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Der Laden ist voll – mit Ware. Barbara Schmid hofft darauf, dass die Kunden lokale Unternehmen unterstützen. 

Corona-Krise

Einzelhandel in Not: Treue Kunden sind die einzige Hoffnung

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Die Corona-Pandemie bedroht nicht nur die Gesundheit der Menschen. Der Einzelhandel kämpft um das wirtschaftliche Überleben. Ein Appell von Barbara Schmid von Schuh Schmid in Dorfen ist eindringlich: „Unterstützen Sie bitte uns regionale Händler!“

Dorfen – Für viele Einzelhandelsbetriebe und Unternehmen geht es in diesen Wochen um die Existenz. Seit Geschäfte und Läden nicht mehr öffnen dürfen, fehlen die Einnahmen. Barbara Schmid vom Schuhfachgeschäft Max Schmid schildert die Situation aus ihrer Sicht: „Unser Geschäft ist voll mit neuer Ware. Wir mussten unseren Lieferanten diese Ware bezahlen.“ Schuhe im Wert von mehreren hunderttausend Euro sind das. Und auch die Gehälter für die neun Angestellten und Miete müssen gezahlt werden.  „Ein paar Wochen halten wir das noch durch, aber was dann?“, fragt sich die Dorfener Geschäftsfrau voller Sorgen. 

Wie viele Kollegen auch versuchen die Schmids die Situation dadurch zu überbrücken, dass die Angestellten Überstunden abbauen, teilweise Urlaub nehmen. Auch Kurzarbeit wurde beantragt. „Wir wollen niemand ausstellen, wir haben Verantwortung für unsere Mitarbeiter und deren Familien.“ Doch ohne Einnahmen können irgendwann auch keine Ausgaben mehr getätigt werden. 

Für das Schuhfachgeschäft zahlt sich jetzt ein wenig aus, dass es schon seit langem mit Kunden über Soziale Medien interagiert und auch ein Onlineshop betrieben wird. Da wird zumindest ein wenig Umsatz generiert. „Wenn Sie online kaufen, bleiben Sie bitte Ihren Fachhändlern vor Ort treu“, appelliert Schmid an die Dorfener. „Wenn möglich, nutzen Sie den Service und die Lieferangebote der Händler vor Ort.“ 

Das unterstützt auch die Aktion „Support your local shop“. So können etwa auch Einkaufsgutscheine gekauft werden. Diese sind dann einzulösen, wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen. „Für uns Betriebe vor Ort bedeutet das jetzt Umsatz, das hilft uns im Existenzkampf“, so Schmid. „Es geht hier echt ums Überleben im Einzelhandel! Wir tun aktuell alles, was uns möglich ist, um unser Geschäft weiterzuführen.“ Deshalb haben die Schmids, wie andere Geschäfte auch, einen kostenlosen Lieferservice für die Kunden eingerichtet. 

Für den Schuh- und Bekleidungshandel war schon die Wintersaison schwierig, „weil kein Winter war“, wie die Geschäftsfrau sagt. Wenn jetzt auch der Frühling und Frühsommer wegfallen, „dann bricht alles weg“. Für Barbara Schmid ist das nicht nur wegen ihres Geschäftes eine Horrorvorstellung. „Ohne Einzelhandel möchte ich die Stadt sehen, wie sie dann aussieht. Das ist dann eine andere Welt

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