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Fleißig beim Masken-Nähen: Gabriele Niederreiter mit ihren Kindern Valentin (10) und Sophie (12). 

Bunte Zeichen des Zusammenhalts

Rotary-Aktion: Dorfener nähen Schutzmasken

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Stunde um Stunde arbeitet an Team von Näherinnen, um Schutzmasken für die Dorfener herzustellen. Sie werden für 3,50 Euro abgegeben - der Erlös kommt örtlichen Sozialeinrichtungen zugute.

DorfenIn vielen Wohnungen surren zur Zeit die Nähmaschinen. Fleißige Helfer produzieren Gesichtsmasken. In Dorfen hat der Rotary Club eine Idee von Gabriele Niederreiter aufgegriffen und das Projekt „Dorfen näht für Dorfen“ gestartet. Dabei entstehen hunderte von Mund-Nase-Masken. Sie werden gegen eine Spende von 3,50 Euro abgegeben. Der Erlös geht wiederum an die Dorfener Tafel und andere Sozialeinrichtungen in der Stadt, um sie während der Corona-Krise zu unterstützen. Helfer werden darüber hinaus kostenlos mit Masken ausgestattet.

„Die Idee ist bei einem Arztbesuch mit meinem Sohn entstanden. Dort mussten wir eine aufsetzen“, erzählt die Initiatorin. Im Gespräch mit dem Arzt habe sie den Vorsatz gefasst, in die Masken-Produktion einzusteigen, berichtet die verheiratete Mutter und Prokuristin des Familienunternehmens Energietechnik Niederreiter. Ihr Mann Stefan rannte mit der Ideen bei den anderen Rotariern offene Türen ein.

Schon seit zwei Wochen habe sie Mund-Nase-Masken für verschiedene Initiativen genäht, erzählt Gabriele Niederreiter. Jetzt laufen bei ihr die Fäden für die Rotary-Aktion zusammen. „Wir haben alleine diese Woche einen Ausstoß von 300 Stück“, berichtet die 43-Jährige, die bereits viele Helfer an ihrer Seite hat: ihre Kinder, Mitarbeiter und Bewohner im Wohnheim in Algasing sowie die Hobby-Näherinnen Christine Greimel, Petra Rieger, Rosmarie Grasser, Heidi Empl, Vicky Hünermund, Marianne Ehrler, Judith Hofer, Katharina Dötsch und weitere.

In Algasing können aufgrund von vorhandenen Stoffmengen größere Stückzahlen gefertigt werden. Auch das Verpacken geschieht dort. „Jede einzelne Maske ist eingeschweißt“, erzählt Niederreiter. In den Tüten seien außerdem Zettel mit einer Gebrauchs- und Waschanleitung enthalten.

Der Rotary Club weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass eine selbst genähte Maske kein Medizinprodukt ist. Bislang gilt die Auffassung, dass solche Masken zwar nicht den Träger schützen. Wohl aber dienen sie dazu, dass weniger Tröpfchen aus dem Speichel des Maskenträgers in die Umwelt gelangen. So wird also das Ansteckungsrisiko für andere gesenkt.

Sie selbst trage außer Haus bereits teilweise Maske, so Niederreiter. Aber bei einem Einkauf bei Metro in München, „da hatte ich die Maske im Auto vergessen. Das war kein gutes Gefühl“, erzählt die 43-Jährige. Gerade in Geschäften gehe es ja darum, auch die Verkäufer zu schützen. „Das ist doch nur fair“, findet Niederreiter. Absolut daneben findet sie es aber, wenn Privatleute mit zertifizierten medizinischen Masken herumlaufen. Diese Schutzausrüstung müsse unbedingt dem medizinischen und pflegerischen Personal vorbehalten bleiben.

Dabei hat Gabriele Niederreiter selbst erst im November mit einer Freundin einen Nähkurs gemacht. Die Näh-Lehrerin von damals, Katharina Stahr vom Nähcafé Dorfen, hat nun auch Stoff für die Rotary-Aktion gespendet. „Wir bekommen überhaupt viel auf Spendenbasis“, erzählt Niederreiter – Geld und Material. Sie selbst habe schon alte karierte Hemden von ihrem Vater vernäht oder „alte Vorhänge, die hübsch aussehen“.

Viele helfen, viele geben etwas dazu. Michael Bulla vom Rotary Club Dorfen erklärt: „Das Tragen der Maske soll ein Zeichen für Zusammengehörigkeit, Wertschätzung und Achtsamkeit sein – bei Einkäufen, im öffentlichen Verkehr, beim Arzt.“

Informationen:

Abholstellen: Parkapotheke, Hubertus Apotheke, Rathausapotheke, Bäckerei Kern, einige Arzt-/ und Zahnarztpraxen, der Werkstattladen des Klosters Algasing und das Kundencenter der Stadtwerke Dorfen. Hier ist vor dem Eingang eine Stofftüte mit den Masken und ein Rohr zum Einwerfen der Spende aufgestellt.

Spenden an den Sozialfonds des Rotary Club Dorfen, IBAN DE37 7005 1995 0000 0129 55.

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