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Die Karnevalsgesellschaft Dorfen (Bild l.) startet mit den Drei Damischen Rittern (hinten, v. l.) Florian (Bier), Daniel (Narretei) und Stefan (Liebe) sowie dem Erbprinzenpaar Natalie und Kevin in den 120. Jubiläumsfasching. Das freut Präsidentin Anja Greimel (l.) und ihren Vize Martin Pommer (r.).

Faschingsauftakt im Landkreis-Osten

Damische Ritter und griechischer Deife

Sie sind wieder da. Seit gestern, 11.11 Uhr, sind die Narren frei. Hunderte Faschingsbegeisterte haben in Dorfen, St. Wolfgang und Isen den Beginn der närrischen Zeit ausgiebig gefeiert. In Dorfen regiert heuer im 120. Jubiläumsfasching kein Prinzenpaar, sondern drei Damische. Genau genommen drei Damische Ritter.

Von Anton Renner, Anne Huber und Albert Zimmerer

Dorfen/St. Wolfgang/Isen – Solche Gestalten hatten letztmals 1992 das Sagen. Stefan Waxenberger (35, Ritter der Liebe), Florian Wurzer (37, Ritter des Bieres) und Daniel Steinweber (28, Ritter der Narretei) wollen in Dorfen für einen ganz besonderen Fasching sorgen. Während die aus Dorfen stammenden Ritter der Liebe und der Narretei schon Faschingserfahrung haben, ist der Ritter des Bieres, der aus Niederbayern kommt, aber seit einiger Zeit in Dorfen wohnt, da noch ein unbeschriebenes Blatt. Seine beiden anderen Edelmänner werden ihn aber sicher in die (Dorfener) Faschingsspur bringen.

Auch ein Erbprinzenpaar gibt es zum Jubiläumsfasching. Prinzessin Natalie vom goldenen Brunnen (Goldbrunner) und Prinz Kevin der Eroberer der Ringermatte (Schöder). Prinzessin (10) und Prinz (13) sind seit drei Jahren bei der Karnevalsgesellschaft in der Jugendgarde aktiv, beide freuen sich sehr, das sie jetzt die kleinen Narren regieren dürfen. Bei der Vorstellung der Tollitäten um 11.11 Uhr am Unteren Markt unter schwungvollem Getröte des Isentaler Schalmeien-Express tröpfelte es vom Himmel. Ob es Freudentränen waren?

Die Dorfener Faschings Deife (Bild r., M.) haben mit Kosta einen Diávolos (so heißt Teufel auf griechisch) an der Spitze (2. v. l.). Deife-Chef Walter Steinweber (2. v. r.) und Gardemädchen freuen sich.

Auch die Dorfener Faschings Deife sind in die Narrenzeit gestartet – allerdings erst am Abend um 18.11 Uhr mit einer Party am Kirchtorplatz am Wesner Tor. Aus den rot beleuchteten Nebelschwaden des „Höllentors“ tauchte pünktlich um 18.11 Uhr der Eröffnungsdeife auf, der die Deifen anführt. Es ist Konstatinos „Kosta“ Kostaras (44), der Inhaber der Taverna Sirtaki in Dorfen. Der gebürtige Grieche gilt in der Isenstadt als Multitalent, ist unter anderem auch Betreiber des Schwimmbad-Kiosks und bei fast jedem städtischen Fest als Gastronom dabei. Mal schauen, ob die Deife-Garde in diesem Fasching Sirtaki tanzt. Für genügend Ouzo dürfte gesorgt sein.

St. Wolfgangs Regenten (v. l.) Erbprinzenpaar Mia I. und Alex II. vom Armstorfer Paradies und das Prinzenpaar Sonja I. und Christian I. vom hoaßn Zwoasitzer mit Anton Schwimmer.

Um 11.11 Uhr war in St. Wolfgang die Katze aus dem Sack. Das Prinzenpaar des TSV St. Wolfgang trägt den Familiennamen Manhart und wohnt in Dorfen. Sonja I. (32) und Christian I. (33) vom hoaßn Zwoasitzer sind Motorrad-Enthusiasten und fuhren zum Faschingsauftakt im Sportheim auf der eigenen Maschine vor. Unterstützt wurden sie von der Feuerwehr, die ihnen Geleitschutz gab. Das Kinderprinzenpaar (Ballettschule Anni Staab) kommt aus Armstorf und kennt sich seit dem Sandkasten. Mia Rachl (12) und Alex Bauer (13) oder – wie ihre närrischen Namen lauten – Mia I. und Alex II. vom Armstorfer Paradies tanzen seit acht beziehungsweise zwei Jahren in der Ballettschule. Vom Paradies ist ein Tribut an den Kindergarten Paradies am Berg, den beide besucht haben.

„Es wird ein langer Fasching“, sagte Anton Schwimmer. Zusammen mit TSV-Vorsitzenden Rudolf Müller-Brunnhuber wünschte er allen Beteiligten, dass der Fasching 2019 „eine schöne, runde Sache wird“.

Prosit: Rul Kellner (l.) und Susanne Fehmer vom Faschingskomitee sowie Bowling-Club-Präsident Tobi Perner stießen im Ciao Italia auf den Isener Fasching an. 

Pünktlich um 11.11 Uhr knallten auch im Isener Ristorante Ciao Italia die Sektkorken. Dort hatte sich nicht nur das Faschingskomitee eingefunden, sondern auch der Bowling-Club. Dessen Präsident Tobi Perner rückte mit vielen faschingshungrigen Mitgliedern an, darunter Ehrenpräsident Andreas Kielbassa. Mit im Gepäck war standesgemäß auch eine Ananas-Bowle. Gemeinsam genoss man Oberpriller-Weißwürste mit frischen Sattler-Brezen. Bäckermeister Josef Sattler überbrachte sie persönlich, ebenso wie die Haustorte zum Nachmittagskaffee, auf die sich vor allem die weiblichen Mitglieder freuten.

Während Komitee-Chef Rul Kellner für den anstehenden Kappenabend die Katze nicht aus dem Sack ließ, wollte auch Perner einer internen Beschlussfassung für den Faschingsumzug nicht vorgreifen. Angesichts des großen Andrangs im Ciao Italia zog Kellner den Bau eines eigenen Vereinsheims mit Prunksaal in Erwägung. Die Kosten dafür fielen beim Schuldenstand der Marktgemeinde „eh nicht mehr ins Gewicht“.

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