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Verwaist sind aufgrund der Corona-Krise derzeit die Kinderbetreuungseinrichtungen im Landkreis. Die Betreuungsgebühren werden meist aber dennoch erhoben. Die ersten Gemeinden verzichten zumindest im April auf die Beiträge. Symbolfoto.

Erste Gemeinden reagieren

Geschlossene Kitas: Viele Eltern zahlen vorerst weiter

Kitas sind zu. Gezahlt werden muss trotzdem. Erste Gemeinden reagieren nun darauf. Die Träger wollen eine bayernweite Regelung.

Landkreis– „Warum soll ich für eine Leistung bezahlen, die ich nicht in Anspruch nehme?“, beschwert sich eine Mutter aus dem südlichen Landkreis (Name der Redaktion bekannt). Ihre Kinder können den Kindergarten wegen der durch das Corona-Virus bedingten Schließung im Moment nicht besuchen, trotzdem muss die Familie weiterhin die Betreuungsgebühren bezahlen. Mit ihrem Ärger ist die Mutter nicht alleine – viele Eltern aus dem Landkreis stellen sich aktuell dieselbe Frage.

Eine eindeutige Lösung hält Maria Bauer, Abteilungsleiterin im Bereich Finanzen der Stadt Dorfen, zum aktuellen Zeitpunkt für schwierig. „Fast alle Kindergärten haben eigene Träger. Sie wollen eine bayernweite Regelung.“ Bauer weist ebenfalls darauf hin, dass in der Satzung der Stadt Dorfen kein Gebührenerlass vorgesehen sei, darüber müsse der Stadtrat entscheiden.

Träger warten auf bundes- oder landesweite Lösung

Dem schließt auch Günther Pech, Sprecher des Erdinger Rathauses, an. „In Erding gibt es im Moment über 20 Kindergärten mit vielen unterschiedlichen Trägern“, schildert er unserer Redaktion. Für den städtischen Kindergarten sei zwar momentan eine Entscheidung in der Diskussion, jedoch sei es auch in Erding den Trägern selbst überlassen, wie sie mit den Betreuungskosten verfahren wollen. So wartet beispielsweise auch die AWO, größter Anbieter für Kinder-und Jugendbetreuung im Landkreis, laut ihrem Chef Fritz Steinberger auf eine bundes- beziehungsweise landesweite Lösung.

Die Gemeinde Wörth hat vor einer Woche beschlossen, in den kommunalen Kinderbetreuungseinrichtungen die Essens- und Betreuungsgebühren für den Monat April zu erlassen (wir berichteten). Ob auch die kirchlichen Einrichtungen nachziehen werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch aus. Die Gemeinde Wörth übernimmt, festgelegt in einem Defizitausgleichsvertrag, bis zu einem fest bestimmten Betrag anfallende Defizite der katholischen Kindertagesstätte St. Peter, sagt Kathrin Fritsch, Verwaltungsleitung im Kita-Verbund des Pfarrverbands Maria Tading, in dem die katholischen Kindergärten Forstern, Isen, Walpertskirchen, Wörth und Hohenlinden zusammengeschlossen sind. Ein Verzicht auf die Elternbeiträge im Monat April würde eine Erhöhung dieses vorhandenen Defizits nach sich ziehen. Daher sei es unbedingt erforderlich, den Verzicht auf die Elternbeiträge vor einer endgültigen Entscheidung durch den Träger der Kindertagesstätte erst mit dem Gemeinderat abzuklären, betont Fritsch. Erst nach Erhalt eines Bescheides könne eine klare Entscheidung getroffen werden. Die Kindertagesstätte St. Peter teilte in einem Elternbrief mit, dass sie die Beiträge für April regulär erheben werde, auf die Essensgebühren jedoch verzichte.

Essensgeld fällt vorerst aus

In der Gemeinde Neuching ist ebenfalls noch keine Entscheidung getroffen worden, ob die Gebühren für den Besuch des Kinderhauses St. Martin Oberneuching ausgesetzt werden. „Wir wollen erst abwarten, ob eine landesweite Entscheidung des Staatsministeriums getroffen wird“, sagt Bürgermeister Hans Peis. Es hätten jedoch schon einige Eltern bei der Kommune nachgefragt. Deshalb gibt es einen Hinweis auf der Homepage des Kinderhauses, dass die Elternbeiträge für den Monat April vorerst erhoben und später eventuell erstattet oder angerechnet werden. Auf das Essensgeld hingegen verzichtet man auch hier.

Diese Entscheidung hat Peis gemeinsam mit Kindergartenleiterin Beate Tilge getroffen. Wegen der Corona-Pandemie wurde ein Ferienausschuss, bestehend aus Mitgliedern aller Fraktionen, gegründet. Dieser trifft sich am Mittwoch, 22. April, und wird dabei auch über diese Problematik unterrichtet. Im Kinderhaus selbst ist, wie in den meisten Einrichtungen auch, aktuell eine Notbetreuung eingerichtet.

Kathi Kronseder

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