz nicht erreicht wird, so wird zumindest so viel verkauft, dass die wirtschaftliche Existenz gesichert und die finanziellen Einbußen halbwegs überschaubar sind.

Für Barbara Schmid von Max Schmid Schuhe ist auch für kleinere Geschäfte ein Onlineshop „unabdingbar“. Gerade jetzt in der Krise seien die Verkaufszahlen erfreulich. „Wir haben sehr erfolgreiche Ergebnisse“, so die Geschäftsfrau. Gleichwohl ihr der „persönliche Kontakt mit den Kunden viel lieber und wichtiger“ ist, wie sie sagt. Denn ein Onlineshop und das dazugehörige digitale Marketing seien „sehr arbeits- und kostenintensiv“.

In dem Dorfener Schuhfachgeschäft ist mittlerweile eine Person nur noch mit dem Onlinehandel und der Organisation des Lieferservice in der Region beschäftigt. Für die Geschäftsfrau bemerkenswert: In ihrem Onlineshop kaufen auch Leute aus anderen Bundesländern und sogar aus Österreich ein.

Dass sich Reichweite auf den Umsatz niederschlägt, weiß auch Citymanager Jocher aus Erfahrung. „Es gibt Städte, in denen der digitale Handel 400 Prozent Zuwachs aufweist.“ Die Reichweite erhöhe sich dabei auch im Zusammenwirken eigener Internetshops mit Facebook, so Jocher.

Für den Dorfener Förderkreis-Vorsitzenden Stefan Tremmel ist es „höchst bedauerlich“, dass viele Geschäfte mit einem Internetauftritt „nichts am Hut haben“. Dabei zeige die derzeitige Krise, dass Geschäfte, die Onlineservice böten, „nicht zu den Verlierern gehören“. Tremmel ist überzeugt: „Die Welt wird sich ein Stück weit verändern. Mehr Menschen werden auch nach Corona von zu Hause aus arbeiten und online shoppen.“

Für Tremmel ist es daher wichtig, dass der Einzelhandel mit einer Website im Internet „sichtbar ist. Nur so können die Kunden über aktuelle Angebote auf dem Laufenden gehalten werden“. Auch aktuelle Serviceangebote, etwa was Öffnungszeiten und Ähnliches betrifft, seien in Echtzeit kommunizierbar. „Die Welt verändert sich, darauf muss auch der Handel reagieren“, sagt Tremmel.

Dass das lange Bemühen des Förderkreises, Dorfener Geschäfte in die Onlinewelt zu bringen, nur verhalten erfolgreich ist, hat für Tremmel einen einfachen, wenn auch bedauerlichen Grund: Zahlreiche Geschäfte würden von Inhabern geführt. Diese stünden teilweise schon vor der Rente und hätten keine Nachfolger. Die wollten daher „nichts Neues mehr anfangen“. Dorfen drohe hier in den nächsten Jahren ein größerer Leerstand von Geschäften. Das sei bedenklich.

Jetzt aber freuen sich alle erst einmal auf Montag, wenn viele Geschäfte unter 800 Quadratmeter Ladenfläche unter Einhaltung strenger Hygienerichtlinien wieder öffnen dürfen. Dann soll auch die Werbung intensiviert werden. Darin sollen auch „klassische Kanäle“ wie Zeitungen einbezogen werden, Jocher: Es gilt, auf allen Kanälen zu schießen.“

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